Montag, 27. Februar 2017

Vorab-Review: Gorthaur - Om Cmapцeв (CD, Wolfmond Production - 2017)

Hier ist es nun... das neue Album der hessischen Horde GORTHAUR. Nachdem es nun nicht einmal so lange her ist, dass ich die Vorab-Preview geschrieben hatte, liegt mir hier nun das kommende Album als Promo vor. Ob es die Erwartungen, die das Vorab-Material aufkommen ließ, auch voll und ganz erfüllen kann, lest ihr nun...









Am Sound hat sich soweit eigentlich kaum mehr etwas verändert. Feine Abstimmungen in der finalen Produktionen scheinen noch einmal erfolgt zu sein, und so klingt einiges nicht mehr nach Rohmaterial und die ganze Angelegenheit erhält den nötigen druckvollen Klang. Konzeptionell gesehen präsentiert sich das Album als ein von Lovecraft-Elementen inspiriertes Werk melodischen und symphonischen Black Metals, der mit viel Bombast und Atmosphäre aufwartet, jedoch auch die nötige Räudigkeit nicht außer Acht lässt - die Vergleiche zu den alten Veröffentlichungen von DIMMU BORGIR oder THORNIUM, die ich schon im vorherigen Preview anstellte, kommen hier sogar noch einmal durch diesen letzten Feinschliff des Klangbildes besser zum tragen. Aus schwarzmetallischer Sicht stellt "Chthulhu Rising" weiterhin den intensivsten Beitrag dar, "The Nameless City" ist weiter der atmosphärisch dichte Opener, der sich in anderer Version ja schon auf der Split mit CZARNOBOG befand. Was mich freut, ist dass man sich im Fall von "Lost in the Remants of a tragic past..." für die lange Fassung entschieden hat. Ein wunderbar episches Stück!

Fazit:
Das fertige Album hält in der Tat alles, was die Vorab-Version versprechen ließ und was man nach dem anhören auch erwarten durfte. GORTHAUR präsentieren sich auf ihrem Album anders als noch auf der Split mit CZARNOBOG, erklingen wesentlich professioneller und symphonischer, dafür aber weniger rau. Erscheint in etwa zwei Wochen als Pro-CDr und ist limitiert auf 100 Exemplare. Ich empfehle einen regelmäßigen Blick in den Mailorder von Wolfmond Production.

Werk zwischen symphonischer Erhabenheit und grimmiger Majestätik. Empfehlenswert!


Darbietungen:
01. The nameless City
02. Горы́ безу́мия
03. The Horror
04. Chthulhu Rising
05. Lost in the Remants of a tragic past
06. II... a Farewell

Laufzeit: ca. 47 Minuten

Sonntag, 26. Februar 2017

Review: Waldseel & Czarnobog & Fognight - Schattengeflecht (CD, Wolfmond Production - 2015)

Der nächste Teil meiner CZARNOBOG-Review-Reihe führt mich nun zu der "Schattengeflecht"-Split aus dem Jahr 2015. Der Hesse bekommt hier Gesellschaft von dem, dem einen oder anderen Leser dieser Seiten bereits bekannten Projekt WALDSEEL aus Niedersachsen und dem Duo FOGNIGHT aus Hamburg, welches mir bis jetzt absolut unbekannt war.








Mit "Ilfrenn" leitet WALDSEEL die Split ein. Unterstützung erhält er dabei von zwei Gastmusikern am Schlagzeug sowie für die Hintergrund-Klangkulisse. Für Zweit genannte zeichnet sich Anxietas von SHARDS OF A LOST WORLD verantwortlich (mit denen WALDSEEL ja später auch noch eine separate Split machen sollte...). Das Liedgut ist wie immer kalt, erzeugt einen wohligen Schauer auf dem Rücken und zeigt sich auch recht atmosphärisch. Ein desolates Gefühl von Einsamkeit und Leere hinterlassend. CZARNOBOG zelebriert mit "Durch schwarzes Hexenmoor" ein recht ungewöhnliches Stück für das Solo-Projekt. Eingeleitet durch sehr atmosphärische und düstere Synth-Klänge geht es über in einen recht hymnischen, aber melancholischen Black Metal, der an alte Tage von CARPATHIAN FOREST erinnert (ich sag' nur "Through chasm, caves and Titan woods"!) oder auch an andere längst verloschene deutsche Schwarzmetall-Projekte wie BELETH (das Solo-Projekt des Sängers von CERBERUS aus Solingen) denken lässt. Auf jeden Fall ungewöhnlich für die Band, die sonst einen eher raueren Stil zelebriert - nichtsdestotrotz aber ein sehr gutes und dichtes Stück, welches sich auch sehr passend zu seinem Titel zeigt. Weiter geht es mit "Vom uralten Hexenbann", welcher von WALDSEEL (Gitarre und Bass) und CZARNOBOG (Schlagwerk und Gesang) zusammen zelebriert wird. Er ist insgesamt etwas rauer und direkter als der letzte Beitrag, weist aber eine ähnliche Grundatmosphäre auf. Prägend ist hier wohl vor allem das Gitarrenspiel in Verbindung mit dem Schlagzeug. Simpel gehalten, aber doch effektiv, wie es nur wenige Kapellen schaffen. Den letzten Song hauen uns die beiden Hamburger von FOGNIGHT um die Ohren. "Erwachen" schimpft er sich und hält gut 14 Minuten andauernde obskure schwarze Tonkunst bereit. Ein 'fröhlicher' Mix aus Drone, Funeral Doom, Dark Ambient und Black Metal. Muss man mögen, ich für meinen Teil finde es ok, hätte aber auch gut drauf verzichten können.

Fazit:
Das wirklich Interessante an dieser Split sind eindeutig die Beiträge von WALDSEEL und CZARNOBOG. FOGNIGHT wirken mit ihrer Sick Art doch eine Spur zu uninspiriert und so dümpelt ihr depressives Allerlei die vollen 14 Minuten einfach so dahin, was eigentlich schade ist, denn daraus hätte man deutlich mehr machen können, wie ja auch schon so manche Kapelle gezeigt hat. Trotzdem stellt "Schattengeflecht" insgesamt betrachtet immer noch eine solide und anschaffenswerte Split dar. Pro-CDr im Jewelcase mit 4-seitigem Beiheft und limitiert auf 100 hand-nummerierte Exemplare. Kann gut sein, dass Wolfmond Production noch Exemplare auf Lager hat, also einfach einmal nachfragen.

Lohenswerte Split mit Schwächen. Für Anhänger der beiden ersten Gruppen aber allemal interessant!


Darbietungen:
Waldseel
01. Ilfrenn
Czarnobog
02. Durch schwarzes Hexenmoor
Waldseel / Czarnobog
03. Vom uralten Hexenbann
Fognight
04. Erwachen

Laufzeit: ca. 38 Minuten

Review: Hellewijt - Dodenwichelaereij (CD, Eigenproduktion - 2017)

Aus den Niederlanden stammt dieses Duo, welches uns mit "Dodenwichelaereij" (was alt-niederländisch ist und so viel wie "Totenbeschwörung" bedeutet) oder auch "Swartekönst", wie der Rücken der Hülle den Titel angibt, ihr erstes Demo präsentiert. In digitaler Form bereits im letzten Jahr erschienen, folgte noch im Dezember letzten Jahres eine CD im Digipak. Das stellt sich auf den ersten Blick als ziemlich professionell heraus: einfaches Digipak mit einem schicken Silberling. Die Arbeiten so manch einer Underground-Schmiede sehen schlampiger aus.






Musikalisch betrachtet wird dann auch schnell deutlich, dass die beiden schwarzen Seelen Diedschader (verantwortlich für die Gitarren und die Komposition) und Terger (Bass, Schlagwerk und Gesang) sich ebenfalls nicht haben lumpen lassen und auch keine Kompromisse eingehen. Die immer noch rohe Produktion wirkt für eine Eigen-Veröffentlichung aus dem Underground schon recht perfekt, lässt aber wie schon erwähnt auch nichts von ihrer dunklen Räudigkeit vermissen und ist daher alles andere als sauber oder über-produziert. Ein wenig erinnert mich das ganze auch an das Debüt-Album "From the Black Ashes" der Italiener NEBRUS - wobei die italienischen Einflüsse hier natürlich nicht vorhanden sind. Doch Titel wie "Bloedwaan" zeigen doch ein paar Parallelen zu dem Duo, da hier ein ähnlicher okkulter Stil zum tragen kommt, der gar ein wenig Doom-Atmosphäre aufkommen lässt. "Duvelsklökske" hat dann aber wieder diesen unbändigen Schwarzmetall inne und bestätigt mir einmal mehr, dass der Underground in den Niederlanden momentan aktiv, vital und stark wie nie zu sein scheint. Der Song selbst präsentiert sich im schnelleren Midtempo und legt auch gerne hier und da noch einen Zahn zu, artet aber nicht in schierer Raserei aus. "Swartekönst" legt da sogar noch einen oben drauf und hier sticht vor allem die hervorragende Arbeit am Schlagzeug heraus, die meist einem Sturm gleichkommt. Das erinnert dann in der Tat schon wieder etwas an schwedische Kapellen Marke SVARTRIT oder KAOS SACRAMENTUM.

Fazit:
Alter Schwede... oder besser gesagt Niederländer: für eine erste Demo-Präsentation legt das Duo HELLEWIJT hier ein mehr als beeindruckendes Werk ab, was sich nicht nur hören lassen kann, sondern auch sehr viel Charme besitzt. Okkulter Black Metal der alten Schule, der allerdings nicht angestaubt wirkt und mit sehr viel Herzblut und Liebe zum Detail zelebriert wird. Atmosphärische Einspieler und rituelle Elemente werten das Ganze zusätzlich noch ein wenig auf und runden ein ohnehin schon starkes "Dodenwichelaereij" noch einmal ab. Gerüchte besagen, dass es wohl bald auch eine Fassung auf Kassette geben soll. Wann und unter welchem Label diese erscheinen wird, weiß ich allerdings zu diesem Zeitpunkt nicht zu sagen. Bis dahin kann die CD direkt über die Band bezogen werden: hellewijt@gmail.com, der Preis beläuft sich auf äußerst faire 5,- Euronnen + P&V.

Niederländischer Schwarzmetall aus dem Untergrund, wie er kaum besser und intensiver sein könnte. Sollte in keiner ernst zunehmenden Sammlung fehlen!


Darbietungen:
01. Wederkerende Vernietiging
02. Bloedwaan
03. Duvelsklökske
04. Swartekönst
05. Dodenwichelaereij

Laufzeit: ca. 29 Minuten

Samstag, 25. Februar 2017

Review: Norman Shores - Norske herra (CD, Ossuaire Records - 2016)

Es wird wieder einmal majestätisch... das französische Projekt NORMAN SHORES veröffentlichte im letzten Jahr ganz klammheimlich das bereits dritte Voll-Album mit Namen "Norske herra" (soviel wie etwa "nordische Herre"), und zeigt sich einmal mehr sehr episch.









Der Nachfolger zu den Werken "Return to the Norman Shores" aus dem Jahr 2012 und "Le Tombeau du Brume" (2015) steht einmal mehr im Zeichen des True Norman Black Metal, wie der Kopf hinter dem Ein-Mann-Phänomen Fog seine Musik selbst tituliert. Dabei beginnt "Norske herra" eher leicht ungewohnt mit einer eher depressiven Note, geht aber alsbald in den gewohnt erhabenen und epischen Stil über, den man seit den Anfangstagen von dieser Band gewohnt ist. So lässt sich dieses Werk auch ohne weiteres mit, im Underground mittlerweile sicherlich bekannteren Horden wie etwa CAVERNE vergleichen, welche ja ebenfalls ein Solo-Projekt aus Frankreich ist und mit dem Debüt "Aux Frontières du Monde" anno 2015 ein zeitloses Meisterwerk geschaffen hatte, wenn das Projekt als solches auch politisch zumindest fragwürdig anmutet. Wie sich das bei dem Projekt aus der Normandie verhält, vermag ich nicht zu sagen, da mir keine Interviews oder sonstige auffälligen Aussagen bekannt sind. Die Texte jedenfalls sind geprägt von lokal-historischen Ereignissen und natürlich auch Patriotismus, was aber nix heißen muss und ja auch durchaus legitim ist bei solch einer schönen Landschaft wie der Normandie. Musikalisch betrachtet bietet man wie erwähnt zwar nichts gänzlich Neues, aber wer seinen Black Metal episch und mit viel Erhabenheit im Stile der genannten CAVERNE oder FALKENBACH mag, der ist hier genau richtig.

Fazit:
Epischer Schwarzmetall, der nichts an Härte einbüßt, in wohliger Melancholie schwelgt und voller Sehnsucht und Nostalgie steckt. Eines der wenigen Werke der heutigen Zeit, die einem vor Augen führen, dass der französische Black Metal alles andere als tot ist. Die CD kommt im Jewelcase und ist auf 500 Exemplare limitiert. Interessenten aus Deutschland wenden sich am besten vertrauensvoll an Sol Records, welche die CD noch im Distro führen müssten.

Ein weiteres Meisterwerk aus Frankreich. Pflichtprogramm!


Darbietungen:
01. Noirceur ultime
02. Les flamboyants
03. Le ver idolatre
04. Le source
05. Morfond
06. Reidi Ulv
07. Norske herra

Laufzeit: ca. 57 Minuten

Donnerstag, 16. Februar 2017

Preview: Gorthaur - Om Cmapцeв (Digitales Album, Eigenproduktion - 2015)

Durch die Rezension zur Split mit CZARNOBOG und diesbezüglichen Recherchen im Netz stieß ich auf diese Pre-Version des hoffentlich bald erscheinenden zweiten Albums der Hessen GORTHAUR. Es handelt sich hier also um keine fertige Fassung des Albums, wobei sich das meiste schon recht gut hören lassen kann.




Zunächst einmal ein paar Fakten zu dem Projekt, welches aktuell aus drei Leuten zu bestehen scheint. Gegründet wurde GORTHAUR im Jahr 2003 und war als Duo unterwegs. Unter dieser Besetzung nahm man im Laufe der Jahre (bis 2014) zwei Demos sowie eine Split mit URUK-HAI aus Österreich auf. 2015 folgte dann die Split-CD "Summoning the Hessian Darkness", welche ebenfalls das Stück "Nameless City" und damit erstmals auch weiblichen Gesang enthielt. Eben jenes Lied leitet auch dieses Werk ein, wurde hier aber noch einmal soundtechnisch überarbeitet wie mir scheint. Die Texte befassen sich hier hauptsächlich mit Dark Fantasy und Horror-Thematik, insbesondere die Literatur von H. P. Lovecraft dürfte die Band inspiriert haben (was man ja auch schon irgendwie an ihrem Logo-Design für "Om Cmapцeв"). So ist es hier auch passender Weise kein reiner Black Metal, der hier erschallt, sondern ein sehr Melodie-betonter Symphonic Dark Metal, der gleichwohl traditionelle Black Metal-Passagen bietet ("Chtulhu Rising"), dann aber auch sehr rockige Züge annimmt ("The Horror") und sogar einen leichten Anflug von Gothic nicht verbergen kann. Theatralische Ausmaße wie CRADLE OF FILTH nimmt die Band aber glücklicher Weise nicht an und kommen in ihrem Stil mit all seiner Spielfreude und der Liebe für's Detail äußerst sympathisch und authentisch rüber. Darüber hinaus lockt die Band auch mit allerlei atmosphärischen und episch zu bezeichnenden Metal-Passagen ("A Farewell", "Lost in the Remants of a Tragic Past" - welcher in einer kurzen und langen Fassung enthalten ist).

Fazit:
Diese Pre-Version macht definitiv Lust und Laune auf auf das hoffentlich baldig erscheinende fertige Album. Wenn dieses dann in seiner Gesamtheit so stark wird, wie diese Vorschau hoffen lässt, steht uns das wohl interessanteste Symphonic Dark Metal-Album aus Deutschland der letzten Jahre bevor. Die Pre-Version steht auf der offiziellen Bandcamp-Seite der Horde zum freien Download bereit.

Lässt definitiv auf ein großartiges fertiges Werk hoffen! Ich bin gespannt...


Darbietungen:
01. The Nameless City
02. Горы́ безу́мия
03. The Horror
04. Chtulhu Rising
05. Lost in the Remants of a Tragic Past (The End)
06. Lost in the Remants of a Tragic Past (long Version)
07. II. A Farewell

Laufzeit: ca. 42 Minuten

Review: Sale Freux - Vindilis (CD, Les Créations Clandestines - 2017)

Der Ausnahme-Musiker Dunkel präsentiert uns mit "Vindilis" das neueste Werk aus der Feder seines alleinigen Projektes SALE FREUX. Der Franzose weicht dabei keinen Deut von seinem bisherigen und eigenwilligen Stil ab. Einmal mehr zelebriert er Klangwelten, die nur in völliger Isolation entstanden sein können und von einer inneren Distanziertheit und einer tiefen Sehnsucht sondergleichen zeugen.







Das heißt im Klartext: es wird wieder äußerst melancholisch. Das Grundgerüst stellt dabei ein kalter Black Metal dar, der mal langsam, dann aber auch mal schnell vorgetragen wird und dabei schon leicht chaotisch wirkt - ein Effekt, der aber durchaus gewollt zu sein scheint, da er sich durch alle bisherigen Veröffentlichungen zieht wie ein roter Faden. Das meiste spielt sich dann aber doch im hymnischen, wenn auch äußerst disharmonischen Midtempo ab. Der Gesang von Herrn Dunkel ist hier einmal mehr das wirklich Markante: hört man seine Stimme, weiß man sofort, dass es sich hier um SALE FREUX handelt. Der Gesang ist zumeist krächzend vorgetragen, was dem Namen der Band mal wieder alle Ehre macht. Hervorstechend ist auch die Tatsache, dass jeder der fünf Lieder, bei denen es sich in einem Fall um eine Gedichte-Rezitation handelt, exakt die selbe Spieldauer von 11 Minuten und 11 Sekunden aufweist.

Fazit:
SALE FREUX versteht es mit seinem neuen Werk erneut zu faszinieren. Der Stil zu den Vorgängern ist zwar ähnlich, doch unterscheiden sich die Veröffentlichungen doch im Detail immer wieder von einander, so dass es einem als Anhänger des Projekts nie wirklich langweilig wird. Die CD im Jewelcase kommt mit einem umfangreichen 24 Seiten dicken Beiheft und kann im Online-Shop von France d'Oil Productions bestellt werden.

Harsh & Melancholic French Black Metal. Support it or kill yourself!


Darbietungen:
01. Vindilis (le chant du Ponant)
02. A flanc de cormorans
03. Thrène
04. Le rêve armoricain
05. J'ai foutu Sale Freux en l'air

Laufzeit: ca. 55 Minuten

Review: Runenwacht - Machtergreifung (CD, Northern Fog Records - 2017)

Die deutsche Horde RUNENWACHT meldet sich im Jahr 2017 auch endlich zurück mit ihrem brandneuen dritten Album "Machtergreifung". Hier ist der Titel definitiv Programm, denn es handelt sich hier um nicht mehr als das bisher mächtigste Werk der deutschen Recken, welches in verschiedenen Varianten unter dem Banner der Schmiede Northern Fog Records aus Thüringen veröffentlicht wurde. Zu den verschiedenen Veröffentlichungsformen später mehr...






Zur Aufmachung:
Dieser Rezension liegt die auf lediglich 20 Stück limitierte Holzbox-Edition des Albums zu Grunde. Neben der CD und dem 12-seitigen Beiheft, welches neben Illustrationen der Band-Mitglieder und diversen anderen, die meist sogar zu den Texten passend gewählt sind, auch alle Texte des Albums enthält. Des weiteren bietet die Box eine doppelseitige Einlegekarte mit der Titelliste und einem Bandfoto auf der Rückseite, einen Sticker, einen Anstecker, einen Aufnäher mit Algiz-Rune und ein ausfaltbares Zertifikat mit der Limitierungs-Nummer sowie mit einem Wachssiegel, und anderen Flecken (Blut?), angeflemmt scheint es auch zu sein. Die Box selbst hat in etwa die Größe einer kleinen Zigarren-Kiste und ist an der Oberseite mit dem Emblem der Horde sowie dem Zeichen (erinnert an ein umgedrehtes Kreuz in Verbindung verschiedener heidnischer Symbole), welches sich wiederkehrend im Album finden lässt, verziert, bzw. beklebt.

Zur Musik:
Auch für "Machtergreifung" gilt: es ist primitiv, provokant und rotzig ohne Ende. Musik, die der Gesellschaft und der modernen Welt, inklusive der neu-modischen Black Metal-Gemeinde voll Verachtung ins Antlitz kotzt. Dabei stellt sich das Album auch als recht erhaben heraus, der zu verspürende leichte Pagan Metal-Einschlag des Vorgängers "Des Goden Werk" ist hier noch einmal mehr präsent - aber vom Grundgerüst ist RUNENWACHT hier wieder ein sehr traditionelles Album deutschen Schwarzmetalls gelungen. Das wird auch gleich zu Beginn der CD klar, wenn der Titelsong erklingt: sägende Gitarren, hämmerndes Schlagzeug, unheilvolle Rhythmen und unschöne Melodien. Die Musik orientiert sich wie schon erwähnt an der traditionellen deutschen Schule. ABSURD kann man ebenso als Inspirationsquelle heraushören, wie auch NARGAROTH oder SILBERBACH. Doch nicht nur musikalisch haben genannte Kombos wohl Pate gestanden, auch so mancher Text (die im übrigen alle in abgedruckter Form im umfangreichen Beiheft zu finden sind) scheint von der meist morbiden Lyrik der genannten inspiriert - ich nenne hier als Beispiel einmal "Nachts als ich von ihr träumte", beim lesen dürfte schnell klar werden, auf welchen Text ich von welcher Gruppe anspielen möchte. Aber neben dem genannten, eher rhythmischen Midtempo-Song, der sich sehr hymnenhaft und okkult präsentiert, gibt es auch wahre Metzeleien wie bei dem folgenden "Dem Tod entgegen". Einen besonderen Stellenwert nimmt dann noch "Was zählt" ein, dessen Text genau meine Gefühle und Gedanken zum Thema 'Black Metal in der heutigen Zeit' widerspiegelt. Dafür gebührt den Mannen eindeutig Respekt, denn nicht jeder hätte sich getraut, so klare Worte zu finden (Aber ist der Ruf erst einmal ruiniert, wa, hehe - Anm.). Die absolute Hymne bildet dann das letzte Lied "Black Metal Germania" - ein wahrer Mitgröller und eine Lobpreisung an den (heidnisch geprägten) Black Metal, ähnlich der völlig unterschätzten Hymne "Of Darkness and Blood We are born" aus der Feder von INQUISITION.

Fazit:
Die RUNENWACHT Horde zelebriert mit "Machtergreifung" ihr bis dato mächtigstes Album. Es geht nicht mehr so rau zu wie noch bei "Support Your Local Underground", sondern mehr in dem erhabenen heidnisch geprägten Schwarzmetall Stil von "Des Goden Werk", was nun aber wirklich nicht negativ ausgelegt werden soll. Und so manche Texte haben eine Aussage inne, die in dieser Form schon längst einmal überfällig war - traurig, dass sich daran nicht viel mehr Bands trauen. Aber heutzutage möchte man ja (auch als Black Metal-Kombo) alles andere als irgendwo anecken - zu groß ist die Gefahr, diffamiert und gleich als Ewig-Gestriger abgestempelt zu werden. Die CD kommt normal in Jewelcase, wahlweise mit oder ohne Anstecker. Die Holzbox ist ausverkauft (zumindest beim Label). Limitiert ist das Album im Ganzen auf 200 Exemplare. Eure Bestellungen könnt ihr an Northern Fog Records oder auch direkt an die Horde entrichten.

Fuck off your morals. Fuck off your politics. This is real Black Metal! Meine Empfehlung: auf jeden Fall unterstützen und kaufen!


Darbietungen:
01. Machtergreifung
02. Meister Urian
03. Gewaltiger Gott
04. Anrufung
05. Nachts als ich von ihr träumte
06. Dem Tod entgegen
07. Was zählt
08. Runenkunst
09. Aufs Rad mit ihm
10. Black Metal Germania

Laufzeit: ca. 46 Minuten

Montag, 13. Februar 2017

Review: Czarnobog & Gorthaur - Summoning the Hessian Darkness (CD, Wolfmond Production - 2016)

Als zweiter Teil meiner Rezensions-Reihe zu den Werken der deutschen Underground-Horde CZARNOBOG habe ich mir die Split-CD mit dem ebenfalls hessischen Schwarzmetall-Krieger GORTHAUR heraus gesucht, die letztes Jahr unter dem Banner von Wolfmond erschienen ist.









Den Anfang macht auch gleich Mûrazôr, der mit seinem Projekt die ersten drei Lieder zelebriert. "Ancient Scrolls of Stardust" geht gleich düster und mystisch zu Werke, zumeist im Midtempo angesiedelt, scheut man sich auch nicht davor, das Tempo zugunsten einer drückenden und doch hymnisch wirkenden Atmosphäre etwas zu drosseln. "Temple of dead Sun" beginnt auch dann beinahe schon so, wie der Vorgänger endete: gedrosseltes Tempo, fast schon ein wenig melancholisch und depressiv. Dies hat allerdings zu keinem Zeitpunkt etwas mit DSBM zu tun, sondern ist mystischer Schwarzmetall durch und durch. Vergleiche zu DYING FULLMOON oder MOONBLOOD sind nicht von der Hand zu weisen und wohl auch voll und ganz so gewollt. Noch eine eher unbekanntere deutsche Underground-Horde kommt mir hier in den Sinn: EWIGES FRISTEN, die leider keine lange Lebensdauer hatten (seit 2014 aber angeblich wieder aktiv sind). "I Summon the Ravens of Lunar Shadows" stellt dann noch einmal einen krönenden Abschluss dieser erhabenen Darbietung dar.

Es folgt die "Introduction" von GORTHAUR, danach geht es dann gleich in die Vollen mit "The Dark Lords Tower", welcher schon einmal vielversprechend beginnt und sich dann schnell in einen hymnischen Black Metal-Song der alten nordischen Schule entwickelt, der noch ein wenig symphonischen Einflüsse wie Chor-Samples bietet, zudem zeigt man sich äußerst melodiebetont und spielfreudig an der Gitarre, was dem Ganzen einen sehr rockigen Anstrich verleiht. Auch wurden beinahe schon unauffällig mehrere an BURZUM erinnernde Riffs in das aber ansonsten recht selbständig klingende Werk eingebaut. Mit "Die Stimmen des einsamen Berges" präsentiert man dem geneigten Hörer ein instrumentales Monument aus Dark Ambient, epischen Sphären und dezentem Black Metal, angereichert mit allerlei Samples. "Nameless City" ist dann auch schon der letzte wirkliche Beitrag und der bietet nach einem kurzen Sample dann noch einmal ein ordentliches Schwarzmetall-Geknüppel, welches sich atmosphärisch irgendwo zwischen finsterem Okkultismus und naturverbundener Epik bewegt. Im letzten Viertel spannt den Spannungsbogen sogar noch einmal etwas an, was die Sache äußerst interessant hält. Es folgt eine kurze "Outroduction", fertig.

Fazit:
Eine durchweg lohnenswerte Split-CD, für alle, die sich für traditionellen, unverfälschten deutschen Schwarzmetall begeistern können und jene, die diese Musik nicht nur konsumieren, sondern sie verinnerlichen, sie spüren und erleben - ihr Herz an ihr verloren und ihre Seele an sie verkauft haben. Kaum zu glauben, dass diese Split aus dem Jahr 2016 stammt, sie könnte gut und gerne aus den Jahren 1994/1995 stammen. Pro-CDr im Jewelcase und limitiert auf 100 hand-nummerierte Exemplare, welche ihr weiterhin im Online-Shop von Wolfmond Production zu einem absolut fairen Kurs von 5,- Euronnen käuflich erwerben könnt.

Traditioneller Schwarzmetall lautet die Devise. Meine Empfehlung!


Darbietungen:
Czarnobog
01. Ancient Scrolls of Stardust
02. Temple of the dead Sun
03. I summon the Ravens of Lunar Shadows
Gorthaur
04. Introduction
05. The Dark Lords Tower
06. Die Stimmen des einsamen Berges (Instrumental)
07. Nameless City
08. Outroduction

Laufzeit: ca. 37 Minuten

Review: Burnt & Astarium & Scolopendra Cingulata - Gnosis of Death (CD, Narcoleptica Productions / NitroAtmosfericum Records - 2016)

Die Split "Gnosis of Death" hält Material von drei Horden bereit, von denen zwei aus Russland und eine aus Kasachstan stammen. Wobei das im Falle von SCOLOPENDRA CINGULATA doch recht unsicher scheint, denn die Band ist seit ein paar Jahren in Russland sesshaft, um ein Album aufzunehmen. Nachdem dieses Unterfangen gemeistert wurde, soll es aber wohl wieder zurück nach Kasachstan gehen. Wie dem auch sei - ist ja irgendwie auch egal.






Das Gemeinschaftswerk leitet das russische Black Metal-Projekt BURNT ein, welches hier sein erstes Tonmaterial vorlegt. Neben einem Intro und einem Outro präsentiert man vier Lieder, die im Mid- bis Uptempo daherkommen und Black Metal-Geknüppel mit etwas atmosphärischen Versatzstücken bieten. Soweit nichts besonderes also. Allerdings aber auch recht solide in Szene gesetzt und daher gut hörbar - wenn man jetzt aber auch nichts bietet, was man nicht schon einmal x-mal gehört hätte, ohne auch nur eine Spur von eigenen Akzenten erkennen zu lassen.

Das Solo-Projekt ASTARIUM um SiN steuert dann die nächsten vier Lieder bei. Es wird gewohnt symphonisch und verspielt. Die Musik steckt wieder voller Melodiebögen und wirkt dadurch stellenweise sogar schon eine Spur zu verfrickelt, vertrackt und zu vollgestopft. Der zweistimmige Gesang kann hier aber wieder recht gut überzeugen. Die Texte sind hier von der Poesie von Edgar Allan Poe inspiriert, was sich auch in Titeln wie "The Conqueror Worm" widerspiegelt.

Die letzten im Bunde sind SCOLOPENDRA CINGULATA, die drei Stücke zum besten geben. Einen kleinen symphonischen Touch hat auch die Musik dieser Horde inne, allerdings liegt hier das Hauptaugenmerk ganz klar auf dem Schwarzmetall der alten nordischen Schule, besser gesagt auf dem Stil der seligen Mitt-90er - aber auch alte deutsche Horden scheinen einen nicht unerheblichen Einfluss auf diese Band gehabt zu haben. Dabei legt man ziemliche Spielfreude an den Tag und gerade die Gitarren hauen gerne mal Soli raus. Das letzte Lied erweist sich als überlanger aber atmosphärischer Dark Ambient-Ausklang.

Fazit:
Alles in allem eine recht ordentliche Split, die aber auch keine Besonderheiten bietet. BURNT machen ihre Sache recht solide, lassen aber die Individualität vollkommen auf der Strecke, ASTARIUM gefällt, allerdings habe ich schon bessere Leistungen von SiN gehört und somit stellt sich ASTARIUM leider auch als die schwächste Band auf dieser Split heraus. SCOLOPENDRA CINGULATA dagegen sind die absoluten Gewinner dieses Tonträgers und eigentlich auch der einzige wahre Grund, sich dieses Werk zuzulegen. Die CD kommt im Jewelcase mit 4-seitigem Beiheft und ist auf 500 Exemplare limitiert (nicht durchnummeriert). Interessenten wenden sich am besten gleich an den Bandcamp-Shop von Narcoleptica Productions.

Insgesamt leider nur durchschnittliche Split. Einen Kauf kann man aber alleine wegen SCOLOPENDRA CINGULATA zumindest erwägen.


Darbietungen:
Burnt
01. Beginning of the End (Intro)
02. Dead People
03. Glowing Silence
04. Suicide
05. The End of all Things (Outro)
Astarium
06. Mystic Genesis
07. Spirits of the Dead
08. Nether Lair
09. The Conqueror Worm
Scolopendra Cingulata
10. Ogon' Inkvizitsii
11. Rassvet
12. ...

Laufzeit: ca. 53 Minuten

Review: Suicide Forest & Nebeltod - To take one's Life (CD, Wolfmond Production - 2017)

Neues gibt es aus dem Hause Wolfmond Production zu vermelden. Das deutsche Label veröffentlichte unlängst diese Split zwischen den beiden DSBM-Projekten SUICIDE FOREST aus Japan und den Deutschen NEBELTOD. Denn ma' los...








Den Anfang macht das japanische Projekt SUICIDE FOREST, bei dem es sich wohl um eine Ein-Mann-Angelegenheit zu handeln scheint - zumindest spricht einiges dafür und alles hat einen digital überarbeiteten Klang (ist das ein richtiges Schlagzeug? Stellenweise nehme ich es sogar an, dass es live eingespielt ist...). Das klingt einerseits jetzt zwar äußerst negativ, stellt sich im Nachhinein aber lediglich als halb so schlimm dar.  Sprich: ich habe schon bedeutend schlechtere Sachen gehört. Der ziemlich chaotisch wirkende Suizid Black Metal präsentiert sich erfreulicher Weise nicht in einem slow-motion-Gewand, sondern bietet vielmehr Midtempo, vermengt mit Einflüssen aus dem Dark Ambient, dem Noise, Thrash und Punk. Ein wenig experimentell ist es also durchaus, und da muss man auch definitiv den Sinn für haben. Selten hat die Umschreibung "sick music for sick people" besser gepasst. Nach zwei Liedern ist dann aber auch schon Schluss.

NEBELTOD, bei denen es sich meiner Information nach um ein Solo-Projekt handelt, steuern die letzten drei Songs bei. "Falkenruf" beginnt ambient, mit Naturgeräuschen unterlegt und, natürlich, dem Ruf eines Falken, ein Sample, welches sich durch die gesamte Länge des Liedes zieht und immer mal wieder auftaucht. Musikalisch wird hier allerdings nicht so wirklich viel geboten. Das Schlagzeug klingt in weiten Teilen sehr abgehackt, die Gitarre beschränkt sich auf zwei Riffs und der Gesang ist mal wirklich sehr unverständlich, aber überraschend wohltuend weit entfernt vom DSBM-Einheitsbrei. Mit "Hasserfüllt" vermag man sich sogar noch etwas zu steigern, nicht nur was die Geschwindigkeit angeht. Instrumental gesehen passiert hier zwar auch nicht mehr viel mehr, aber die insgesamt etwas schnellere Gangart steht der Band allgemein besser zu Gesicht. Das letzte Lied ist ein reines Instrumental-Stück aus Dark Ambient- und Black Metal-Versatzstücken. Das ist gar nicht einmal schlecht, sogar wirklich solide zelebriert und hat einen leicht hymnischen Charakter. In dem Stil sollte man sich immer präsentieren, dann könnte da wirklich was bei rumkommen. Auch der fehlende Gesang ist hier doch eher als ein positiver Aspekt zu betrachten. Gelungen und passend finde ich auch das abschließende Sample aus dem Film "The Grey" mit Liam Neeson. Genialer Film, genialer Schauspieler.

Fazit:
Vielleicht liest sich die Rezension jetzt insgesamt schlechter, als das hier vorliegende Werk tatsächlich ist. Man sollte jedoch auch keine allzu große Erwartungen an diese Split haben. Der Japan macht seine Sache ganz ok, wenn es auch nicht so wirklich meinen Geschmack trifft. NEBELTOD dagegen hat mich in positiver Hinsicht überrascht - fährt man zwar einen ähnlichen Stil wie bspw. SYNDROM EINSAMKEIT auf, so klingt man doch nicht so jämmerlich besch...eiden wie eben jene Landsleute. Das macht die Angelegenheit zwar noch nicht zu einem wirklichen Überflieger, aber immerhin kann man sich das noch gut anhören. Der letzte Song ist darüber hinaus sogar noch einmal besonders hervorstechend. Die Split kommt als Pro-CDr im Jewelcase und ist limitiert 50 Stück.

Sick Musick for Sick People!


Darbietungen:
Suicide Forest
01. To Isegami
02. Possession
Nebeltod
03. Falkenruf
04. Hasserfüllt
05. Leb und stirb heute Nacht (Instrumental)

Laufzeit: ca. 31 Minuten

Sonntag, 12. Februar 2017

Review: Blood Tyrant & Warden - Duvonde Skerfe (MC, The Shadow Kingdom - 2017)

Aus den Untiefen des Schattenreiches des niederländischen Undergrounds erhebt sich erneut ein neues Release aus dem Hause The Shadow Kingdom. Es handelt sich dieses Mal um eine Split der beiden Horden BLOOD TYRANT, die ja erst Ende letzten Jahres mit ihrem Debüt-Album für Furore sorgten (eine Besprechung zu dem Werk lässt sich >>hier<< finden), und dem Dark Ambient / Dungeon Synth-Projekt WARDEN, welches bereits für die musikalische Untermalung des Kurzfilmes "Visions of the Shadow Kingdom" verantwortlich zeichnete.






Den Anfang der Kassette machen BLOOD TYRANT, die hier in gewohnt räudiger Manier zu Werke gehen, und sich sogar noch eine Spur schrammeliger präsentieren. Die vier zelebrierten Lieder, die allesamt ohne Titel daherkommen, scheinen direkt in den dunklen Katakomben der Proberaum-Hölle eingespielt worden zu sein und auch nicht noch einmal nachbearbeitet worden zu sein in ihrem Sound-Gewand. Authentisch, ehrlich, düster und, verdammt noch eins, sehr true (auch wenn ich diesen Begriff äußerst ungern verwende, da er mir doch einfach zu Klischee beladen anmutet). Für manche wird das hier wohl nur substanzloser Krach sein, aber denen sei versichert: ihr habt von der wahren Essenz des Schwarzmetall absolut keinen Schimmer. Black Metal muss nicht melodiebetont und erst recht nicht perfekt produziert sein manchmal muss die Musik einfach bluten - und verdammt, dass tut sie bei dieser Horde! Wer sich die Mühe macht, und der Band genau zuhört, wird erkennen, dass es sich hier mitnichten um billige Imitationen eines längst toten Kultes handelt, sondern um zwei Individuen, die von dem, was sie machen überzeugt sind.
WARDEN, ein Projekt aus dem direkten Umfeld des Labels und von BLOOD TYRANT, ob die gleichen Leute auch involviert sind, vermag ich allerdings nicht zu sagen. Zelebriert wird hier ein langer, knapp 14-minütiger Beitrag mystischen Dungeon Synth. Durch und durch düster, wie erwartet bringt er auch nicht sonderlich viel Abwechslung mit sich, und doch nervt das Stück keineswegs, sondern, ganz im Gegenteil, funktioniert prächtig. Nicht ganz so episch wie alte MORTIIS-Sachen, nicht so mittelalterlich wie PAZUZU, eher finster und voller Dunkelheit.

Fazit:
Eine lohnenswerte Split, die sich allerdings auch nicht an jeden wenden dürfte, sondern lediglich eher an eine kleine Schar. Die ziemlich begrenzt erhältliche Kassette ist bei The Shadow Kingdom mittlerweile restlos vergriffen, eine Neuauflage wurde aber bereits angekündigt, da man selbst nicht mit einem solchen Andrang gerechnet habe. Ich empfehle hier einen regelmäßigen Blick auf das Visagenbuch-Profil der Tonschmiede. Den Kurzfilm kann man sich übrigens auf dem offiziellen Youtube-Kanal von TSK anschauen... >>hier<< der direkte Verweis.

Räudiger und ursprünglicher Black Metal trifft hier auf Dungeon Synth der alten Schule. Geheimtipp für alle, die diese Musikformen nicht nur schätzen, sondern auch noch fühlen! Total Support!


Darbietungen:
Blood Tyrant
A-01. Untitled
A-02. Untitled
A-03. Untitled
A-04. Untitled
Warden
B-05. Untitled

Freitag, 10. Februar 2017

Review: Czarnobog - Forn anda Náttúrunnar, Part I: In the Past & Part II: In the Dark (CD, Wolfmond Production - 2015)

Das Label Caligo Arcanum aus Mexiko veröffentlichte anno 2015 eine 2CD-Set des deutschen Ein-Mann-Kommandos CZARNOBOG, hinter welchem sich Mûrazôr verbirgt (bekannt vor allem durch seine Teilnahme in der Band STURMFOLK) und limitierte die ganze Angelegenheit auf gerade einmal 100 Stück. Als Deutscher natürlich schwer dran zu kommen. Deshalb nahm sich noch im gleichen Jahr Wolfmond dem Album an, spaltete es auf zwei separate CDs auf und fertig. Das Ergebnis lässt sich nun in diesem quasi Review-Special nachlesen, welches auch gleichzeitig erster Teil einer mehrteiligen CZARNOBOG-Review-Serie sein wird, da ich die Band wirklich unterstützenswert finde...


Der erste Teil "In the past" umfasst die ursprünglich erste CD des Doppel-Albums. Die Aufmachung ist erst einmal typisch für Wolfmond-Verhältnisse: Pro-CDr im Jewelcase, 4-seitiges Beiheft, einseitig bedrucktes Inlay (die Innenseite des Inlays ist unter das Tray gelegt), im Innenteil des Beiheftes finden sich Informationen zur Aufnahme und zur Intention hinter dem Album, sowie ein Text. Die Aufmachung hebt sich aber insofern von anderen Veröffentlichungen ab, dass alles ziemlich kunstvoll gestaltet ist und einfach zum Stil der Band passt, welcher einen Mix aus räudigem Schwarzmetall und atmosphärischen Pagan Black Metal darstellt. Die ethnischen Wurzeln des Herrn Mûrazôr lassen sich am Bandnamen erkennen, lyrisch beschäftigt man sich auf diesem Werk dann aber eher mit der nord-germanischen Mythologie und der Poesie der Edda. Das ganze wie schon erwähnt einbettet in ein sehr räudiges Pagan Black Metal Gewand, was nicht nur einmal an stolze und erhabene Momente anderer Kult-Bands wie MOONBLOOD oder auch älteren ODAL denken lässt. Melancholie paart sich hier mit nostalgischen Gedanken und einer Glorifizierung der Natur.


Darbietungen:
01. Die Nacht erwacht (Introduction)
02. Sigurdur Fáfnisbani
03. Magna Germania
04. Von der Sehnsucht nach der uralten Zeit
05. Germanischer Hexenwinter
06. Nordmann
07. Im Nebelwald
08. Götterdämmerung

Laufzeit: ca. 69 Minuten




Der zweite Teil des "Forn anda Náttúrunnar"-Rereleases aus dem Hause Wolfmond erschien noch im gleichen Jahr wie der erste Teil, also 2015. Zelebriert wird immer noch eine atmosphärische Mischung aus räudigem Black Metal und Pagan Black Metal... immerhin ist es ja quasi das selbe Album.








So beinhaltet "Part II - In the dark" die komplette zweite CD des ursprünglichen Doppel-Albums. Die Aufmachung ist hier etwas schlichter ausgefallen, als noch bei dem Vorgänger, macht aber nix, da diese Schlichtheit in diesem Falle genau die Atmosphäre des Albums widerspiegelt, denn der zweite Teil erweist sich als etwas düsterer und weniger erhaben als noch "Part I". Das zeigt sich bereits beim überlangen Opener "Af svörtu töfra af galdramaður" (knapp 13 Minuten!), der nicht nur allein wegen des Textes gut und gerne von MOONBLOOD's "Blut & Krieg" Album stammen könnte. Räudig und doch atmosphärisch und voller Stolz wird diese Hass-Zeremonie dargeboten, bis sie schließlich in einem ambienten Ausklang ihr Ende findet. "Im Wahnsinn der Nostalgie" macht seinem Titel dann alle Ehre und erinnert in seiner Darbietung an das Debüt der viel zu kurzlebigen deutschen Horde FORGOTTEN DARKNESS. Generell kann man sagen, dass sich der zweite Teil eine Spur kompromissloser gibt, als sein Vorgänger und weniger auf Pagan denn mehr auf ursprünglichen Black Metal setzt.


Darbietungen:
01. Af svörtu töfra af galdramaður
02. Im Wahnsinn der Nostalgie
03. Spádómur af þeim nornir
04. Pagan Black Metal Storm
05. Forn anda náttúrunnar
06. Tränen der Walküre (Outroduction)

Laufzeit: ca. 52 Minuten


Abschließendes Fazit:
Die beiden Parts zu trennen war vielleicht gar keine schlechte Idee, wenn auch das Gesamtwerk einfach zusammengehört. Die beiden CDs unterscheiden sich aber im Detail doch schon von einander, da sie grundlegend verschiedene Stimmungen einfangen und Atmosphären bieten. Beide Alben kann man sich nach wie vor über den Mailorder von Wolfmond Production sichern. Beide sind limitiert auf jeweils 100 Exemplare und von Hand nummeriert. Deutscher Underground, der jede Unterstützung verdient hat!

Review: Saqra's Cult - Forgotten Rites (LP, Amor Fati Productions - 2017)

Aus Belgien stammt die Horde SAQRA'S CULT, welche nun vor einer Weile endlich ihr Debüt-Album veröffentlicht haben. Ende letzten Jahres machten sie bereits auf dem Odyssey to Blasphemy Vol. II Fest die Bühne unsicher, neben etablierten Gruppen wie HETROERTZEN oder FUNERAL PROCESSION. Aber nicht nur die Bühnenpräsenz haben die Belgier mit den Erstgenannten gemein, auch der Stil ist ein ähnlicher...







So beschäftigt sich dieses Zweigestirn vornehmlich mit dem Kult der alten Incas und besingt längst vergessene Lehren, Weis- und Gottheiten, die in der heutigen Welt und Gesellschaft nichts mehr wert sind. Stilistisch gehen die Mannen dabei keine Experimente ein, sondern liefern astreinen orthodoxen Schwarzmetall ab, der ja inzwischen wieder ziemlich im Kommen ist. Was mich dann auch wieder zu dem Vergleich mit den Schweden kommen lässt. Musikalisch ähnlich einschlagend wie seiner Zeit "Exeltation of Wisdom", stimmgewaltig wie eben jenes Werk und darüber hinaus. Die Produktion ist düster gehalten, aber trotzdem sauber - eine perfekte Mischung aus Dunkelheit und Perfektion, ohne die nötige Härte einzubüßen. Aber genau diese Produktion benötigt ein Werk wie "Forgotten Rites" auch, um all diese Kraft, Hymnenhaftigkeit und Erhabenheit nach außen zu tragen. Der Gesang reicht von fast schon gebrülltem Keifgesang, über gutturalen Growls und unmenschlichen Schreien. Gehobene Black Metal-Kost par excellence, wenn man so will. Auch wirkt jeder Beitrag für sich sehr individuell gehalten und doch ist das Album als Ganzes in sich stimmig. Es gibt sowohl okkulte Hymnen wie "Solemn Sacrifice", etwas langsamere Stücke mit beinahe schon Doom-mäßigen Versatzstücken wie "Mesak", typisch schwarzmetallische Erhabenheit ("Ayawayra") und obskure Momente, die sich durch das gesamte Werk ziehen wie ein roter Faden.

Fazit:
Ohne Umschweife lässt sich hier sagen, dass der Horde SAQRA'S CULT hier ein mehr als ordentliches Debüt-Werk geglückt ist. Es lässt noch ein wenig an wirklichen Höhepunkten vermissen, doch das ist jammern auf höchstem Niveau. "Forgotten Rites" ist ein in sich stimmiges Album, welches sehr viel Abwechslung, wenn auch nicht gänzlich Neues bietet. Erhältlich ist das Machwerk auf Vinyl über den Online-Shop von Amor Fati Productions, wahlweise in gold (die ersten 100 Stück) oder in schwarz (400 Exemplare).

Okkulter Schwarzmetall aus Belgien. Nichts wirklich Neues, aber gute Zelebrierung!


Darbietungen:
A-01. Solemn Sacrifice
A-02. Inkarri
A-03. Mesak
B-04. Uku Pacha
B-05. Ayawayra
B-06. Possessed by Illapa

Laufzeit: ca. 40 Minuten

Review: Astarium - Epoch of Tyrants (CD, More Hate Productions - 2016)

Das Solo-Projekt ASTARIUM aus Russland dürfte dem einen oder anderen auf Grund der umfangreichen Diskographie evtl. bereits etwas sagen. Ich selbst kenne die Band von SiN erst seit dem 2015er Werk "Necrocosmo: Nocturnal Kali Yuga". ASTARIUM zelebriert ziemlich symphonischen Black Metal, der zwar grundsätzlich als räudig zu bezeichnen ist, aber sehr viel verspielte Details an den Tag legt. Der Gesang ist mehrstimmig und so kann man schon sagen, dass hier digital schon sehr viel bearbeitet wurde und man die Grenzen eines Solo-Projekts schon auslotet...




Zugegeben: das hat nun nicht unbedingt mehr etwas mit ursprünglichem Black Metal zu tun, dem ich sonst so angetan bin, doch muss man ab und an ja auch einmal über seine eigenen Grenzen hinaus schauen. So sei den Kritikern symphonischer Gangarten auch gleich einmal gesagt, dass es hier weniger theatralisch und Gothic-lastig zur Sache geht, wie etwa bei den in Kreisen ziemlich unbeliebten CRADLE OF FILTH, sondern sich die Musik eher an DIMMU BORGIR's "Enthrone Darkness Triumphant" und "In Times Before the Light" von COVENANT orientiert. Der Gesang tendiert eher in Richtung LIMBONIC ART - durchaus nordisch angehaucht also. Doch klingt die Musik des Russen jetzt nicht bloß nach Klon, sondern kann auch mit einigen selbständigen Details aufwarten. So legt SiN wie bereits in der Einleitung erwähnt, eine große Spielfreude an den Tag, was sich vor allem in der Gitarrenarbeit zeigt, auch gibt es hier und da typisch russisch klingende Einflüsse wie ein Hauch von Folklore. Höhepunkt ist mit Sicherheit der letzte reguläre Song "Of Valour and Sword", der rein instrumentaler Natur ist und dabei eine epische Länge von knapp acht Minuten aufweist. Es folgen noch drei Bonus-Lieder, die verschiedenen vergangenen Werken entnommen wurden, und zumindest "Bloodshed Must Goes On!" vom zweiten Album wie auch "Heroic Saga" vom Demo "Winter Growths (Part II)" (welches laut der Beschreibung im Beiheft reinen Dark Ambient enthielt) wurden sound-technisch überarbeitet und fügen sich nahtlos ins restliche Geschehen ein.

Fazit:
Eines dürfte nach dieser Besprechung mehr als deutlich gemacht worden sein - ASTARIUM ist Musik, die nicht jeden ansprechen wird. Vor allem Puristen dürfte das hier wohl kaum hinter dem Ofen hervorlocken, da für diese in Sachen Symphonic Black Metal wohl bereits alles gesagt sein dürfte. Trotzdem sollte man ASTARIUM eine Chance einräumen, denn die Musik hat im Gegensatz zu vielen anderen Vertretern dieses Genres eines mit Sicherheit zu bieten: Atmosphäre, die nicht unnötig theatralisch wirkt, sondern noch sehr viel von ihren schwarzmetallischen Wurzeln inne hat, und SiN beweist zumindest spielerisches Geschick und Können, was ja auch nicht immer selbstverständlich ist. Die CD bestellt könnt ihr euch gleich über den Kontakt von More Hate Productions sichern, oder auch direkt bei der Band nachfragen, die auch noch ein paar Exemplare haben dürften. Ein deutscher Distro, der "Epoch of Tyrants" führt ist mir indes leider nicht bekannt.

Symphonischer Black Metal mit fast schon poetischen Zügen. Recht interessant und kurzweilig in Szene gesetzt - muss man allerdings mögen.


Darbietungen:
01. Bloody Surf
02. SS (Satanic Squadron)
03. Passion of War
04. Bone Crushers
05. Of Valour and Sword
06. Bloodshed Must Goes On! (Bonus)
07. In Twilight of the Gods (Bonus)
08. Heroic Saga (Bonus)

Laufzeit: ca. 44 Minuten

Review: Malefica - Ancient Burial Mounds (CD, Darker Than Black - 2016)

Letztes Jahr veröffentlichte die zwielichtige Schmiede Darker Than Black Records diese Debüt-EP der deutschen Horde MALEFICA, welche aus drei Leuten besteht, von denen zwei auch bei TODESWEIHE aktiv sind. Hier zelebriert man einen ähnlich räudig Stil, der allerdings auch einige Ausflüge in den Old School Death Metal unternimmt (rein instrumental betrachtet).







Dabei besteht "Ancient Burial Mounds" aus einem einzigen langen Lied, was zusammenhängend vorgetragen wird und sich gerade noch in eine Einleitung, einen Hauptteil und einen Schluss-Part eingrenzen lässt. Das unterscheidet das Werk dann auch von Sachen wie DEVILISH's "Possession", welches zwar ebenfalls nur ein Lied enthielt, dieses sich aber in mehrere Kapitel und Stile unterteilen ließ. Das macht das Debüt von MALEFICA jedoch mitnichten zu einem uninspirierten und uninteressanten Machwerk, ganz im Gegenteil sogar. Versteht es das Trio doch durch den Einsatz von gut platzierten Tempowechseln den Spannungsbogen konstant aufrecht und den geneigten Hörer bei Laune zu halten. So wird hier schwarzmetallisches Gemetzel ebenso geboten wie okkult-lastiger Death/Doom. Der grimmig vorgetragene Gesang kann ebenfalls punkten und versprüht ordentlich Kälte, Arroganz und Verachtung. Der Klang hat etwas Katakomben-mäßiges und passt einfach perfekt ins Gesamtbild des Werkes, welches mit seinem Artwork bereits solche düsteren Klangwelten erwarten lässt. Die letzten paar Minuten sind dann als instrumentaler Ausklang gedacht, die eher verstörender, nicht-metallischer Natur sind.

Fazit:
Alles in allem ein hörenswertes Machwerk, welches uns das Trio Infernale um die Ohren haut. Düsternis, die die schwere Luft alter Tode atmet trifft hier auf schneidende Kälte und menschen-verachtende Arroganz. Mit an deren Worten: alles, was ein Werk des ursprünglichen Schwarzmetall ausmachen sollte. Zu haben gibt es die CD beim Todeshändler. Neben dieser wurden auch zwei Kassetten veröffentlicht: eine von der Band selbst, die lediglich als Promo-Material an Labels und den engsten Kreis ging und die andere wurde unter dem Banner der norwegischen Tonschmiede Obscure Propaganda veröffentlicht, in einer Auflage von gerade einmal 50 Stück.

Cryptic Death/Black Metal. Support!


Darbietungen:
01. Ancient Burial Mounds

Laufzeit: ca. 22 Minuten

Review: Nartvind - Mist (EP, Deviant Records - 2016)

Just im ausgehenden Jahr 2016 erschien unter dem Banner von Deviant Records aus Deutschland dieses Kleinod auf Vinyl. Die bisher letzte veröffentlichte Demo der Belgier Schwarzmetaller Nartvind hört auf den Namen "Mist" und wurde bis dato lediglich auf Kassette ausgewertet, und hat auch sonst mittlerweile gut sieben Jahre auf dem Buckel. Schön, dass es trotzdem nicht in Vergessenheit geraten ist und nun endlich auch auf einem passenden Format vorliegt... da hier lediglich zwei Lieder vorliegen, möchte ich auch besonders auf die Aufmachung und Ausstattung eingehen.




Zur Aufmachung und Ausstattung:
Das Schaffen der deutschen Schmiede verfolge ich nun schon seit geraumer Zeit. Das erste Mal wurde ich wohl bewusst durch die Vinyl-Auswertung des FORNOST-Debüts auf Deviant aufmerksam. Ein gnadenlos unterschätztes und zeitloses Album. Aber das ist eine andere Geschichte... die 7'' EP der Belgier kommt in einer schwarzen Schutzhülle, die von einer einfachen Klapphülle umschlossen ist (Eine PVC-Schutzhülle ist also zwingend erforderlich für die Lagerung - das Ganze wird in der gewohnten wieder-verschließbaren Folien-Hülle geliefert, nebenbei erwähnt!). Vorne das Frontcover, innen die Texte zu beiden Liedern, sowie kurze Infos zur Aufnahme und zur Vinyl-Auflage. Passend dazu liegt im Inneren ein Flyer und ein gefaltetes Poster bei. Die Rückseite ziert das Bandlogo samt Titel der EP und der beiden Songs, sowie das Label-Logo samt Kontaktadressen.

Zur Musik:
Die erste Seite trägt den Namen "Ghoul" und enthält das Stück "Receding Horizon" - Schwarzmetall von räudiger und ursprünglicher Natur, ohne viel Schnickschnack. Einfach und direkt in die Magengrube. Der Einfluss nordischer Krieger der frühen zweiten Welle ist unüberhörbar, was die ganze Angelegenheit zwar nicht gerade zu einem Inbegriff der Innovation macht, jedoch seine Wirkung keineswegs verfehlt: authentischer und kalter Black Metal mit viel Misanthropie, Verachtung und Dunkelheit. Das steht dem Erstlingswerk "Until their Ruin" in nichts nach (das Album kenne ich leider nicht) und gefällt zumindest mir sehr gut.
Seite Nihil hält dann den Song "Cursed Wind of K" bereit, der zunächst einmal nur instrumental daherkommt, bis dann etwa zur Mitte hin der Gesang einsetzt. Dabei erinnert mich das Lied in weiten Teilen sehr an ein deutsches Untergrund-Solo-Projekt, dessen Namen ich hier jetzt aus diversen Gründen nicht nennen werde.

Fazit:
Zusammenfassend gesagt handelt es sich hier vielleicht um kein unbedingtes Must-Have, jedoch allein die Tatsache, dass "Mist" hier zum ersten Mal seit sieben Jahren auf dem ursprünglich vorgesehenen Format vorliegt, sollte zumindest für Sammler und Anhänger der Horde mehr als interessant sein. Die beiden Lieder sind grundsolide Schwarzmetall-Tonkunst: ursprünglich, düster, voller Kälte und kranker Boshaftigkeit - und passt damit genau ins Schema des Labels. Limitiert ist die Platte auf 300 Stück, nicht durchnummeriert. Zwecks einer Bestellung wendet euch am besten gleich an Deviant Records oder Sol Records.

Ursprünglicher Schwarzmetall aus Belgien. Alte Demo im neuen Gewand. Kaufen!


Darbietungen:
SIDE GHOUL - Recending Horizon
SIDE NIHIL - Cursed Wind of K

Laufzeit: ca. 12 Minuten

Donnerstag, 9. Februar 2017

Review: Mournful Winter - Demo (CD, Black Devastation - 2015)

Sein wir einmal ehrlich... Varg Vikernes ist wohl ein Spinner und mittlerweile wirklich in anderen Welten angekommen, doch was die ersten Werke seines Projektes BURZUM, abseits aller politisch motivierten Aktionen und Interpretationen seiner Lyrik, für den Black Metal getan haben, ist wohl unleugbar. Nicht umsonst zollen viele Bands den ersten Platten immer noch Tribut in Form von Coversongs oder Alben, die den Geist dieser Musik atmen - und das sind nicht immer politisch rechtsaußen-Stehende! So auch das deutsche Projekt MOURNFUL WINTER, über deren Demo ich kürzlich mehr durch Zufall gestolpert bin, und welches zu dieser Zeit noch als Ein-Mann-Kapelle aktiv war...


Inzwischen hat sich MOURNFUL WINTER zu einer wirklichen Band entwickelt, die wohl demnächst auch ihr erstes Voll-Album präsentieren wird. Das unbetitelte erste Demo wurde jedoch allein von Tenebros (war u.a. auch auf einer Demo von FRONT BEAST vertreten, sowie Bestandteil des Live-Linups) eingespielt. Dieses Werk bietet im Grunde genommen nichts Neues, und doch ist es emotional betrachtet dermaßen tiefgreifend, dass ich mich in die seligen 90er zurückversetzt fühle. Tenebros versteht es wirklich meisterlich die Musik, gerade der ersten beiden BURZUM-Platten in die heutige Zeit zu transportieren. Hinzufügend setzt er dann hier und da noch eigene Akzente, indem er die Sache sehr spielfreudig angeht und die eher schlicht gehaltenen Songs mit allerlei Gitarrensoli und ausgiebigen Instrumental-Passagen aufwertet. Der Gesang steht dem von Count Grishnakh (the one and only true Varg!) in nichts nach. Er klingt verzweifelt, sehr melancholisch, nostalgisch und trotzdem düster und hasserfüllt. Dass als Zugabe dann noch einmal BURZUM selbst rezitiert wird, ist da eigentlich nur noch als letzte Konsequenz zu deuten. Man hat sich den beliebten Titel "Lost Wisdom" herausgesucht - in meinen Augen hätte manch anderes Lied vom Schlage "Feeble Screams From Forests Unknown" oder "A Lost Forgotten Sad Spirit" mehr zur allgemeinen Atmosphäre dieses Werkes gepasst, aber das ist meine Meinung. Das Nachspiel geht in Ordnung, der Gesang ist hier etwas eigenwillig, da er keine schlichte Kopie des Originals darstellt und die Betonung teilweise anders legt, was, wovon ich jetzt einfach einmal ausgehe, auch so gewollt ist.

Fazit:
Ein sehr emotionales Stück deutschen Schwarzmetalls, der sich ganz der nordischen Schule widmet. MOURNFUL WINTER hat wirklich einen sehr ähnlichen Klang zu den frühen BURZUM, ohne diese jedoch zu stark kopieren zu wollen und tatsächlich noch eigene Akzente in der Musik setzen. Ein Werk, welches einem vielleicht nur einmal im ganzen Leben glückt. Die CD kommt als Pro-CDr im Digipak mit separatem 4-seitigem Beiheft, welches alle Texte sowie Informationen enthält. Ob und auf wie viel die Demo limitiert ist, vermag ich nicht zu sagen. Ergattern könnt ihr das gute Teil auf jeden Fall noch im Distro von Sol Records.

Black Metal in the vein of the good olde days - Total Support!


Darbietungen:
01. Intro
02. Into the Eternal Void
03. Under a Wintermoon
04. Ancient Forest
05. Outro
06. Lost Wisdom (BURZUM Cover)

Laufzeit: ca. 31 Minuten

Review: Cult of Eibon - Fullmoon Invocation (EP, A Fine Day To Die Records - 2016)

Bereits im Februar des vergangenen Jahres erschien hier vorliegende Debüt-EP der Horde CULT OF EIBON aus Griechenland, welches nun auch endlich den Weg zu mir schaffte. Und nicht nur die Aufmachung ist hier Zeugnis von einem ursprünglichen Werk.








Diese ist nämlich schlicht und oldschool gehalten: schwarzes Cover mit roter Schrift. Im Inneren des einfachen Klappcovers befindet sich dann eine Seite mit den Texten (schwarzer Grund, das Siegel von Lilith in rot und der Text in weiß), daneben dann ein paar Infos zur Aufnahme und Besetzung, sowie eine Grußliste und die Kontaktadresse des Labels. Auf der hinteren Außenseite dann zwei Bandfotos der beiden Stammesmitglieder, die Titelliste und die Limitierung, welches sich auf 300 Stück beläuft. Nach dem kurzen Intro geht es dann auch gleich über in einen ziemlich kompromisslosen Black Metal mit reichlich Death-Anleihen, der ganz im Stile von Bands wie alten BEHERIT oder PROCLAMATION gehalten ist, zusätzlich lassen sich hier noch allerlei okkulte Versatzstücke, sowie einige Sample-Einsätze finden, was das Ganze etwas interessanter gestalten. Platte umgedreht und es geht weiter mit dem Titelsong, der etwas rockiger zelebriert wird, und dabei sogar noch eine Spur nach diesem typischen Griechen-Stil klingt. Mit "Breaking The Seal Of Koth" bricht dann das totale Chaos aus und alles wird niedergebolzt. Grandioser Abschluss für ein kompromissloses und straightes Werk.

Fazit:
Das Debüt-Werk der Griechen ist jetzt nicht wirklich Pflichtprogramm, da es dafür doch eine Spur Eigenständigkeit vermissen lässt. Zumindest ist man aber redlich bemüht und in den guten Momenten der drei Songs gelingt es auch, dem Genre seinen eigenen Stempel aufzudrücken. Allerdings sollte man jetzt auch keine zu große Erwartungen an Innovation haben, sondern "Fullmoon Invocation" als das nehmen, was es letztendlich ist: ein grundsolides Machwerk alter Schule und das ohne Kompromisse! Limitiert ist die schwarze 7''er wie bereits erwähnt auf 300 Exemplare, hand-nummeriert. Eine offizielle CD-Version existiert ebenfalls und wurde durch das Label Veins Full of Wrath aus Chile veröffentlicht - diese beinhaltet noch ein zusätzliches Outro. Die EP gibt es noch im Online-Shop von A Fine Day To Die, aber auch diverse deutsche Distros haben das Teil mittlerweile auf ihrer Liste.

Bestialischer Black/Death der alten Schule. Total Goat Worship!


Darbietungen:
A-01. Black Mass Inauguration (Intro)
A-02. The Gate To Dylath Leen
B-03. Fullmoon Invocation
B-04. Breaking The Seal Of Koth

Laufzeit: ca. 15 Minuten

Mittwoch, 1. Februar 2017

Vorab-Review: Infernal Inquisition - Apsv Infra Dominvs (CD, Wolfmond Production - 2017)

Ebenfalls aus Brasilien stammt die Horde INFERNAL INQUISITION, welche demnächst ihre aktuelle EP / MCD "Apsv Infera Dominvs" über das deutsche Label Wolfmond Production veröffentlichen werden (bisher ist dies trotz Ankündigung noch nicht geschehen). Zu der bisherigen Demo sowie dem Album kann ich nichts sagen, da mir die Band vorher kein Begriff war.








Machen wir es also kurz. INFERNAL INQUISITION setzt sich aus fünf Mannen zusammen, die alle weitestgehend in andere Projekte involviert sind, von denen zumindest das Projekt des Gitarristen Averno Tormento dem einen oder anderen Kenner des Labels etwas sagen dürfte, da Wolfmond deren letzte CD ebenfalls veröffentlicht (die Rede ist hier natürlich von DESGRAÇA ETERNA, zu deren Werk "XIII" sich hier auch eine Rezension finden lässt). Nun mit der Musik der genannten Schwarzmetaller hat hier vorliegende Horde allerdings nur wenig gemein. Hier präsentiert man eher eine sehr hymnische wie auch bestialische Variante des chaotischen War Black Metal. Das Ganze ist mit reichlich Death-Metal Momenten unterlegt, was die Sache noch einmal interessanter macht. Gerade die Gitarrenarbeit ist hier hervorzuheben, da sie doch einiges an Melodie und in Verbindung mit dem treibenden Schlagzeug viel an hymnischer Epik in sich birgt. Der Gesang zeigt sich oftmals drei-stimmig, kommt einmal im typischen Black Metal-Gewand daher, um kurz darauf eher Death-lastige Growls zum besten zu geben, zeigt aber auch einen sehr befehlenden und beschwörenden gegrölten Klargesang, wie man ihn eher von Bands aus der Ukraine her kennt. Gerade diese ungewöhnliche Mischung macht aber das Besondere an dieser Veröffentlichung aus, ein besonderer Anspieltipp meiner Seits ist "Mysteria Draconian Ordor". Dieser Song vereint so ziemlich alle Elemente, die dieses Werk ausmachen.

Fazit:
Eine Scheibe aus Brasilien, die aber nur sehr bedingt so klingt und eher deutliche Einflüsse aus dem Bereich Ost-Europa aufweist. Nichts desto trotz lässt sich aber auch der süd-amerikanische Black Metal hier wiederfinden. Die Band versteht ihr Handwerk zumindest und kann mit "Apsv Infera Dominvs" deutlich punkten. Die Pro-CDr kommt im A5-Digipak und ist limitiert auf 333 hand-nummerierte Exemplare. Eine Bestellung ist wie immer am besten gleich an die bekannte Adresse von Wolfmond Production (wolfmond-production.de) zu entrichten.

Glorious Satanic Metal from Brazil. Support!


Darbietungen:
01. APSV INFRA DOMINVS (NAS TREVAS VAZIAS ELE CANTA)
02. SVMMVM FENGARI
03. SACRA SATANICA XANTHOSIS NIXION: LVXCIPHERIAN ECCLESIALES EXORDIUM
04. MYSTERIA DRACONIAN ORDOR: SACRIFICAL PURIFICAÇÃO OFIDIANA

Laufzeit: 18 Minuten

Review: Hag - Mysterium Aurorae (CD, Infernal War Records / Day Of Darkness Records / DFL Productions / Ventos Da Morte Records / Vlad Tepes Records - 2016)

Nachdem ich am gestrigen Tag erst mit OLD THRONE etwas aus dem brasilianischen Underground besprochen habe, folgt nun in Form des letztjährigen Debüt-Werkes der Ein-Mann-Horde HAG aus São Paulo, an dessen Veröffentlichung wohl die halbe Riege des lokalen Undergrounds beteiligt war...









Scherz beiseite. Ist schließlich eine seriöse Rezensions-Seite hier. Nachdem Earl Heronifer bereits 2015 eine Demo mit gleichem Titel veröffentlicht, komponierte er dann schnell noch einmal drei weitere Lieder, um die Demo zu einem Voll-Album aufzuwerten, und fertig war das hier nun vorliegende Werk. Die Aufmachung ist auch gar nicht einmal so unprofessionell. Bei der CD handelt es sich um einen Silberling und auch bei den Covern scheint es sich um Presswerk-Arbeit zu handeln. Immerhin. Was die Musik, und damit den ausschlaggebenden und primären Punkt dieser Besprechung betrifft, so verhält es sich hier eigentlich auch so, dass soweit alles im soliden Bereich liegt. Atmosphärischer Black Metal mit einigem Keyboard-Einsatz, dazu ein paar symphonische Elemente, die das ansonsten eher räudige Geschehen ein wenig auflockern und abwechslungsreicher gestalten. Auch fängt man hier durch verschiedene Spielarten und Tempos auch mehr als eine Stimmungslade ein, was das Ganze noch ein wenig interessanter macht und sowohl für Puristen und Anhänger alter BURZUM, für überzeugte Jünger der Mitt-90er und für depressiver gestimmte Gemüter ala NYKTALGIA und STERBEND etwas bietet. Bleibt zu erwähnen, dass die drei wirklich neuen Lieder nicht nach mal eben so dahin gerotzt klingen, sondern sich teilweise als besser erweisen, als es die regulären Lieder sind.

Fazit:
Für ein wirkliches Highlight ist "Mysterium Aurorae" dann wohl doch eine Spur zu gewöhnlich, was aber nicht heißen soll, dass es sich hier um ein minderwertiges Album handelt. Im Gegenteil besitzt das Werk viele Stärken und bietet Momente wie etwa bei "Urano Sangras (Sob o Signo da Decadência)", die so viele Horden nicht nur aus Süd-Amerika vermissen lassen. Die CD kommt im Jewelcase mit 4-seitigem Beiheft und ist auf 1000 Stück limitiert (nicht durchnummeriert). Bestellen könnt ihr das Teil direkt bei Infernal War Records in Brasilien, was aber sicherlich einige Zeit dauert und auch einiges kosten wird. Interessenten aus Deutschland oder generell der EU empfehle ich daher eine Bestellung bei den Spaniern von A Fine Day To Die Records, die die CD ebenfalls im Shop führen.

Atmosphärischer Ein-Mann-Black Metal aus Brasilien, wie er sein sollte. Kann man sich anschaffen, ist aber in meinen Augen auch kein absolutes Muss.


Darbietungen:
01. Tactum Mortis (A Condição de Existir)
02. Lorde do Antigo Castelo (Príncipe da Escuridão)
03. A Noite Mais Longa e Fria (A Vinda da Escuridão)
04. Viagem Cósmica no Antro Escuro da Existência (Instrumental)
05. Gerado Nas Sombras (A Criação)
06. Urano Sangras (Sob o Signo da Decadência)
07. Pestis (As Raízes da Eternidade)
08. Nostalgia (Outros Tempos)
09. Findar (O Último Pôr do Sol)

Laufzeit: ca. 47 Minuten