Sonntag, 31. Dezember 2017

Review: Cold Mist - From The Dark Hills Of The Past (CD, Cold Art Industry / Tolkiean Records / My Dark Desires Records / Wolfblasphemer Distro / Haeretikus Productions / Extreme Sound - 2017)

Black Metal aus Brasilien ist und bleibt wohl immer eine Sache, bei der ich grundsätzlich etwas skeptischer bin. Dass es aber durchaus auch Horden gibt, bzw. gab, die es wirklich verstehen (oder verstanden) authentischen und packenden Black Metal zu zelebrieren, bewiesen nicht zuletzt solche Bands wie SPELL FOREST, VOBISCUM INFERNI, DIABÁLLEIN oder die inzwischen leider aufgelösten LUPUS NOCTEM. Ob sich COLD MIST mit ihrem hier vorliegenden Debüt, welches anno 2017 einer Demo-Präsentation aus dem Jahr 2008 folgte, in diesem Reigen hinzugesellen können, erfahrt ihr im folgenden...



Zunächst einmal ist festzuhalten: "From The Dark Hills Of The Past" ist ein sehr geiler Titel für ein Album, welches sich zum Ziel gesetzt hat, Musik im Stile der 90er zu zelebrieren.  Nach dem Titel gebenden Intro, in dem die Tasten reichlich Einsatz finden, jedoch nicht zu verspielt oder gar fröhlich daherkommen, sondern, im Gegenteil, zum Ende hin eine wirklich triste und bedrohliche Stimmung erzeugen, geht es mit "Night And Mysteries" auch gleich in die Vollen. Räudige und ungezügelte Wildheit trifft auf epische Sphären und satanischen Stolz. Instrumental gesehen wird hier einiges aufgefahren und auch der Gesang präsentiert sich im Verlauf sehr facettenreich, wenngleich er meist auch lediglich einen grimmigen Grundton inne hat. Kleinere Breaks werden durch Klargesang unterlegt, zudem weist man bereits hier ein hohes Maß an Abwechslung auf, bietet Tempowechsel sowie epische Keyboard-Passagen. Ähnlich geht es auch bei "A Funeral Frost" zu. Einen Gang legt man dann bei "Triumph Of Cruelty" zu, der mit seinem Wechselspiel zwischen grimmiger Kälte, epischer Naturromantik, nächtlicher Poesie und misanthropischer Erhabenheit an die glorreichen alten Werke längst erloschener Sterne des nordischen Schwarzmetalls erinnert - ich sage nur GEHENNA's "Seen Through The Veils Of Darkness (The Second Spell)" oder DIMMU BORGIR's Klassiker "Stormblåst". Aber auch aktuelle Horden dieses Schlages wie etwa das deutsche Solo-Projekt PESTHEIM in der Schaffensperiode seit "Nocturnal Symphonies" können hier als Vergleich herangezogen werden. Die folgenden Lieder sind von etwa gleicher Stimmung und bieten gekonnte Mixturen aus melodischer Traumschwebe und alles vernichtenden höllischen Rhythmen. Eine Ausnahme bildet da noch "Emotions Of A Full Terror", der großartige instrumentale Passagen bietet. Von Spannungsbögen verstehen die Herren definitiv etwas.

Fazit:
COLD MIST haben mich mit ihrem Erstlings-Werk vollends in ihren Bann gezogen. Machten sich am Anfang doch noch die einen oder anderen Zweifel breit, so verflog dieser Eindruck doch relativ schnell, als mir das Album dann seine schwarze Essenz vollends offenbarte. Ein großartiges Werk, welches auf gekonnte Art und Weise stimmungsvolle melodische Atmosphären mit räudiger Misanthropie und kalter Finsternis verbindet. Gleichzeitig ist das gesamte Werk eine einzige Hommage an die stolzen Mid-90ies - und für die bin ich schließlich (fast) immer zu haben. Die CD erschien als Silberling im Jewelcase mit mehrseitigem Beiheft, welches alle Texte enthält, in einer Auflage von 1000 Exemplaren. Interessenten aus Deutschland wenden sich zwecks einer Bestellung am besten an Wolfmond Production, der noch ein paar Stück in seinem Mailorder haben sollte.

Eine tiefe Verneigung vor den Helden der Mitt-90er - dabei jedoch mehr als eine schlichte Kopie. Mehr als empfehlenswert!


Darbietungen:
01. From The Dark Hills Of The Past
02. Night And Mysteries
03. A Funeral Frost
04. Triumph Of Cruelty
05. Manuscripts From Beyond
06. Deadly Mist
07. Emotions Of A Full Terror
08. Old Domains
09. Fullmoon Tragedies

Laufzeit: ca. 41 Minuten




Review: ShadowWolf - Guardian of the Forest (CD, Wolfmond Production - 2017)

Nachdem das Solo-Projekt aus Kanada letztes Jahr sein selbst betiteltes Debüt-Album vorlegte (lest die Rezension zu diesem >>hier<<), erschien nun ein paar Wochen das zweite Album von SHADOWWOLF. Und eines wird gleich beim ersten zaghaften reinhören deutlich: Alleinunterhalter Knjaz Vlad weicht hier keinen Deut von seinem Stil ab...






Die bedeutet im Klartext, dass alle diejenigen, die mit räudigem Black Metal, der dennoch eine gewisse Atmosphäre aufweist, nichts anfangen können, brauchen diese Zeilen wohl erst gar nicht zu lesen und können um dieses Projekt getrost einen Bogen machen, was ich ihnen hiermit auch empfehlen würde. Anhänger eben jenes räudigen und unverfälschten Stils jedoch wird das Werk gefallen, da bin ich mir sicher. Nach dem relativ stimmigen, aber auch unspektakulären Intro "Dusk" geht es dann auch gleich ohne Umschweife los. "Guardian of the Forest" gibt direkt die Richtung vor, in die man sich die nächste gute halbe Stunde bewegen wird. Räudig produzierter Schwarzmetall, der mal im klassischen Midtempo zelebriert wird, jedoch auch nicht schnelleren Gangarten scheut. Der Gesang erinnert mich dabei allerdings an weniger glorreiche Horden, die instrumentale Darbietung ist simpel gestrickt, bietet allgemein auch wenig Überraschungen im Aufbau und wäre auch in die Kategorie "belanglos" einzuordnen, wenn es dann nicht doch ein paar Lichtblicke geben würde, in denen die Musik schon fast Züge von MOONBLOOD annimmt. Aber eben auch nur fast. Für die atmosphärische Abwechslung sorgen unterdessen noch ein instrumentales Zwischenspiel ("Leshiy's Grove") und das Outro "Dawn".

Fazit:
SHADOWWOLF lässt mit "Guardian of the Forest" einmal mehr seine Interpretation des Raw Underground Black Metal auf die Menschheit los, und eines ist gewiss - er macht keine Gefangenen. Wie auch schon beim Debüt handelt es sich hier wohl eher nicht um ein Highlight oder 'Must-have', jedoch bekommt man als Anhänger des räudigen Stil ein authentisches Album um die Ohren geknallt, welches dank seiner atmosphärischen Einschübe zu gefallen weiß. Wolfmond Production veröffentlichte das Werk als Pro-CDr im Jewelcase mit doppelseitigem Cover, limitiert auf 100 Exemplare. Interessierte können dieses für 5,- Euronnen direkt beim Label erwerben.

Räudiger Untergrund. Nicht mehr, nicht weniger!


Darbietungen:
01. Dusk (Intro)
02. Guardian of the Forest
03. Nocturnal Hunt
04. Wolf's Moon
05. Leshiy's Grove
06. To the Battle Rides Vityaz
07. The Army of Rus Rises Against Mongol-Tatar Horde
08. The Summoning (Svarog's Spell of Fire)
09. Spectral Wanderer's Journey
10. Dawn (Outro)

Laufzeit: ca. 31 Minuten




Mittwoch, 20. Dezember 2017

Review: Örth - Nocturno Inferno (MC, A Fine Day To Die Records - 2017)

Bei ÖRTH handelt es sich um ein altes Projekt aus Norwegen. Verkörpert wurde die Horde durch V-Rex (ARVAS) am Gesang, den Gitarren und am Bass, Ares (AETERNUS, ARVAS) am Bass und am Gesang, Grim (ex-GORGOROTH, ex-BORKNAGAR) am Schlagwerk. Nach dem Selbstmord von Grim im Jahr 1999 löste sich die Band auf und machte ab 2001 unter dem Namen ARVAS weiter, unter welchem sie bis heute (mit einer längeren Auszeit) immer noch Musik machen. "Nocturno Inferno" war als Debüt-Album bereits im Jahr 1996 angedacht, doch führten unglückliche Umstände dazu, dass es für mehr als 20 Jahre unveröffentlicht blieb. Zumindest offiziell - denn die Band verteilte damals wohl ein paar wenige Exemplare an einen ausgewählten Personenkreis.



So viel nun zum geschichtlichen Hintergrund des hier vorliegenden Werkes. Allein schon die Beteiligung von Erik "Grim"  Brødreskift, den ich unzweifelhaft für eine Größe der Szene dieser Epoche halte, ließ mich aufhorchen. Das Album ist natürlich auch seiner Person gewidmet und bewahrt somit direkt sein Andenken. Sogar einen Song hat er zusammen mit Ares geschrieben, daher klingt "Path of Sorrow" vielleicht auch nicht ganz von ungefähr latent nach alten GORGOROTH. Schon das instrumentale Intro "HYmn des Mortes Part I" macht unmissverständlich deutlich, was die geneigte Hörerschaft in der nächsten guten 3/4 Stunde erwarten wird: norwegischer Black Metal der alten Schule. So wird der Hörer bereits mit "The Silence of the Guide" auf eine musikalische Zeitreise in die späten Anfänge der 90er entführt. Der Song hätte auch gut und gern 1993 entstanden sein können, zitiert sowohl frühe GORGOROTH als auch alte EMPEROR und alle, die die Werke genannter Horden dieser Epoche zu schätzen wissen, werden sich hier auf Anhieb heimisch fühlen. Genau in dem Stil geht es auch mit "A Sign in Time" weiter. Da kommen mir auch noch die Schweden von THORNIUM mit ihrem '95er Album "Dominions Of The Eclipse" in den Sinn (kleiner Geheimtipp, für alle, die es immer noch nicht kennen sollten). "Bonded" stellt dann einen leichten Wandel da. Die Instrumente sind langsamer vorgetragen, beinahe von träumerischer Schwebe. Der Gesang ist zumeist eher flüsternd und so erhält das Ganze eine leicht psychedelische Note meiner Meinung nach, was dann so etwas an OPHTHALAMIA aus Schweden (gibt es ja leider auch nicht mehr) erinnert. Ein höchst emotionaler Beitrag. "The Worshipper" geht dann wieder von Anfang an in die Vollen. Die B-Seite geht dann auch gleich weiter mit "Moonstorm"... und einem Sturm nächtlicher Wesen und Gestalten gleicht dieses Stück mit Sicherheit. Darauf folgt der zweite Teil der instrumentalen "Hymn des Mortes"-Reihe, was in dem bereits erwähnten "Path of Sorrow" endet. Die letzten beiden Lieder "Hymn des Mortes Part III" und "Den Gamle Manns Profetier" entstanden zu einem späteren Zeitpunkt 1996 mit Arctander am Schlagzeug (ich denke mal, dass es sich um den Trommler bzw. Sänger von KAMPFAR und HADES ALMIGHTY handelt).

Fazit:
Die Aufnahmen von ÖRTH's "Nocturno Inferno" sind wie schon erwähnt älteren Datums, und stammen aus einer Ära, in der Black Metal aus Norwegen noch etwas bedeutete und eine Art Qualitätsmerkmal darstellte. Als Schwarzmetall noch mehr ein Gefühl denn reines Musik-Buisness darstellte. Das hört man dem Werk auch deutlich an. Doch wird das Neulinge wohl kaum mehr vom Hocker reißen, die diese glorreiche Ära nicht selbst erlebt haben oder sie auch heute noch hochhalten. Denn rein musikalisch betrachtet bringen ÖRTH natürlich überhaupt nichts Neues, was man nicht schon einmal gehört hätte, daher hat dieses Kleinod wohl eher einen reinen Nostalgie-Wert, der aber nichtsdestotrotz enorm hoch ist. Die Kassette ist schwarz mit direktem Druck und Pro-Cover, limitiert ist auf 200 Exemplare. Der Preis beläuft sich auf 7,- Euronnen und kann direkt über A Fine Day To Die Records bestellt werden. Es erschien auch eine CD im Digipak über Satanic Art Media, diese ist auf 500 Exemplare limitiert.

True Norwegian Black Fuckin' Metal at its best! Uneingeschränkte Empfehlung!


Darbietungen:
A-01. Hymn des Mortes Part I
A-02. The Silence of the Guide
A-03. A Sign in Time
A-04. Bonded
A-05. The Worshipper
B-06. Moonstorm
B-07. Hymn des Mortes Part II
B-08. Path of Sorrow
B-09. Hymn des Mortes Part III
B-10. Den gamle manns profetier

Laufzeit: ca. 44 Minuten




Review: The Depressick - Carcinoma (CD, Pest Productions - 2017)

Aus dem Hause Pest Productions mit Sitz in China stammt das frisch aufgenommene erste Album der mexikanischen Depri-Post Black Rocker THE DEPRESSICK mit dem Titel "Carcinoma". Eine weitere Rezension zu ihrer ersten Demo aus dem Jahr 2014 lässt sich >>hier<< nachlesen. Die Band formierte sich irgendwann 2013 in Mexiko City und zelebriert seit jeher einer post-modernen Form des atmosphärischen Depressive Black Metal mit Post Rock- und Shoegaze-Einflüssen.





Alle, die jetzt denken, dass dieses Genre wohl mehr als ausgelutscht ist und in der Hinsicht sowieso nichts mehr Besonderes erschaffen werden kann, dem kann ich sogar zustimmen. Auch ich halte diese spezielle Unterart des Black Metal doch für ziemlich abgenutzt und finde auch, dass hier bereits alles gesagt wurde. Dass es aber auch durchaus ein paar aktuelle und rühmliche Ausnahmen gibt, die dem Ganzen dann noch ein paar eigene Akzente setzen können, bewiesen ja vor einer Weile schon die Österreicher JOYLESS EUPHORIA. THE DEPRESSICK kann man nun auch in diesen Reigen hinzufügen, denn auch wenn ihre Musik vielleicht nicht wirklich neuartig ist, so verstehen die Herren doch ihr Handwerk und gerade durch ihre atmosphärischen und melodischen Piano-Passagen heben sie sich von so vielen anderen Durchschnitts-Kombos ab. Melancholie, Trauer, dystopische Stimmungen und urbane Tristesse sind hier nicht bloßes Beiwerk und Mittel zum Zweck... sie werden regelrecht zelebriert und auf eine authentische Art und Weise nach außen getragen. So ist "Deceiver" eher ein aggressiver Suicidal Black Metal-Song, während "Nowhere" deutliche Anleihen an den träumerischen und verspielten Shoegaze hat. Lieder wie "Misdeeds" entpuppen sich aber im Nachhinein als Höhepunkte des Werkes, da sie durch ihren sehr melodischen Charakter eine ganz eigene Stimmung erzeugen.

Fazit:
Eigentlich ein typisches Werk für depressiven Post Black Metal, welches dem Ganzen aber noch einige feine Nuancen hinzufügt, was den Klang von THE DEPRESSICK unverkennbar werden lässt. "Carcinoma" ist daher mehr als ein weiterer 0815-Vertreter des Genres, sondern in dieser Hinsicht eher als ein kleines Jahres-Highlight zu bezeichnen. Bisher habe ich die auf 500 Exemplare limitierte CD noch nirgendwo im europäischen, geschweige denn im nationalen Raum erblicken können, wer eine Bestellung bei den Asiaten also scheut, dem bleibt wohl nur der Griff zur digitalen Version des Albums, welche für 6 USD über die Bandcamp-Seite der Gruppe zu beziehen ist.

Sick Atmosperic Black Arts. Empfehlenswert!


Darbietungen:
01. Lifeless
02. Deceiver
03. Nowhere
04. Filth
05. Black Scars
06. Misdeeds
07. Abyssmal
08. Depression Anxiety
09. Spleen Cancer
10. Drowned
11. Aqueduct Gpe

Laufzeit: ca. 56 Minuten




Dienstag, 19. Dezember 2017

Review: Asenheim - Wenn die Nacht... (CD, Wolfmond Production - 2017)

Mit etwas Verspätung folgt hier nun die Rezension zu dem aktuellen Werk aus der Feder des deutschen Ein-Mann-Projekts ASENHEIM, stammend aus Baden-Württemberg. "Wenn die Nacht..." wurde als mittlerweile zweites Voll-Album auf CD veröffentlicht, unter dem Banner von Wolfmond Production. Auch wenn das Projekt, welches sich 2006 gründete, bereits auf eine Vielzahl von Demos, EPs, eine Split sowie eine Kompilation und ein weiteres Album zurückblicken können, habe ich mich mit der Musik bislang nur sehr bedingt beschäftigt.



Natürlich lassen es bereits Name, Titel und Cover vermuten: hier wird heidnischer Black Metal zelebriert. ASENHEIM bestand zeitweise immer mal wieder aus mehr Leuten, seit einiger Zeit ist Tiwaz aber einziger Streiter bei der Kapelle. Auf "Nur die Nacht..." wird er nun aber auch durch Valfor (TOTENWACHE) am Schlagwerk unterstützt. Nach dem recht atmosphärischen und stimmigen Intro geht es auch gleich los mit "Totenlied", welches bereits schon viele typische Momente des Werkes inne hat. So etwa die schnellen Rhythmen und Melodien, nicht gerade wenig eingesetzte Keyboards und Samples, die jedoch nicht stören, sondern sich im Einklang zum sonstigen instrumentalen Geschehen präsentieren, stimmungsvolle Tempowechsel, mehrere Facetten im Gesang. Und das in einem räudigen Untergrund-Stil, der eine gewisse punkige 'Fuck You'-Attitüde nicht verbergen kann. Das Titel gebende Stück "Wenn die Nacht den Tag verhüllt" geht da ähnlich zu Werke, besticht jedoch durch seine sehr getragene und epische Atmosphäre, die jedoch nicht wirklich als 'schön' zu bezeichnen ist. Jede einzelne Note atmet hier hörbar eine innere Dunkelheit, die authentisch nach außen getragen wird. "Gungnir, ich sehe dich" entpuppt sich als kleinen instrumentalen Übergang zu "Gungnir, bring mich heim". Gungnir ist der Name des Speeres von Allvater Odin, welches der Mythen- und Sagenwelt der Nordgermanen nie sein Ziel verfehlte. Dies wird auch in groben Zügen im Text behandelt, wenngleich er auch eine etwas autobiographische Note zu haben scheint. Aber auch in musikalischer Hinsicht ein klares Highlight des Albums. "Kingdom of Sadness" erinnert dann in vielerlei Hinsicht an die nord-deutsche Horde ASKUROR. Die Art des Gesangs, die schnellen Instrumente, die erhabene Stimmung. Zugegeben ist der Klargesang, der hier im Endpart Verwendung findet, wie schon bei "Gungnir..." gewöhnungsbedürftig und dürfte nicht jedem zusagen, ich finde ihn persönlich gar etwas 'kitschig' - aber ist nicht genau das auch der Sinn bei solch' einem Werk? Ein weiterer Höhepunkt findet sich dann in dem Lied "Heimatlos", welches sich als etwas schwermütiger präsentiert durch den akustischen Anfang, der dann in einen in großen Teilen aggressiven, jedoch getragenen Black Metal mit melancholischen Einschüben übergeht. Der Rausschmeißer "Valhalla" geht dann noch einmal ordentlich zur Sache und bietet so einen furiosen Abschluss für einen durchaus interessanten Beitrag aus dem heimischen Heathen Black Metal Underground.

Fazit:
Gut, wenn man das hier jetzt im direkten Vergleich mit der Demo "Ahnenpfade" aus dem Jahr 2007 (das einzige Material der Horde, welches mir musikalisch gesehen noch bekannt ist) nimmt, ist "Wenn die Nacht..." eine ganz klare Steigerung. Die Produktion ist besser, der Gesang facettenreicher und ausgefallener, die Instrumente sind ausgefeilter. Natürlich erinnert man hier und da an andere deutsche Horden mit ähnlichem Klang, aber das tut dem Ganzen keinen Abbruch. Musik aus dem Untergrund für den Untergrund, gefühlvoll und authentisch dargebracht, auf Normen und Political Correctness einen großen Haufen setzend. Der Musik von ASENHEIM wohnt definitiv etwas inne, was anderen Kombos leider völlig abgeht. Wolfmond Production veröffentlichte die Scheibe vor einer Weile als Pro-CDr im Digipak mit einem 8-seitigen Beiheft, welches wohl alle Texte enthalten dürfte (lag mir zum Zeitpunkt der Rezension nicht vor), ist auf 100 Exemplare limitiert und kann für 10,- Euronnen im Shop von Wolfmond bestellt werden.

True Heathen Black Metal - jenseits von sinnfreien Saufliedern und belanglosem Geplänkel. Empfehlenswert für all' jene, die mit räudigen Underground-Klängen etwas anzufangen wissen!


Darbietungen:
01. Intro - Der Weg zum Turm
02. Totenlied
03. Wenn die Nacht den Tag verhüllt
04. Gungnir, ich sehe dich
05. Gungnir, bring mich heim
06. Kingdom of Sadness
07. Alphawolf wütet
08. Europa Invictus
09. Firehorse
10. Heimatlos
11. Valhalla

Laufzeit: ca. 48 Minuten




Freitag, 15. Dezember 2017

Review: Shards of a lost World - Zeugen des Todes (CD, Necro Genocide Records - 2017)

Es gibt mal wieder deutschen Black Metal um die Ohren. Das neue Werk von SHARDS OF A LOST WORLD erblickte nun doch endlich nach langer Verzögerung das Licht der Welt. Bedingt war diese Verzögerung (der Release sollte bereits im Juni erfolgen) Gerüchten zufolge durch mehrere Pannen und Ausfälle seitens des Labels. Wie dem auch sei... nun ist "Zeugen des Todes" endlich da, und meine Erwartungshaltung war angesichts der vergangenen Veröffentlichungen enorm hoch angesetzt, zuletzt bestach die Band ja durch die Neu-Aufnahme von "Hörst du die Stimmen" auf der zweiten Ausgabe des Wolfmond-Label-Samplers.



Nachdem im Jahr 2016 sowohl eine Split mit WALDSEEL ("Mystischer Hauch vergessener Welten" - eine Rezension lässt sich >>hier<< nachlesen), die "Geisternebel" EP (Rezension gibt es >>hier<<) eine Single auf Kassette mit Namen "Spaziergang durch den Regen" und das Live-Album "Primum Ritual" (>>hier<< geht es zur Besprechung) veröffentlicht wurden, hat man sich dann für das erste Voll-Album doch etwas Zeit gelassen, was aber natürlich positiv zu werten ist. Doch hat sich die Wartezeit nun auch wirklich gelohnt? SHARDS OF A LOST WORLD machen es einem da auf den ersten Blick nicht so einfach. "Zeugen des Todes" beginnt daher eher etwas gemächlicher, steigert sich von Lied zu Lied aber immer weiter. Welches Potential und dichten Atmosphären jeder einzelne der Beiträge in sich birgen, wird dem geneigten Hörer dann auch erst nach ein paar Durchläufen wirklich klar und für ihn ersichtlich. So ist "Sphären der Angst" in seinem Aufbau eher simpel gestrickt, verfehlt durch seine düsteren Rhythmen seine nachhaltige Wirkung aber nicht, hier lassen sich dann auch direkt noch ein paar Details finden, wie Tempowechsel, die das Geschehen etwas interessanter gestalten und letztlich auch nicht ganz unschuldig daran, dass der Song solch eine Wirkung erzielen kann. "Erwachen der Nordgeister" geht da ähnlich zu Werke, beinhaltet aber ein paar mehr Sample-Spielereien. Insgesamt hat dieser Beitrag eine eher getragene und unheimliche Atmosphäre inne, die von seiner gewollten Monotonie nur verstärkt wird. Erst im letzten Teil nimmt man noch etwas an Fahrt auf und präsentiert sich dabei nicht minder okkult. "Druidensang" lässt sich dann auch nicht lange bitten, sondern beginnt mit hymnischen schnelleren Midtempo-Rhythmen, die sich mit langsameren, beschwörenden Passagen abwechseln. So stellt "Druidensang" den abwechslungsreichsten Beitrag des Albums bisher dar, der darüber hinaus eine sehr düstere, okkulte und spirituelle Atmosphäre bietet, aber auch jede Menge Wut im Bauch hat. Mit "Schattengestalt" wird es dann wieder etwas gediegener. Jenes Lied lebt allein durch seine garstige atmosphärische Dunkelheit lebt. Zum Ende hin wird hier noch ein wahrer Ausbruch an Emotionen geboten, was einfach eine wohlige Gänsehaut verursacht. "Nachtexistenzen" wurde im Vorfeld der Veröffentlichung bereits als Video von der Band selbst online gestellt, und da das sehnsüchtige Warten auf das fertige Werk natürlich noch verstärkt, denn der Song stellt neben "Im Bann der Vergangenen" den eindeutigen Höhepunkt des Albums dar, da beide einfach alles in sich vereinen, was das Album ausmacht. Erhabene Finsternis, okkulte Atmosphären, spirituellen Tiefgang, schwarze Magie und wilde Kraft. Zu erwähnen ist hier auch der kurze Ausklang mit Klavier in "Nachtexistenzen". "Zeugen des Todes" zeigt sich nicht weniger zahnlos und peitscht ohne Umschweife nach vorne, und wird durch Breaks und Tempowechsel noch atmosphärisch aufgewertet. Den rituellsten Beitrag zelebriert man wohl in Form von "Der Weg ins Zwielicht", der vor allem langsam vorgetragen ist und eine bedrohliche, unheilvolle und beschwörende Atmosphäre aufweist, darüber hinaus aufgrund seines Tempos noch eine düstere und melancholische Stimmung inne hat. Dies wird durch einen schnelleren Mittelteil abgerundet. "Wächter der Leere" bildet den Abschluss und präsentiert sich ähnlich melancholisch bis unheilverkündend und wartet am Ende noch einmal mit Samples auf.

Fazit:
Anxietas, seines Zeichens alleiniger Kopf von SHARDS OF A LOST WORLD (außer bei Live-Auftritten) hat es mit seinem ersten Voll-Album "Zeichen des Todes" geschafft, mich wieder in seinen Bann zu ziehen. Wenn mich die Musik auch nicht gleich beim ersten durchhören gefangen hat, so weist sie bei eingehender Betrachtung und Beschäftigung doch ein paar interessante Details auf, die das eher primitive, aber atmosphärische Treiben enorm aufwerten. Die Musik dieses Künstlers war schon immer geprägt von jenseitigen und spirituellen Welten, Geistern und Dämonen, was hier gelungen in ein vollständiges Album transportiert wurde. Die CD kommt im Digipak und ist auf 500 Exemplare limitiert (nicht durch-nummeriert). Den letzten Fauxpas leistete sich Necro Genocide Records dann bei der letztendlichen Auslieferung des Werkes, denn dieses enthält, trotz Ankündigung, kein Beiheft! Hierfür hat die Band aber mittlerweile Abhilfe geschaffen, und bietet das komplette Beiheft als .PDF-Datei zum kostenlosen Download auf ihrer Visagenbuch-Seite an. Die CD erhaltet ihr direkt über die Band oder auch im Mailorder von Wolfmond Production, der Preis beläuft sich auf 10,- Euronnen.

Okkulter und atmosphärischer Schwarzmetall aus deutschen Landen. Ein fesselndes Debüt-Album!


Darbietungen:
01. Sphären der Angst
02. Erwachen der Nordgeister
03. Druidensang
04. Schattengestalt
05. Nachtexistenzen
06. Im Bann der Vergangenen
07. Zeugen des Todes
08. Der Weg ins Zwielicht
09. Wächter der Leere

Laufzeit: ca. 40 Minuten



Mittwoch, 13. Dezember 2017

Review: Bastardi - Promo MMXVII (CD, Caligo Arcanum Productions - 2017)

Nachdem man mit "Una década de cárcavas iconoclastas" anno 2015 eine Kompilation mit raren Demo-Aufnahmen und Beiträgen von Splits unter dem Banner von Caligo Arcanum Productions veröffentlichte, präsentiert man nun in Form dieser Promo zwei neue Lieder, welche mittlerweile auch als EP bei einem anderen Label (Cvlminis) das Licht der Welt erblickten.







Während die Zusammenstellung noch dominante DSBM-Einschläge aufwies, ist von diesen auf den beiden neuen Songs nicht mehr wirklich viel von übrig geblieben. BASTARDI zelebrieren hier wilden und räudigen Black Metal der alten Schule und gehen dabei keinerlei Kompromisse ein. Die Horde agiert hier nur noch als Duo, welches von einem Session-Musiker am Schlagzeug unterstützt wird. Die Aufmachung ist schlicht und doch irgendwie besonders: ein 4-seitiges Beiheft mit Pro-CDr, dabei ist das Papier ähnlich wie bei der Kompilation-CD transparent. Das Logo hat sich zumindest für diese Promo auch etwas geändert und lässt mich in seiner Art an einen alten OPHTHALAMIA-Logo-Schriftzug denken, den es im Beiheft zu "To Elishia" auf einem Foto zu sehen gab (dieser war - ganz alte Schule - lediglich an die Wand gemalt worden). Nun aber wieder zu der Musik: der erste der beiden Beiträge nennt sich "Sombría Panacea", der gleich deutlich macht, dass BASTARDI keine Gefangenen machen wollen und von ihnen auch keine Gnade zu erwarten sein wird. Die Gitarren sind gnadenlos verzerrt, der Gesang beschwörerisch und unheilvoll, das Schlagzeug wild und ungezügelt. Dass die Herren etwas von ihrem Handwerk verstehen, zeigen sie in Form wohl platzierter Tempowechsel, auch der Gesang weist im Verlauf einige Facetten und emotionale Ausbrüche auf, was das Ganze interessant hält. Und so ganz kommt der Song dann doch nicht ohne eine gewisse atmosphärisch dichte depressive Stimmung aus. Das zweite Stück schimpft sich auf den Namen "Compendium Bastardi", wirkt zunächst etwas chaotisch, zeigt sich dann als schneller misanthropischer Black Metal und nimmt im Mittelteil einen sehr rituellen Charakter an, der sich fast bis zum Ende hin durchzieht, bevor es dann letztendlich noch einmal kurz in einen schnelleren Stil übergeht. Auch hier lohnt sich ein genauerer Blick (?) auf den Gesang und die restlichen Instrumente, denn diese haben deutliche Referenzen zu anderen Underground-Horden Marke PESTHEIM.

Fazit:
Alles in allem stellt die "MMXVII" Promo der Mexikaner eine recht runde Sache dar. Durchzogen von einer authentischen Atmosphäre voller Dunkelheit und Menschen verachtender Stimmungen haben diese beiden Songs wohl wirklich das Zeug dazu, in einem seriösen und ernst zunehmenden Schwarzmetall-Jahresrückblick Erwähnung zu finden. Die Promo erschien als Pro-CDr bei Caligo Arcanum Productions, jedes Exemplar ist nummeriert, jedoch ist mir eine genaue Limitierung nicht bekannt. Für Interessierte aus dem europäischen Raum ist diese wohl am besten über den Distro von A Fine Day To Die Records zu erwerben, der ein paar wenige Exemplare hat. Inzwischen sind die beiden Lieder wie bereits erwähnt auch als offizielle EP unter dem Titel "Sombrïa Panacea" auf CD erschienen, welche auf lediglich 20 Stück limitiert ist und für die das russische Label Cvlminis (Rigorism Production) verantwortlich zeichnet.

Raw Atmospheric Black Metal at its best - Dark Arts for Satanic Souls!


Darbietungen:
01. Sombría Panacea
02. Compendium Bastardi

Laufzeit: ca. 9 Minuten



Montag, 11. Dezember 2017

Vfanhthore & Shadows of Black Candlelight - Split (CD, Caligo Arcanum Productions - 2017)

Neues aus Mexiko! Caligo Arcanum Productions veröffentlichte vor einer Weile eine Split-CD zwischen der mexikanischen Schwarzmetall-Horde VFANHTHORE, welche mich ja bereits mit ihrer überaus ranzigen Demo-Präsentation zu überzeugen wussten (eine Rezension lässt sich >>hier<< finden) und dem infernalischen Duo SHADOWS OF BLACK CANDLELIGHT aus Südkorea, welches hier allerdings noch als Solo-Projekt agiert.






Beginnen wir mit VFANHTHORE, die die ersten drei Lieder beitragen. "Murceguilla - Verdad - Degeneración (Crepúsculo Ignominante)" macht gleich von Anfang an deutlich, dass an dem räudigen Stil weiter festgehalten wird. Was auf "Tremebunda Calígine Regionalista" eingeläutet wurde, wird hier also konsequent fortgesetzt, wenn man auch zugestehen muss, dass dann wohl doch nun ein wenig Zeit in die Nachproduktion des Liedgutes gesteckt wurde, und so erschallt das weit über 10-minütige Epos relativ klar aus den Boxen. Mit klar meine ich jetzt aber keine Hochglanz-Produktion. Hier regiert immer noch der ranzige und räudige Underground, jedoch hat man im Gegensatz zur Demo doch ein paar Nuancen besser hervorgehoben, und so klingen die drei Lieder in ihrer Ganzheit einfach auch etwas "angenehmer" für die geneigte Hörerschaft. Mit "Interludio - Éxodo (Descendit)" folgt ein instrumentales Zwischenspiel, welches Dark Ambient mit Dungeon Synth und Einflüssen traditioneller Folklore mischt und eine beängstigende Atmosphäre aufweist. Mit dem dritten Lied "Vorágine de Lluvia y Niebla (Re-recorded 2017)" präsentiert man dann einen alten Song in neuem Gewand. Nicht umsonst hatte ich mich bei meinem Supporter-Video für die Review zur Demo-CD für diesen Beitrag entschieden, dieses Potential erkannte wohl auch die Band selbst und nahm dieses Stück noch einmal komplett neu und aktuellen Klangbild auf. Das Resultat ist definitiv anders als das Original, es hat aber nichts von seiner düsteren Essenz eingebüßt. Die unheimlichen Samples gen Ende jagen mir auch hier einen wohligen Schauer über den Rücken.

Es folgen die letzten beiden Lieder, welche SHADOWS OF BLACK CANDLELIGHT zelebrieren. "Born From Hell" erinnert mich in den Gitarren etwas an den Beginn von NARGAROTH's Demo "Fuck off nowadays Black Metal" ("Black Metal ist Krieg", you know?!), unterlegt mit unheimlichen Keyboard-Klängen und Chor-Samples. Was folgt ist schlicht und ergreifend als räudiger, bestialischer Underground Black Metal zu bezeichnen, der keine Kompromisse eingeht. Schnell, gradlinig, allerdings auch um ein paar nette Details bereichert, die das Ganze etwas aufwerten. Amüsanter Weise erinnert mich das Ende dann auch wieder sehr an alte NARGAROTH zu Demo-Zeiten (bereits erwähnte "Fuck off..." oder die "Herbstleyd" Demo). "Spirits from the Black Grail" beginnt dann wieder mit ein paar düsteren Samples und geht dann über in einen zunächst etwas rockigen Teil, bevor man dann wieder in den recht bolzenden Stil übergeht, der dann aber auch immer wieder ein paar rhythmische Einlagen enthält. Dann wird es zur Mitte hin ruhig und ein atmosphärischer Part an der Akustikgitarre setzt ein, bis es dann wieder in einen bestialischen Black Metal übergeht. Zum Ende hin finden dann noch einmal beinahe schon als besinnlich zu bezeichnende Chor-Samples ihren Einsatz, bevor alles in einem Strudel aus düsterem Okkultismus versinkt.

Fazit:
Die beiden Herrschaften von VFANHTHORE überraschen hier mit ihrem Klang. Das Potential, was sie bereits auf ihrer Demo-Veröffentlichung erkennen ließen, haben sie hier noch einmal mehr ausgeschöpft und zelebrieren hier eine räudige Mixtur aus orthodoxem Satanismus, spiritueller Dunkelheit und melancholischem Okkultismus. SHADOWS OF BLACK CANDLELIGHT debütiert gleichzeitig mit dieser Split-CD, zeigt im Verlauf auch einige musikalische Schwächen, kann sich jedoch durch einige Details doch vom Einheitsbrei etwas abheben. Ich bin gespannt, wie die Musik nun als Duo klingen wird, denn bald soll in der neuen Besetzung das erste Voll-Album unter Talheim Records aus Österreich erscheinen. Diese Split-CD indes kommt als Pro-CDr im Digipak daher und ist auf 100 Exemplare limitiert (wie bei Caligo Arcanum üblich hand-nummeriert). Interessenten aus Europa können sich, sofern sie nicht direkt in Mexiko bestellen wollen, etwa an A Fine Day To Die Records aus Spanien wenden, welcher die CD im Distro führt.

Pure Satanic Madness and True Sick Blackness!


Darbietungen:
Vfanhthore:
01. Murceguilla - Verdad - Degeneración (Crepúsculo Ignominante)
02. Interludio - Éxodo (Descendit) (Instrumental)
03. Vorágine de Lluvia y Niebla (Re-recorded 2017)
Shadows of Black Candlelight:
04. Born From Hell
05. Spirits from the Black Grail

Laufzeit: ca. 35 Minuten



Samstag, 2. Dezember 2017

Review: Gevlerkt - De grote sterfte (MC, New Era Productions - 2017)

Aus dem Hause der niederländischen Underground-Schmiede New Era Productions stammt hier vorliegende Kassette. Es handelt sich dabei um das Debüt "De grote sterfte" des infernalischen Duos GEVLERKT, welche ebenfalls aus den Niederlanden stammen und bereits eine Demo-Veröffentlichung namens "Vermolmd" aufweisen können, die ebenfalls über New Era unter's Volk gebracht wurde, ebenfalls auf Kassette.








Die beiden Herren MJWW (alle Instrumente) und Botmuyl (Gesang) machen gleich im Innencover deutlich, worum es ihnen geht: "Your cascadian, life-affirming, free-spirited, border crossing, genre expanding, politically correct and non-offensive castrated 'version' of black metal which is nothing more than a touristic approach endorsed by easy access social media that handles it as just another music genre, and is celebrated by spineless retards who finally can take their artsy girlfriends to a show to endure a 'life  changing ritual" is the fuel of our hate engine. FUCK OFF." Wow, was für ein Statement - ein solches ist wohl schon lange überfällig und spricht mir eigentlich direkt aus der Seele. Gerade was dieser ganze neu-modische lebensbejahende Nonsens im Black Metal sein sollte, entzog sich schon immer meiner Kenntnis. Schwarzmetall stand schon immer für die pure Essenz des Bösen, die Negativität und für Misanthropie in jeglicher Form und das ist es für mich auch weiterhin, weshalb ich persönlich solchen gehypten Sachen wie WOLVES IN THE THRONE ROOM nie etwas abgewinnen konnte. Wer es mag soll es halt hören, aber sollte sich auch darüber im Klaren sein, dass hier vielleicht die musikalische Essenz des Black Metal angekratzt wird, die ideologische aber eher in ihr genaues Gegenteil verkehrt wird. Black Metal mag zwar erschaffen können, doch kann dieses Werk niemals auch nur in irgendeiner Hinsicht positiv für den Menschen sein. Auch die Spaß- und Konsumgesellschaft, welche in dem ganzen Kult nicht mehr als bloß Musik sieht, zu der man sich trifft und Biere trinkt, und sich einer Szene zugehörig fühlt, die sie niemals wirklich verstanden hat (mal ganz davon ab, dass eine 'Szene' in meinen Augen per se nicht existent ist), wird hier angeprangert. Dies trifft wohl auch am ehesten auf diese ganzen neu-modischen Hipster zu, doch auch Alteingesessene, die im Black Metal auch nicht mehr viel mehr sehen, als jede Woche Party mit ein paar Freunden und Alkohol zu machen, dürfen sich hier ebenfalls durchaus angesprochen fühlen.

(P.s. in eigener Sache: Wer nach dem lesen dieser Zeilen irgendwie zu der Ansicht gelangt sein sollte, ich wäre ein elitärer Wichtigtuer, dem muss lasse ich seinen glauben. Leute, die mich kennen, werden aber verstehen, was ich hier zum Ausdruck bringen wollte.)

So viel nun zum ideologischen Hintergrund. Dass GEVLERKT dann mit ihrer Musik auch nicht unbedingt Experimente eingehen, dürfte wohl mehr als deutlich geworden sein. Die beiden Herren, die auch beide u.a. bei WEDERGANGER aktiv sind (dass diese Band bei Ván veröffentlicht, führt den oben aufgeführten Text eigentlich auch ad absurdum meiner Meinung nach), setzen hier auf einen räudigen Old School Black Metal, der auch ein paar stimmungsvolle Samples und Dark Ambient-Passagen enthält - ganz im Stil der seligen 90er. Allein schon der Beginn mit dem etwas ranzigen Ambient-Intro macht schon deutlich, wohin die Reise geht, wenn dann auch die ersten Klänge von "Het boze oog" erklingen, wird man gewahr: die Musik von GEVLERKT lässt den Worten Taten folgen, zeigt sich roh, ungeschliffen und primitiv, lässt aber auch ein Gespür für grimmige Rhythmen erkennen. GEVLERKT speihen dem Hörer ihren Hass unvermittelt und kompromisslos hart entgegen und das weiß auf Anhieb zu gefallen. "Klauwen, snavel en hoorns" beginnt dann mit einer rhythmischen Gitarre und recht rotzig-rockig, wandelt sich dann aber auch dank seines dezenten Keyboard-Einsatzes zu einer wahren Black Metal-Hymne (muss ich hier wirklich noch alte GRAVELAND als Vergleich anführen?), die Tod und Pest in sich birgt. Die Dunkelheit altertümlicher Grüfte und der Gestank verrotteter Knochen steigt einem hier förmlich in die Nase. "Zwavelhart" dagegen entpuppt sich als ein kurzer räudiger Beitrag, der sich ganz der alten niederländischen Schule verschrieben hat. Auch "De Nacht" geht in die Richtung, hält aber noch eine melancholischere Stimmung parat und nimmt beinahe schon eine hypnotische Stimmung an, bis im letzten Teil noch einmal an Fahrt aufgenommen wird. "Gifstekel" erweist sich als Zwischenstück, in welchem sich ein kranker Gesang mit Dark Ambient- und Dungeon Synth-Collagen abwechselt. "Vermolmd" folgt darauf und bietet noch einmal stolzen satanischen  Black Metal. Das abschließende Titel gebende Stück rundet das Album dann noch zur Gänze hin ab, präsentiert sich räudig und trotzdem auf eine kranke Art und Weise erhaben. Die Gitarrenarbeit ist hier noch einmal gesondert hervorzuheben.

Fazit:
Um einmal aus NARGAROTH's "Black Metal ist Krieg" zu zitieren: "Für manche ist Black Metal Spaß. Für manche eine Epoche in ihrem Leben. Für manche aber auch nur Zeitvertreib. Für mich ist es Hass, ist es Kraft. Für mich ist Black Metal Blut." Man mag über jenen Künstler und seine Werke denken, was man möchte, doch trifft er mit den Aussagen in seinem Album direkt ins sprichwörtliche Schwarze. Eine Schwärze, die GEVLERKT mit "De grote sterfte" verinnerlicht zu haben scheinen. Black Metal ist ein Krieg, der zunächst einmal im Geiste stattfindet... auch '...for all evil in man' ist in diesem Sinne mehr als ein bloßer Slogan. Es gibt heutzutage einfach zu viele Kiddies, die 'Black Metal ist Krieg' auf Konzerten und in den Internet-Foren dieser Welt schreien, doch nur selten scheint dies aus Überzeugung heraus und mit wirklichem Verstand zu geschehen. Auch viele Bands halten sich wohl eher oberflächlich mit einer solchen Thematik auf, ohne die Essenz derer zu erfassen, zu begreifen oder nach außen tragen zu können. GEVLERKT sind da anders, und das liegt nicht vornehmlich an ihrem mehr als sympathischen Statement, sondern lässt sich in ihrer Musik regelrecht herauslesen. Das Album erschien bei New Era Productions als Kassette (schwarzes Pro-Tape mit silbernem Druck) in einem Säckchen aus Leichentuch (derer gibt es 100 Exemplare und nur direkt über das Label erhältlich), als LP in purple vinyl (ebenfalls auf 100 Stück limitiert) und als CD im Jewelcase. Die Preise sind, bis auf bei der CD, recht hoch angesetzt, über einen Kauf sollte man hier trotzdem nachdenken. Bestellungen gehen am besten direkt an New Era Productions.

True Evil Black Metal without any compromises! Für Maniacs und Überzeugungstäter!


Darbietungen:
01. Het boze oog
02. Klauwen, snavel en hoorns
03. Zwavelhart
04. De Nacht
05. Gifstekel
06. Vermolmd
07. De grote sterfte

Laufzeit: ca. 37 Minuten




Mittwoch, 22. November 2017

Review: Ökomisanthrop - I Deny (MC, Worship Tapes - 2017)

Aus dem Hause Worship Tapes stammt vorliegende Kassetten-EP. "I Deny" des deutschen Projekts ÖKOMISANTHROP bietet eine recht solide Mixtur aus Underground Black und Death Metal. Dabei handelt es sich bei der Person hinter dem Solo-Projekt keinesfalls um einen Unbekannten. Waheela dürfte dem einen oder anderen vielleicht bereits durch sein anderes alleiniges Projekt SIECHTUM bekannt sein, unter dessen Banner er vor noch nicht einmal so langer Zeit sein letztes Album "...durch die Augen einer gequälten Seele" veröffentlichte (eine Rezension zu diesem Werk lässt sich >>hier<< nachlesen)...




ÖKOMISANTHROP beschreitet musikalisch betrachtet einen etwas anderen Pfad, als Waheela es bei SIECHTUM macht. Während dort nämlich eher gequälte Klänge und eher depressive Grundstimmungen vorherrschen, zeigt man auf "I Deny" von Anfang Zähne. "Black Roots" beginnt stimmig mit einem kurzen Intro-Part, der, genügend Lautstärke natürlich vorausgesetzt, das Zeug dazu besitzt, dem Hörer eine wohlige Gänsehaut zu verpassen. Dann wird aber auch schon gnadenlos nach vorne geprescht und schnell wird klar: hier regiert der klassische Black/Death Metal. Brutal, kompromisslos, keine Gefangenen machend. Waheela versteht aber glücklicher Weise auch etwas von Spannungsbögen und atmosphärischem Aufbau (was er ja auch schon in der Vergangenheit gekonnt unter Beweis stellte) und so verläuft der erste Titel wie auch das gesamte Werk nicht in stupider Raserei, sondern offenbart dem Hörer auch einige morbide Details und Stimmungswechsel, die durch gezielte Tempowechsel erreicht werden. So hat das erste Stück Referenzen an alte MORBID ANGEL, während gerade "May I Rot In The Woods" in musikalischer Hinsicht klar auf alte MAYHEM oder MORBID (Rest in Pieces DEAD!) Bezug nimmt. Das ist vielleicht nichts Neues oder sonderlich originell und wird gerade die verwöhnte heutige Generation von Black Metal-Kiddies eher nicht hinter dem Ofen hervorlocken, verfehlt seine Wirkung aber nicht. An die von mir erwähnte Sparte von Parasiten richtet sich dieses Werk ohnehin nicht, und wenn ÖKOMISANTHROP für diese überhaupt Worte erübrigen würde, würde er ihnen wohl eher ein schmeichelhaftes "Fuck You All" ins Antlitz kotzen. Doch so wenig diese Musik sich auf eine Szene bezieht, die sich immer mehr gen Mainstream bewegt, so wenig ist sie für eine selbsternannte Elite gemacht. "I Deny" richtet sich, das macht der Titel ja unmissverständlich klar, gegen den Menschen an sich, gegen Weltanschauungen, gegen seine Religionen, seinen materiellen Konsum und entlarvt ihn als das, was er wirklich und letztendlich ist: ein parasitäres Geschwür, welches sich nach und nach, Stück für Stück selbst verzerrt und auf seinem Weg zum Untergang erbarmungslos alles mit sich reißt. Was auch das nächste Stück "Poison The Heavens" belegt, welches mit seinen neun Minuten Spielzeit nicht nur das längste ist, sondern auch einige weitere Details bereit hält. So gibt man sich vom Grundton her sehr Black 'n' Roll mit Death-lastigem Riffing, streut dann auch ein wenig Klargesang mit rein, der eine beinahe beschwörende Stimmung inne hat. Zum Ende hin betritt man dann sogar recht erhabene und beinahe schon als episch zu bezeichnende Ebenen. Der letzte Titel "Ökomisanthrop" präsentiert sich dann noch einmal wunderbar räudig und Hass erfüllt.

Fazit:
Was Waheela hier mit dem Erstling seines neuen Projekts präsentiert ist im Grunde genommen zwar vielleicht nicht gerade neu oder innovativ, dafür aber mehr als ehrlich und authentisch. Man spürt hier einfach, dass da jemand am Werk ist, der nicht nur über seinen Hass auf die Menschen und ihre Gesellschaftsformen singt, sondern diesen auch wirklich fühlt und dass dieser nicht nur aus einer Laune heraus entstand und weil es eben 'Trend' ist, anti zu sein, sondern dass er durchaus fundiert ist und von Überzeugung heraus gebildet wurde. "I deny" spiegelt damit genau das wider, was Waheela mit seinen Stimmungen aussagt und hält damit auch automatisch jedem Hörer einen Spiegel vor - in wie weit hat ein jeder seinen Hass nicht verdient?
Die Kassette ist auf 100 Exemplare limitiert, kommt in der üblichen Qualität mit Underground-Attitüde von Worship Tapes und kann über den Kontakt auf der Heimseite des Labels geordert werden, oder ihr fragt einmal direkt bei Waheela nach, ob er Exemplare hat.

Vielleicht kein perfektes Werk, aber ehrlich in seiner Präsentation und authentisch in seiner Aussage.


Darbietungen:
01. Black Roots
02. May I Rot In The Woods
03. Poison The Heavens
04. Ökomisanthrop

Laufzeit: ca. 27 Minuten



Montag, 20. November 2017

Review: Satanic - Architecture of Chaos (CD, Brutal Records - 2017)

Das aus Québec nicht nur genialer Black Metal kommt, beweisen die Death/Thrash Metaller SATANIC mit ihrem Debüt-Werk eindrucksvoll. Dieses erschien ursprünglich bereits im letzten Jahr in kompletter Eigenregie auf CD im Digipak und als digitale Version. Nun hat sich das brasilianische Label Brutal Records einem Re-Release von "Architecture of Chaos" angenommen und brachte erneut eine sehr limitierte Auflage auf CD heraus.






Fuck... eine Band mit dem Namen SATANIC steht ja eigentlich schon in der Pflicht, mehr als 0815-Gekotze zu fabrizieren. Und bei Luzifer... das tun sie auch! Schon das Gitarrenbrett zu Beginn von "Mephistophelian" macht gleich deutlich, was der geneigten Hörerschaft hier in den nächsten 40 Minuten erwartet: ein brutaler und von Grund auf ehrlicher Mix aus gnadenlos gebolztem Death Metal und old schooligem Thrash Metal. Mit "World of Chaos" bietet man dann auch gleich danach einen kurzen, aber schnellen brutalen Death Metal Overkill - was hier in gut zweieinhalb Minuten geboten wird, ist schon als recht heftig zu bezeichnen, wenn man sich aber auch durchaus Melodie betont gibt, was so ein wenig an die Sachen von DEATH denken lässt. Mit "Processing The Undead" verstärkt sich dieser Eindruck noch einmal, denn gerade die ausführlich eingebauten Gitarrensoli lassen an Arbeiten von Chuck Schuldiner zu Zeiten von DEATH's "Spiritual Healing", "Human" oder "Symbolic" denken. Ein begnadeter Künstler, der mit 34 Jahren leider viel zu früh von uns gegangen ist (im Dezember jährt sich sein Todestag zum bereits 16. Mal, so nebenbei). Aber wieder zurück zu SATANIC. Auch das nächste Stück "Architecture of Apocalypse" steht dem spiel-technisch in nichts nach, beinhaltet sogar noch einige Referenzen an Kombos wie CANNIBAL CORPSE oder SPEARHEAD aus UK. "Armageddon" stellt dann in meinen Augen den Höhepunkt des Albums dar. Ein brachiales Chaos. Ein vertontes Gemälde aus Blut und Gedärmen, Tod, Vernichtung und Krieg. Der Soundtrack zum Untergang der Menschheit, und damit wurde der Nagel wohl voll und ganz im Fleisch versenkt, denn wenn die musikalische Darbietung eines Songs es so gekonnt versteht, den Titel umzusetzen, wurde alles richtig gemacht! Gleiches gilt im Übrigen auch für "Tchernobyl 86" - ein Tod bringendes Manifest des realen (von Menschen geschaffenen) Horrors.

Fazit:
Es ist wirklich selten geworden, dass ich mir reine Death Metal-Werke anhöre, da mir das meiste dann doch eher zu technisch versiert und spielerisch zu verfrickelt ist. Das hat nichts mit meiner Anspruchslosigkeit zu tun, sondern eher damit, weil diese Art Musik für mich keine Substanz hat. Spielerisch ist das dann vielleicht das Non-plus-ultra, aber es hat für mich einfach zu selten wirklich eine Seele. Anders verhält es sich bei SATANIC, die mit ihrer Musik ehrlich authentisch rüberkommen und eine deutliche "Fuck you all!"-Attitüde besitzen. Die Herren beherrschen darüber hinaus auch ihre Instrumente und lassen spielerisch kaum Wünsche offen, zitieren hier und da sogar die Größen der Szene, jedoch nicht im Sinne einer Kopie, sondern eher als Hommage. Death / Thrash Metal wie er sein sollte! Die CD ist auf 50 Stück limitiert und kann unter dem Email-Kontakt von Brutal Records geordert werden, ansonsten gibt es auch die Möglichkeit, das Album über die Bandcamp-Seite von SATANIC zu beziehen.

Authentischer Death Metal-Brecher. Destroy the World and Fuck Off Mankind!


Darbietungen:
01. Mephistophelian
02. World of Chaos
03. Processing The Undead
04. Architecture of Apocalypse
05. Armageddon
06. Systematic Fear
07. Biotech Warfare
08. Tchernobyl 86

Laufzeit: ca. 40 Minuten



Freitag, 17. November 2017

Review: Dirty Grave - Evil Desire (GrimmDistribution / Todestrieb Records - 2017)

Traditionellen Heavy Doom zelebrieren die beiden Mannen von DIRTY GRAVE aus Brasilien. Deren erstes Album, welches auf den Namen "Evil Desire" getauft und ursprünglich bereits in digitaler Form Anfang des Jahres veröffentlicht wurde, ist im letzten Monat durch den Underground-Vertrieb GrimmDistribution (Partner von Satanath Records) aus Belarus in Kooperation mit Todestrieb Records aus UK auf CD veröffentlicht worden. Am Schlagwerk nahm Arthur Assis Platz, scheint aber kein festes Mitglied der Band zu sein - jedenfalls gibt es kein Promo-Foto mit ihm.




DIRTY GRAVE gründeten sich bereits im Jahr 2013, veröffentlichten zeitnah eine erste selbst-betitelte EP, die es bisher jedoch nur in einer digitalen Version gibt. Im nächsten Jahr brachte man dann die Single "Vol. II" heraus. Nun folgt mit "Evil Desire" der erste Langspieler. Das Album präsentiert sich dabei von Anfang an ohne große Schnörkel, sondern kommt direkt zur Sache. Traditioneller, von dichten Rauchschwaden durchzogener, von paranoiden Träumen und drogengeschwängertem Rausch heimgesuchter Heavy / Doom Metal, der seine Einflüsse eindeutig in der Musik von Bands wie SAINT VITUS, den älteren ELECTRIC WIZARD oder BLACK SABBATH hat. Langsam und schleppend, mal etwas wilder, düster und mystisch, manches Mal sehr okkult und auch satanisch. Aber auch persönlich ("Remorse"). Vereinzelt tauchen auch ein paar chorale Gesänge auf, wie bei "Evil Desire" oder auch ein leichter Hauch düsterer Ambient ("Beyond the Door"), genauso wie eingestreute Solo-Passagen, die das allgemeine Geschehen etwas auflockern und auch interessant halten. Der Gesang ist ebenfalls sehr traditionell gehalten und gibt in Passagen gar verschiedene Facetten wider. Eins der Highlights des Albums ist dabei auf jeden Fall das Cover der Blues-Legende WILLIE DIXON, der zu Lebzeiten viele bedeutende Lieder des Genres verfasste und auch selbst mit diversen Künstlern interpretierte. DIRTY GRAVE haben aus dem Song eine einzige Hommage gemacht, denn auch wenn hier deutlich der Doom Rock dominiert, lässt man doch die Wurzeln des Blues erkennen.

Fazit:
Ein Album, welches keiner langen Worte bedarf. "Evil Desire" ist authentischer Old School Heavy Doom Metal, den man entweder mag oder es bleiben lässt. Die puristische Produktion tut ihr übriges dazu, dass das Werk für Genre-Einsteiger auch nicht gerade leicht zu verdauen sein wird, Anhänger der bereits oben genannten Bands werden sich hier aber auf Anhieb heimisch fühlen. Ein Werk zwischen schleppender Melancholie und düsterem Satanskult, welches sich ganz dem alten Weg verschrieben hat und sich auch gezielt an dessen Anhängerschaft richtet. Interessenten aus Deutschland wird hier wohl nicht viel mehr bleiben, als sich direkt an GrimmDistribution oder an Todestrieb Records zu wenden, welche die CD auch gerade im Angebot haben. Das Album selbst kommt im Jewelcase und ist auf 500 Exemplare limitiert. Indes ist mir bisher kein heimischer Mailorder aufgefallen, der die CD führt. Wer exotische Editionen in seiner Sammlung schätzt, kann jedoch auch sein Glück versuchen, um an eine Auflage aus dem Hause Doom Stew Records zu kommen, welche das Album als limitierte CD im Digipak und als Kassette für den amerikanischen Raum veröffentlichten.

Traditonal and Devil Worshipping Heavy Doom Metal. Richtet sich klar an die Puristen und Anhänger des alten Kultes!


Darbietungen:
01. Satan's Wings
02. Until The Day I Die
03. Evil Desire
04. Evil (Is Going On) (WILLIE DIXON Cover)
05. Beyond The Door
06. Remorse
07. You Dead
08. The Black Cloud Comes

Laufzeit: ca. 41 Minuten



Montag, 13. November 2017

Review: Joyless Euphoria - Joyless Euphoria (CD, Anthrazit Records - 2017)

Aus unserem Nachbarland Österreich stammt das Duo JOYLESS EUPHORIA. Die zwei Herren veröffentlichten vor einer Weile ihr erstes unbetiteltes Voll-Album, welches bei dem jungen deutschen Label Anthrazit ein zu Hause fand. Beim Blick auf den Namen, das Logo und das Cover wird man evtl. schon erraten können, was einen hier erwartet. Doch Obacht: wer hier vorschnell urteilt und glaubt, dass es sich hier lediglich um einen weiteren nichtssagenden Vertreter des 0815-DSBM handelt, der irrt gewaltig...




In textlicher Hinsicht nimmt sich das Werk einem durchaus interessanten und intimen Thema an, und tritt schon allein deshalb aus der Masse hervor. Die fünf Lieder widmen sich dem Verlust eines geliebten Menschen durch Selbsttötung. In diesem Fall handelt es sich um eine Tochter, das Album dient dem Vater dazu seine Gedanken nach außen zu tragen und seiner Trauer um den Verlust Ausdruck zu verleihen und zu verarbeiten. Dabei lassen sich die einzelnen Lieder in Kapitel einteilen (ein Interpretationsversuch): "Night Terrors" behandelt die Tat des Kindes, in "Pallbearer" beschreitet der Vater wohl den schwersten Gang seines Lebens, in "Blissful Oblivion" versucht er zu vergessen und flüchtet dabei vor dem Leben, was in "The Valley" gipfelt. Ich nehme stark an, dass es sich hierbei um den langen Weg aus dem Tal der Einsamkeit handelt. In "My Reveries" schließlich hat er den Tod des eigenen Kindes angenommen, weiß aber auch, dass das Leben niemals wieder so sein wird, wie vorher. Das erinnert mich von der emotionalen Kraft und Dichte des Konzepts her an das hoffentlich bald erscheinende nächste Werk aus der Feder von MÉLANCHOLIE SUICIDAIRE, welches sich der Thematik der Sternenkinder annehmen wird. Aber hier geht es schließlich um JOYLESS EUPHORIA. Musikalisch betrachtet bietet man hier einen gelungenen Mix aus melancholischem Post Rock, emotionalem Black Metal, etwas Dark Ambient und Sample-Collagen. Wenn man die Thematik bedenkt machen die Samples im Kontext mit dem Cover sogar ziemlich Sinn und der Hörer mag erahnen, welchen Pfad des Suizids das Mädchen gewählt hat... der Gesang klingt ebenso herausstechend: zum einen bietet er in den Black Metal-Passagen ein authentisches Maß an Wut und gleichzeitiger Verzweiflung, zum anderen lassen sich in vereinzelten Songs wie "Blissful Oblivion" emotionsgeladende Passagen mit Klargesang finden, die von einer tiefen Sehnsucht zeugen und das Gefühl 'vermissen' förmlich spürbar machen. Instrumental gesehen bewegt man sich zuhauf im schnelleren Midtempo, legt aber auch schon einmal regelrechte Gefühlsausbrüche hin, in denen der Frust einfach nur herausgekotzt zu werden scheint, um im nächsten Moment den Hörer durch ein gekonntes Break wieder auf den Boden zu holen. Dabei finden Chöre ebenso ihren Einsatz (etwa "Pallbearer") wie auch herzzerreißende Gitarrensoli (das bereits erwähnte Stück "Blissful Oblivion"). Einige Blackgaze-Momente sind ebenfalls zu verbuchen, wer also auf die Sachen von AMESOEURS, GRAUZEIT und ähnlichen Kombos steht, der wird sich hier nicht nur heimisch fühlen, sondern das Album, wenn einmal gehört, nicht mehr so schnell wieder aus der Anlage hervor holen...

Fazit:
JOYLESS EUPHORIA liefern mit ihrem Debüt-Album mal wirklich ein Werk ab, bei dem es leider wirklich schade ist, dass mir hier keine Texte zu vorlagen. Gerne wäre ich näher auf die Thematik eingegangen. Doch manchmal ist vielleicht weniger eben mehr und so kann sich ein jeder ein eigenes Bild von der emotionalen Kraft machen, die dieses Album versprüht. Auch regt es dazu an, sich mit ihm zu beschäftigen. Wie würde man als Vater auf den (gewollten) Tod seines Kindes reagieren? Wie würde man damit umgehen? JOYLESS EUPHORIA haben hier etwas geschaffen, was sich nicht nur in musikalischer, sondern auch in konzeptioneller Hinsicht weitab vom Durchschnitt bewegt. Großartig, und in meinen Augen definitiv eines der besten Depressive Black Metal-Alben des Jahres! Die CD im Jewelcase gibt es im Mailorder von Anthrazit Records für schlappe 9,- Euronnen und ist jeden Cent wert.

Höchst emotionales Machwerk. Authentisch, manisch und schmerzerfüllt - fernab der Lächerlichkeit von Durchschnitts-DSBM!


Darbietungen:
01. Night Terrors
02. Pallbearer
03. Blissful Oblivion
04. The Valley
05. My Reveries




Review: Ramihrdus - Eternity (CD, Anthrazit Records - 2017)

Aus dem Hause der noch jungen deutschen Tonschmiede Anthrazit Records erschien vor einiger Zeit das Debüt-Album der Ein-Mann-Kapelle RAMIHRDUS aus Amiland. Ramihrdus war ein Kirchenanhänger, der um die Jahre 1076/77 der Ketzerei bezichtigt und in der Gegend von Lambres verbrannt wurde. Ob sich das Projekt allerdings auch auf diese historisch belegte Figur bezieht, vermag ich nicht zu sagen.







Dieses erste Voll-Album stellt gleichzeitig auch das Debüt-Werk von RAMIHRDUS dar. Und es ist wahrlich nicht schlecht, was hier von Allein-Unterhalter Bryce Witt dargeboten wird. Nach einem kurzen Einklang, welcher dem Dark Ambient und auch dem Dungeon Synth zuzurechnen ist, erklingt atmosphärischer und episch erhabener Black Metal, der jedoch auch eine räudige und kalte Seite an sich hat. So weit, so gut, nichts wirklich Neues. "The Ethereal Forest" lässt mich dann zwar schon einmal aufhorchen, jedoch auch nicht so wirklich hinter dem Ofen hervorzulocken. Das liegt auch gar nicht an der Zelebrierung, die klingt in der Tat sehr authentisch, machtvoll und verträumt bis kämpferisch. Es liegt viel eher daran, dass man das dann doch schon alles irgendwie schon einmal gehört hat. Auch "Lake Evendim" mit seinen melancholischen Tastenklängen mutet zunächst so an, als könne er diesen ersten Eindruck nicht revidieren. Und dann auf einmal... ist es um mich geschehen. "Eternity" hat mich in seinen Bann gezogen. Ich schließe die Augen und sehe meinen Geist wandern durch düstere nebelverhangene Wälder und karge Landschaften. Der gediegene Midtempo entfaltet hier seine volle Stärke und lässt die Gedanken gleiten, das kurze Break zur Mitte hin inklusive Ambient-Intermezzo tut sein übriges zur Atmosphäre dazu. Klar, das macht die Angelegenheit jetzt keinen deut innovativer, aber wer hier wirklich noch Innovation von RAMIHRDUS erwartet, hat das Album wohl nicht verstanden, viel mehr macht auch das klassisch mittelalterlich Zwischenspiel "The Parcing Pony" deutlich, dass man hier einer Band lauscht, die es gekonnt versteht, Altbewährtes neu zu interpretieren. Den Höhepunkt findet das Werk dann in Form von "The Crypts of the Frost Storm", wo sich räudige Grimmigkeit mit melancholischer Nostalgie und hymnenhafter Atmosphäre paart. Nicht nur dieses Lied macht deutlich, dass die musikalischen Einflüsse des Protagonisten irgendwo zwischen alten SUMMONING, PAZUZU, alten MORTIIS und XASTHUR liegen müssen. Das Titel gebende Stück beginnt mit ambienten Klängen, steigert sich dann allmählich in einen Midtempo Black Metal mit doomigen Gitarren, bevor nach einem kurzen Break der Schwarzmetall die Szenerie dominiert und für sich einnimmt. Auch hier findet sich das hymnische Keyboard wieder, welches keinesfalls deplatziert, zu aufgesetzt oder dominant wirkt. Mit dem letzten Titel huldigt man noch einmal vornehmlich dem klassischen Dungeon Synth, aber auch dem winterlichen Dark Ambient.

Fazit:
RAMIHRDUS' erstes Album "Eternity" kann sich sehen und hören lassen. Nicht nur, dass es ein beachtliches Debüt-Werk darstellt, sondern es ist auch von einer derart intensiven und in sich stimmigen Atmosphäre durchzogen, wie man sie nur selten antrifft. Klar, einen Innovationspreis wird der gute Herr hiermit sicherlich nicht einfahren, doch dies scheint auch gar nicht die Intention hinter "Eternity" zu sein. Ich für meinen Teil bin dankbar über jedes neue Album, welches mich derart gefangen zu nehmen vermag, wie es sonst nur die vornehmlich älteren und längst vergangenen Werke all jener Bands tun, die heutzutage einfach nur noch Stumpfsinn am laufenden Band produzieren. "Eternity" ist ehrlich in seiner Darbietung und auf eine primitive Weise stolz und erhaben in seiner Machart. Zwecks einer Bestellung wendet euch direkt an Anthrazit Records, welche die CD im Jewelcase für 9,- Euronnen anbieten. Alternativ habt ihr die Möglichkeit, euch die CD auf der Bandcamp-Präsenz anzuhören und kostenlos herunterzuladen - jedoch gehört solch ein Werk in meinen Augen auf jeden Fall unterstützt!

Ein grimmiges Machwerk voll stolzer Erhabenheit und träumerischer Nostalgie. Gerade Anhänger der glorreichen Mitt-90er dürften mit diesem Album mehr als glücklich sein!


Darbietungen:
01. Cold Winds of the Wild
02. The Ethereal Forest
03. Lake Evendim
04. The Prancing Pony
05. The Crypts of the Frost Storm
06. Eternity
07. Closure

Laufzeit: ca. 31 Minuten




Sonntag, 12. November 2017

Review: Slowjoint & Gaia - Split (LP, Virkelighedsfjern / Vinyltrolden / Svensk Psych Aften / AUSI Records / Magisk Stat - 2017)

It's time to get high... die beiden Kapellen SLOW JOINT und GAIA aus Dänemark veröffentlichten Anfang des Monats eine gemeinsame Split und zelebrieren auf dieser eine psychedelische Mixtur aus Sludge, kosmischen Doom-Klängen, Stoner Metal und Psychedelic Rock mit jeder Menge Fuzz und Rauchschwaden. GAIA können bereits zwei Alben und eine Demo seit 2014 vorweisen, SLOWJOINT immerhin ein Voll-Album sowie eine Demo und zwei Singles.






Die ersten beiden Beiträge steuern die drei Mannen von GAIA aus Kopenhagen bei. Mit ihrer erhabenen Mischung aus atmosphärischem Doom in extra slow-motion und von Drogen geschwängertem Stoner wissen die Herren gleich von Anfang an zu überzeugen. "Wound Gratuity" kommt ordentlich schleppend und walzend daher, schwebt gleichzeitig aber auch in überirdischen Sphären, die man in diesem Genre nur selten antrifft. Letzteres ist nicht zuletzt dem Gesang geschuldet, welcher zwar sehr hintergründig aufgenommen zu sein schein, dabei aber den interessanten Effekt aufweist, dass er über allem zu schweben scheint. Das instrumentale Grundgerüst aus dröhnendem Heavy Doom, Stoner und Space Rock-Whatever zeigt sich dabei schlicht und gar etwas primitiv, erhält dadurch aber eine hypnotische und fast schon meditative Wirkung. Da zeigen sich Einflüsse von SAINT VITUS, wie ELECTRIC WIZARD oder auch FUZZ deutlich, aus denen GAIA aber dann letztlich ihr ganz eigenes Süppchen kochen. Das zeigt sich dann auch in ihrem zweiten Song "There is Nothing Left", der zusätzlich gar noch eine ziemlich melancholische Aura aufweist. Wenn der Sänger verzweifelt ins Mikrofon brüllt wird deutlich, dass hier große Emotionen mit im Spiel sind - da ist die Gänsehaut inklusive!

Das Trio SLOWJOINT gibt sich die Ehre, und gleich der Beginn von "Beverage Joe" verspricht bereits, dass es hier ungleich dreckiger und matschiger zur Sache gehen wird. Sludge Stoner Doom Metal ist die Devise. Selbst bezeichnet man seinen Stil mit "Retarded Blues" und erinnert dabei teils recht stark an die ersten MONSTER MAGNET, an MAMMOTH MAMMOTH oder die Stoner Sludge-Pioniere BONGZILLA. Dreckig, hart, kompromisslos und stoned. Die Gesellschaftskritik bekommt man dann noch oben drauf.

Fazit:
Was diese beiden Kapellen, die mir zuvor noch total unbekannt waren, abliefern ist Stoner Doom in Reinkultur. Wenn die beiden dänischen Gruppen auch völlig andere Grundsteine für ihre Musik legen, so haben sie doch beide einen sehr ähnlichen Effekt. GAIA noch erhaben, kosmisch agieren und über allem schweben zu scheinen, so holen SLOWJOINT den Hörer schnell auf den harten Boden der Tatsachen zurück, um ihm ihren Sludge-Sound ins Gesicht zu werfen - um anschließend gemeinsam ordentlich einen durch zuziehen und abzufeiern. Die Split ist auf schwarzes Vinyl gepresst worden und kann über den Kontakt von Virkelighedsfjern bezogen werden. Solltet ihr einmal einen Ausflug nach Dänemark unternehmen, würde sich auch auf jeden Fall ein Besuch im Plattenladen Vinyltrolden lohnen, der die Scheibe mit veröffentlicht hat und der wohl auch ein paar Exemplare hat. Preislich beläuft sich das Ganze auf 120 DKK (etwa 16,- Euronnen).

Bong Worshipping Metal. Nothing for the weak!


Darbietungen:
Gaia:
01. Wound Gratuity
02. There's Nothing Left
Slowjoint:
03. Beverage Joe
04. Low and Slow
05. Politicks

Laufzeit: ca. 41 Minuten




Mittwoch, 1. November 2017

Review: Sombre Croisade - Balancier des âmes (CD, Pest Records - 2017)

Das kleine Label Pest Records aus Rumänien veröffentlichte Ende September das bereits zweite Voll-Album des infernalischen Duos SOMBRE CROISADE aus Frankreich., welche neben den beiden Werken ebenfalls zwei Split-Veröffentlichungen mit SUICIDAL MADNESS aus dem Jahr 2012 und mit AUGURE FUNÈBRE (2013) vorweisen können. Ehrlicher Weise muss ich gestehen, vor der Zusendung des Promo-Materials noch nie von der Band gehört zu haben, von daher stellt ihr aktuelles Werk gleichzeitig auch meinen ersten Kontakt mit ihnen dar.




Die beiden Mannen Malsain und Alrinack zelebrieren wie erwähnt Black Metal, und zwar in der Form der frühen Mitt-90er. Schnelle Riffs, peitschende Drums und doch weit entfernt von schierer Raserei, sondern vielmehr durchzogen von stolzer satanischer Erhabenheit. Dafür sorgen auf "Balancier des âmes" ("Der Seelen Pendel") gekonnt gesponnene Melodieführungen und schwarz-magische Rhythmen, die jedoch nichts an Härte einbüßen. So lassen sich getragene, beinahe epische Midtempo-Passagen ebenso ausmachen wie auch so manche instrumentalen Soli ("Balancier des âmes"), atmosphärische Breaks und akustische Momente ("Don Ténébreux"). Der Gesang präsentiert sich meist grimmig und kämpferisch, wagt aber Ausflüge in eher melancholische und atmosphärische Gefilde, auch werden neben dem typischen Schreigesang auch Growls verwendet oder auch Klargesang (eine wenn auch kurze Passage in "Midiane"). Der letzte Song "Souffles d'ailleurs" stellt dann noch einmal einen sehr atmosphärischen und majestätischen Abschluss dar. Insgesamt eine recht runde Sache.

Fazit:
Gut, die beiden Franzosen präsentieren mit ihrem neuen Album nun wirklich nichts, was man nicht schon zig Mal gehört hätte. Ein Album, welches sich den Transfer des Mid-90ies-Feelings in die Gegenwart auf die Fahne geschrieben hat, wird jedoch auch nicht die Intention haben, Neues schaffen zu wollen. Trotzdem halte ich "Balancier des âmes" für ein durchaus gelungenes Album: zum einen, weil ich die Sachen dieser Zeit einfach mag und mich an diesem typischen Stil nicht satt hören kann - zum anderen, weil SOMBRE CROISADE es tatsächlich schaffen, authentische Stimmungen zu erzeugen. Dem einen oder anderen wird das Werk aber wohl doch eine Spur zu unspektakulär ausgefallen sein, auch habe ich die Befürchtung, dass der Horde bei der schieren Masse an Veröffentlichungen heutzutage kaum die verdiente Aufmerksamkeit zuteil werden dürfte. Das Album wurde durch Pest Records im digitalen Format, sowie auf CD veröffentlicht. Bestellungen gehen direkt an das Label.

Solides Werk im Stile der Mitt-90er - geht eigentlich immer. Wer allerdings mehr erwartet, sollte einen Bogen um "Balancier des âmes" machen.


Darbietungen:
01. Renaissance
02. Balancier des âmes
03. Don ténébreux
04. Midiane
05. Voeux illusoires
06. Souffles d'ailleurs


Laufzeit: ca. 41 Minuten