Montag, 29. August 2016

Review: Black Werewolf - Dead and Forgotten (CD, Runenstein Records - 2012)

Zur Abwechslung wieder etwas, was ein wenig älter ist. Die Debüt-Demo der Deutschen BLACK WEREWOLF erschien ursprünglich 2011 auf Kassette, wurde dann ein Jahr später von Runenstein Records aber als CD veröffentlicht. Hinter dem Projekt mit dem grimmigen Namen steckte bis zu dessen Auflösung vor einem Jahr das Duo Lord Goat (aka M.F., welcher ja bekannt ist für zahlreiche andere (ex-)Projekte) und Ulfur (Nordal).





Zelebriert wird hier primitiver Schwarzmetall, direkt aus dem Untergrund und in die Fresse. Räudige und misanthropische Kompositionen, gepaart mit ein paar atmosphärischen Samples und ein wenig Ambient. Mehr braucht es eigentlich ja auch gar nicht. Allerdings bin ich hier doch zwiegespalten, was die Qualität angeht, denn manche Lieder sind im Verhältnis, was inhaltlich geboten wird, eindeutig zu lang geraten, monotone Parts, die sich ständig wiederholen, sind hier keine Seltenheit und lassen schnell Langeweile beim Hörer aufkommen. In langsameren Passagen wie bei "With Hate in my Heart" gelingt es dann aber doch noch hypnotische Sphären zu erzeugen, die durch die Monotonie des Stückes nur verstärkt werden. Auch der Titelsong vermag zu gefallen, da er einige atmosphärische Spielereien bietet und Abwechslung in das ansonsten eher triste Geschehen bringt.

Fazit:
"Dead and Forgotten" ist kein Meilenstein, für eine erste Demo-Präsentation aber mehr als in Ordnung. Klar wird auch hier das Rad nicht neu erfunden, das kann man ja eigentlich schon daran festmachen, welche Leute hinter dem Projekt steckten, aber als räudiges Underground-Werk funktioniert BLACK WEREWOLF's Erstling ganz gut. Wer also auf kernigen, ursprünglichen Black Metal mit viel monotonen Sphären steht, kann hier bedenkenlos zugreifen, sofern denn überhaupt noch Exemplare vorhanden sind. Schließlich ist das Teil gute vier Jahre alt und ist auf lediglich 100 Exemplare limitiert, die im übrigen von Hand durchnummeriert sind. Pro-CDr im Jewelcase. Interessenten könnten im Mailorder von Wolfmond Production noch fündig werden, ich gebe jedoch keine Gewähr.

Raw German Underground - mag man oder halt nicht, ein Zwischending gibt's hier nicht.


Darbietungen:
01. Intro
02. Cold Funeral
03. Dead and Forgotten
04. With Hate in my Heart
05. Outro

Laufzeit: ca. 26 Minuten

Review: ShadowWolf - ShadowWolf (CD, Wolfmond Production - 2016)

Dass Kanada nicht nur in sprachlicher und ideeller Hinsicht geteilt ist, wird einmal mehr im Falle der hier vorliegenden CD deutlich. Während die Musik der Horden aus Québec vornehmlich auf das hymnische Midtempo der Mitt-90er-Norweger-Bands als Grundgerüst aufbaut und daraus inzwischen ihren ganz eigenen Stil kreiert haben, sieht es im englisch-sprachigen Teil des Landes ganz anders aus. Dort herrschen vor allem Einflüsse aus dem USBM, aber auch europäische, vornehmlich Deutsche, wie mir immer wieder scheint.



SHADOWWOLF stellt ein im Jahr 2014 gegründetes (vorher war man von 2007-2010 unter dem Namen NIHILISM aktiv) Solo-Projekt aus Toronto dar. Protagonist Knjaz Vlad zeichnet dabei für sämtliche Instrumente sowie für den Gesang verantwortlich. Der Grundton der insgesamt 13 Lieder auf der CD ist sehr räudig und kompromisslos. Hier waren es wohl Demo-Werke bekannter deutscher Horde, die als Inspirationsquelle gedient haben dürften. Ich denke da vornehmlich an eine Band aus Gera, die mit "Peststurm" für Aufsehen sorgte, aber auch das Debüt-Werk der Deutschen lässt sich ohne Weiteres mit dem Klangbild von SHADOWWOLF vergleichen. Was der Kanadier den Deutschen aber voraus hat: der Ossi-Akzent, der gerade auf den älteren Veröffentlichungen immer mal wieder durchkam, fehlt vollständig. Man darf hier ergo nicht allzu hohe Erwartungen haben, wenn man dann ohne eine große Erwartungshaltung an die Sache herangeht, wird man positiv überrascht sein, dass sich hinter dem primitiv wirkenden Gesamtbild ein recht solider Underground-Flick verbirgt, der zwar rotzig und schrammelig präsentiert wird, aber trotzdem auf seine Art und Weise faszinierend anmutet. Ein paar Ambient-Passagen (wie in "Lunar Spell of Myesyats") runden das Gesamtbild dann noch ein wenig ab.

Fazit:
Kein Highlight, wer aber wieder einmal Bock auf ordentlich gemachtes Underground-Black Metal-Geschrammel hat, wird mit der Scheibe gut bedient. Auch Anhänger der ersten Sachen von TOTENBURG sollten mal ein oder zwei Ohren riskieren - natürlich wurde hier der ideologische Part nicht berücksichtigt. Das Debüt-Album des Herren kommt als Pro-CDr im Jewelcase und ist limitiert auf 100 hand-nummerierte Exemplare. Interessenten suchen wie immer die Seite von Wolfmond Production auf, wo die CD für äußerst faire 5,- Euronnen zu ergattern ist.

Raw Underground Black Metal. Nicht schön - will er aber auch gar nicht sein!


Darbietungen:
01. Into the Wolf's Forest (Intro)
02. Call of the Night
03. Lycanthropy
04. Temple of Eternal Night
05. The Awakening of Chernobog
06. Witchcraft (of the Old Vedmak)
07. Zmey Gorynych's Flight in the Nightsky
08. Lunar Spell of Myesyats
09. Shining Northern Moon
10. Gates to the Stars
11. Winter's Fury
12. Syberian Blizzard
13. Outro

Laufzeit: 43 Minuten

Preview/Review: Ordo Obsidium - A Crooked Path to Desolation (CD, Eisenwald - 2016)

"Orbis Tertius" nannte sich anno 2011 das Debüt-Werk der Funeral Doom/Black Metaller aus Amiland, welches ich damals ziemlich begeisternd aufgenommen hatte. Den gleichen Effekt erzielt es auch heute noch bei mir, wenngleich es inzwischen etwas länger her ist, seitdem ich es das letzte Mal hörte. Aber die drei Herren machen bei weitem keine Musik, die man sich immer zu Gemüte führen kann, sondern eher in diesen dunklen und speziellen Momenten, in denen man sich einfach nur fallen lassen möchte...





Davon zeugt auch gleich zu Beginn "A Crooked Path to Desolation", das zweite Werk von ORDO OBSIDIUM, welches ursprünglich bereits im Jahr 2013 veröffentlicht wurde - allerdings nur als Download via Bandcamp. Auf Grund eines Todesfalles verzögerte sich dann auch der eigentliche Termin für die Veröffentlichung einer CD und einer LP, welche beide erst in diesem Jahr Ende September stattfinden werden. Das Album bietet acht Lieder, die allerdings auch keine großartigen Überlängen aufweisen, wodurch allein schon garantiert sein dürfte, dass hier kaum Langeweile aufkommt. Auch präsentiert man sich hier wie bereits auf dem Erstlingswerk mehr dem Black Metal zugewandt, der einmal etwas schneller, einmal etwas langsamer, und oft sehr hymnisch dargeboten wird. Der Funeral Doom scheint da eher passagenweise durch, in düster-zitierten End- oder Zwischenphasen der Songs, in denen er aber auch nicht unpassend oder gar uninspiriert klingt. Auch der Gesang ist eher dem Funeral Doom zugetan, bietet vielmehr einen heiseren und tiefen Gröllgesang als Schreie, die ab und an aber auch schon einmal anklingen ("The Warping Palace"). Von den Instrumenten her ist dies aber wie schon erwähnt, eher dem Black Metal zuzuordnen. So wirklich doomig wird es da noch einmal mit dem letzten Lied "Doom Herald", welches in seinen knapp acht Minuten eher klassisch langsame Doom-Passagen beherbergt und nur selten schnellere Gefilde betritt.

Fazit:
Das zweite Album der Amis von ORDO OBSIDIUM ist nicht weniger großartig, wie ihr Debüt-Werk. Die Herangehensweise ist etwas anders, geht aber nicht so weit, dass man hier von einem Stilbruch sprechen müsste, denn das hier ist immer noch eindeutig die selbe Band und immer noch Funeral Doom / Black Metal, der genau die richtige Mixtur aus beiden Genres bietet. Nichts wirkt hier aufgesetzt, uninspiriert oder leichtfertig dahingerotzt - "A Crooked Path to Desolation" ist durchdacht und gut arrangiert, wie es bei "Orbis Tertius" auch schon der Fall war. Ein Gemälde voller Chaos, Tod und Leid, an welchem nur diejenigen ihre Freude haben werden, die mit morbider Kunst etwas anzufangen wissen. Das Album erscheint in seiner physischen Form am 30. September über die deutsche Tonschmiede Eisenwald, Interessenten sollten sich also direkt an das Label wenden.

Ein besonderes Werk wie schon sein Vorgänger... Meine Empfehlung!


Darbietungen:
01. Ominous Clouds at the Deadland Approach
02. A Crooked Path to Desolation
03. Nightbird's Song
04. Dire Monument
05. The Warping Palace
06. Morose Delectation
07. Breath of Eternal Night
08. Doom Herald


Laufzeit: ca. 38 Minuten

Review: Painferno - The Seed of Life Becomes Death (CD, Eigenproduktion - 2015)

Gerade in den letzten zwei Jahren scheint mir der Underground wieder sehr vital zu sein und nicht nur Schweden bringt neue hörenswerte Bands hervor... auch aus Deutschland melden sich in letzter Zeit immer vereinzelte brauchbare junge Bands zu Wort, was immer wieder auch frischen Wind ins Geschehen bringt, denn gerade in Deutschland scheint der Umstand, dass es hauptsächlich die etablierten und bekannteren Underground-Bands gibt und der Rest daneben irgendwie unterzugehen scheint. Trotzdem gibt es dann immer mal wieder Horden, die sich hervortun können - ich berichtete ja erst kürzlich über BURKHARTSVINTER...




PAINFERNO aus Essen legen mit ihrem Werk "The Seed of Life Becomes Death" die erste Demo vor. Die Band agierte hier noch als Quartett, inzwischen ist Plaguewielder ausgestiegen. Übrig sind noch Snuff Goat am Schlagwerk, welchen der ein oder andere vielleicht noch durch seine Arbeit bei ZUUL kennt, deren erste Demo ich ja auch vor ein paar Jahren mal besprochen hatte - zu lesen hier), sowie Nemesis am Gesang und Gautatýr an den Gitarren, die beide bereits durch die Band DRONE ÖR DIE aufgefallen sind. Zelebriert wird hier natürlich räudiger Schwarzmetall aus dem Untergrund, der aber hörbar mit viel Herzblut präsentiert wird und alles andere als nichtssagend daherkommt. Der Sound ist zwar alles andere als perfekt, und aus jedem einzelnen Ton dieser Kakophonie hört man wahrlich das Blut, den Schweiß und vor allem den Alkohol heraus - aber bei Luzifer: genau das sollte eine Scheibe aus dem lokalen Underground doch ausmachen, oder nicht?! Was das ganze auch irgendwie abhebt von ähnlich gelagerten Veröffentlichungen, ist der Gesang, der zugleich extrem krank und hysterisch, dann aber auch sehr düster und teilweise auch äußerst okkult zum besten gegeben wird. Die instrumentale Begleitung gibt sich wie bereits erwähnt sehr räudig und alles andere als professionell, man hat hier den Eindruck, einer Probe oder einem Konzert beizuwohnen, was atmosphärisch eigentlich gar nicht einmal so verkehrt ist und bodenständig und sympathisch rüber kommt - vor allem aber sehr authentisch!

Fazit:
Klar, dass man hier absolut nichts Neues bietet. Dafür aber Altgewohntes auf gekonnte Weise neu interpretiert. PAINFERNO ist endlich mal wieder eine Black Metal-Band, die es mit kleinen Mitteln schafft, sehr authentisch den Geist vergangener Tage zum Leben zu erwecken und dabei nicht klingen, als würden sie sich verstellen müssen. Allerdings benötigt es auch seine Zeit, um die Songs gänzlich zu erfassen, erst dann erschließen sich einem so manche Details, die die Demo zu einem hörenswerten Werk machen. Hinzu kommen Titel wie "Astraal Koiitus", "Cosmic Inferno" oder "Luciferian Rehabilitation", die einen wunderbar traditionellen Old School-Charakter besitzen. Eingehämmert und gemischt wurde das Werk übrigens Ende 2014 mit Hilfe von Panzerdaemön von PARIA. Die Demo kommt als Pro-CDr im DVD-Case und ist limitiert auf 99 hand-nummerierte Exemplare. Ob es noch welche gibt, erfragt ihr am besten direkt bei der Horde unter der Adresse demonic.r@gmx.de.

Ein sehr feines Stück deutscher Old School Black Metal. No Trends, No Keyboards, No Pussies! Kaufen, Kasten Bier und Regler bis zum Anschlag nach rechts gedreht - reicht. Mehr als Empfehlenswert!


Darbietungen:
01. Astraal Koiitus
02. The Seed of Life Was Born in Death
03. In Vama Marga
04. Cosmic Inferno
05. Luciferian Rehabilitation

Laufzeit: ca. 27 Minuten