Freitag, 31. März 2017

Review: Hateful - Descendants of the Earth (CD, Werewolf Promotion - 2016)

Im letzten Jahr veröffentlichte die polnische Schmiede Werewolf Promotion dieses zweite Voll-Album des Dreiergespanns HATEFUL, welches ebenfalls aus Polen stammt. Inzwischen ist die Horde auch zu einem Solo-Projekt zusammengeschrumpft - wenn man bedenkt, dass in der Vergangenheit auch eine Größe der polnischen NSBM-Szene an der Musik beteiligt war, vielleicht keine allzu schlechte Idee.





HATEFUL zelebriert auf dem zweiten Longplayer "Descendants of the Earth" auch genau das: hasserfüllten, dennoch irgendwie stolzen und erhabenen Black Metal, der alten Schule. So ist der Stil deutlich an die Ursprünge des polnischen Schwarzmetalls angelehnt und zieht gewisse Parallelen zu der Musik alter Horden wie BEHEMOTH, aber auch GRAVELAND und VELES oder neueren Bands wie MGLA oder PLAGA. Dabei scheint es sich bei HATEFUL nun aber um keinen Vertreter des braunen Spektrums zu handeln, sondern eher um eine anti-religiöse und misanthropische Horde. Zumindest lassen die Titel keine direkten Bezüge erkennen. Die Musik bewegt sich wie erwähnt in Sphären, zwischen rauen und ungezügelt wilden Passagen, über erhabene und gar hymnische Momente angesiedelt ist. Das meiste spielt sich im Midtempo ab, wenn es auch hier und da schon einmal eine Spur schneller zugehen darf. Der zugegebenermaßen etwas dumpf aufgenommene Gesang wirkt sehr düster und okkult, manchmal nimmt er auch einen recht rituellen Charakter an. Zum Schluss bietet man mit "Hatred Heritage" noch eine Neuaufnahme eine alten Stücks.

Fazit:
Unter'm Strich ist "Descendants of the Earth" kein wirklich schlechtes Album geworden, hält allerdings auch keinerlei Überraschungen für die geneigte Hörerschaft bereit und ist daher wohl auch nur für all jene empfehlenswert, die von dem typisch polnischen Black Metal nicht genug kriegen können. Bestellungen können direkt an Werewolf Promotion entrichtet werden.

Polish Black Metal for Maniacs only!


Darbietungen:
01. Intro
02. Near The Black Edge
03. Descendants Of The Earth
04. Christians Will Be Slaughtered
05. Today The Sun Won't Shine
06. Since Today Only The Night
07. Death To The Weak Ones Of God And Hope
08. A Knife In The Back
09. Hatred Heritage

Laufzeit: ca. 69 Minuten

Review: Pestheim - Winterstille im Morgengrauen (CD, Eigenproduktion - 2017)

Herr M.H. Frost von PESTHEIM lässt dieses Jahr auch wieder von sich hören. Nach der letztjährigen CD-EP "The Darkness Shall Be Eternal", welche wie der Vorgänger unter dem Banner von Wolfmond Production veröffentlicht wurde, hat sich die Band in Persona Frost dazu entschieden, das aktuelle Album wieder in Eigenregie zu fertigen. Und, was soll man sagen: es sieht prachtvoll aus.





Mit seinem Band-Projekt ist Frost nun bereits annähernd zehn Jahre im Untergrund aktiv. PESTHEIM ging dabei aus der Asche von VALGAR hervor. Der gute Mann treibt sein Unwesen also auch schon wesentlich länger in den Untiefen der 'Szene'. Unter dem Banner seines aktuellen Steckenpferdes (er ist bzw. war nebenbei auch noch in den Projekten OLD SKULL (inzwischen aufgelöst) und MODGUDR involviert, deren Zukunft aber jeweils ungewiss scheint) erschienen bisher vier Voll-Alben (fünf, wenn man einen aus heutiger Sicht nicht mehr nennenswerten Release mitzählt), eine beachtliche Zahl an EPs und Tribut-Alben, eine Demo, sowie ein Video und zwei Best-Ofs. Nun wurde kürzlich das neue Werk "Winterstille im Morgengrauen" veröffentlicht, welches in einem schlichten, aber wirklich schön gestaltetem Digipak daherkommt und neun Lieder, sowie einen Ein- und Ausklang enthält. Was gleich nach dem Intro auffällt: "Winter Dream" erschallt ziemlich räudig aus den Boxen und gibt damit auch schon einmal die Marschrichtung für das gesamte Album vor. Denn im Gegensatz zum direkten Vorgänger "Nocturnal Symphonies" äußert sich der Aspekt des atmosphärischen Schwarzmetalls, wie Frost seinen Stil ja selbst beschreibt, nicht in dem Einsatz überbordender Keyboard-Teppiche, sondern setzt vielmehr auf Minimalismus und Ursprünglichkeit. Wo das letzte Album noch deutliche Parallelen zu den späten Mitt-90er aufwies und auch gerade Einflüsse von Bands wie GEHENNA erkennen lies, wird hier ein Black Metal geboten, der sich eher an die frühen Mitt-90er orientiert und an alte Sachen von CARPATHIAN FOREST oder GORGOROTH denken lässt. Die Instrumente bewegen sich dabei zumeist im schnelleren Midtempo, was dem Ganzen eine sehr hymnische Atmosphäre gibt (das kommt vor allem in solchen Liedern wie "Hymns from the Majestic Nature" zum Ausdruck), genau wie der facettenreiche Gesang, der von gekeiften Hass-Triaden bis zum düsteren Klargesang reicht ("The Spirit of Transylvania"). Was die Musik zusätzlich aufwertet, und was ja sozusagen seit der "In the Mysterious Depths of the Forest" zu einem Markenzeichen der Ein-Mann-Horde geworden ist, ist der Einsatz von Gitarren-Soli, die sehr Heavy Metal und sehr Thrash Metal beeinflusst daherkommen. Ein Aspekt des Albums, der aber nicht zum Erbrechen bei jedem Song ausgereizt wird und auch eher bei den schnelleren Liedern wie dem Titelstück (welches zum Schluss auch ein sehr harmonisches Flötenspiel enthält!) Verwendung findet. Ein paar melancholische bis depressive Ansätze lassen sich zudem auch ausmachen wie bei "The Last Chapter" (hört euch den instrumentalen Teil am Anfang an... Musik, die blutet!). Heidnische Nuancen lassen sich bei "Unseren Ahnen" ausmachen, und auf einen Song ganz im Stile des letzten Albums wurde auch nicht verzichtet. So ist "Auf des Raben Schwingen" eine einzige Hommage an sich selbst und die großen Werke von längst dem Kommerz anheim gefallenen Helden der Glanzzeit des nordischen Schwarzmetalls. Inklusive massig Keyboard-Einsatz, welcher jedoch zu keiner Sekunde aufgesetzt wirkt. Ein interessanter Fakt zum Schluss: aufmerksamen Beobachtern wird nicht entgangen sein, dass die erste Hälfte des Albums in englischer Sprache gehalten ist, während die zweite Hälfte komplett in deutsch verfasst wurde, weshalb es auch einmal eine "Introduction" und einen "Ausklang" gibt. Interessant ist dabei auch, dass der erste wirklich Song des Albums "Winter Dream" gleichzeitig auch das letzte eigentliche Lied der Scheibe ist, dort dann nur mit deutschem Text, was dem Ganzen den Eindruck eines Kreises gibt, der sich mit fortschreitender Spielzeit letztlich schließt und das Werk noch ein wenig runder wirken lässt.

Fazit:
Insgesamt betrachtet ist "Winterstille im Morgengrauen" ein Album, mit welchem man nach "Nocturnal Symphonies" in dieser Art wohl eher nicht gerechnet hat. Aber gerade das macht es interessant und reizvoll. PESTHEIM war auch schon immer ein Projekt, bei dem man sich immer wieder auf Änderungen einstellen musste. Sein es die exzessiven Gitarrensoli auf "In the Mysterious Depths of the Forest", die Keyboards in "Nocturnal Symphonies" oder die Tribute an Bands wie RUNNING WILD... M.H. Frost hat sich nie wirklich lange auf einem Album und dessen Stil ausgeruht, sondern hat seinen Stil immer um kleinere Facetten weiterentwickelt und ausgebaut, was ich an PESTHEIM sehr schätze. Stilistisch ist das aktuelle Werk nun vielleicht eher ein Schritt zurück zu den eigenen Wurzeln und stellt gleichzeitig auch zwei Schritte nach vorne dar, da er eine gewisse Parallele zu MODGUDR zieht, den Ansatz des letzten Albums dabei konsequent weiter verfolgt und immer noch ganz eindeutig ein eigenständiges PESTHEIM Werk ist. Wer also auf gut gemachten und atmosphärisch geprägten deutschen Underground Black Metal steht, sollte sich dieses Album so bald wie möglich zulegen, denn auch wenn die Werke der Band nie sichtbar limitiert waren, so sind die Auflagen doch nie so wirklich groß. Deshalb nicht lange überlegen, sondern sich die Pro-CDr im Digipak gleich bei der Horde bestellen! Alternativ hat Wolfmond Production auch einige wenige Exemplare vorrätig...

Atmospheric German Underground One-Man Black Metal - Empfehlenswert!


Darbietungen:
01. Introduction
02. Winter Dream
03. Hymns from the Majestic Nature
04. The Spirit of Transylvania
05. The Last Chapter
06. In den Tiefen der Wälder
07. Unseren Ahnen
08. Auf des Raben Schwingen
09. Winterstille im Morgengrauen
10. Wintertraum
11. Ausklang

Laufzeit: ca. 43 Minuten

Donnerstag, 23. März 2017

Vorab-Review: Czarnobog - Of Mordovian Occult Blackness (CD, Wolfmond Production - 2017)

Die Ein-Mann-Horde CZARNOBOG aus Hessen meldet sich in absehbarer Zeit nun auch wieder zurück mit dem kommenden Album "Of Mordovian Occult Blackness", welches evtl. noch Ende diesen Monats oder im Laufe des nächsten Monats über Wolfmond veröffentlicht werden wird. Mir liegt es bereits in voller Länge vor und da der Veröffentlichungstermin ja nun nicht mehr in so weiter Ferne liegt, möchte ich allen interessierten Lesern schon einmal einen Eindruck zu dem kommenden Werk vermitteln...





Zunächst einmal sei erwähnt, dass sich CZARNOBOG in musikalischer Hinsicht wieder vermehrt auf die raue und wilde Seite der Musik konzentriert und somit auch direkt den eingeschlagenen Pfad der letzten Demo "Wrath of the Winter Spirits" fortführt, welche sich ja stilistisch auch schon als wesentlich räudiger erwies als noch die Beiträge auf den letzten beiden Splits oder der "Forn anda náttúrunnar" Reihe, die ja eher melodische Aspekte inne hatten. Vielleicht sogar recht passend gewählt, da letzt genannte CDs eher ein Tribut an die nordische Szene darstellte, an die Mythen und Götter der nord-germanischen Antike, während Mûrazôr mit seinem neuen Werk zurück zu seinen Wurzeln kehrt und dem ost-europäischen Schwarzmetall seine Ehrerbietung zeigt und sich auch vornehmlich mit Sagen, der Mythen- und Götterwelt der slawischen Regionen - vor allem der Vampir wird hier thematisiert ("Ancient Fortress of Vampirism" oder "Dead Forest of Strigoi"). Aber auch allgemein Okkultismus und satanischer Glaube. Das Ganze wird wie schon erwähnt von einer sehr räudigen, wilden und ungezügelten instrumentalen Spielweise begleitet, die im ersten Augenblick vielleicht etwas zu brachial und auch uninspiriert erscheinen mag - macht man sich jedoch die Mühe, und beschäftigt sich eingehender mit der Musik auf "Of Mordovian Occult Blackness", so stellt man sehr schnell fest, dass diese Räudigkeit System hat und alles andere als uninspiriertes Gekloppe darstellt. Vielmehr eröffnen sich dem geneigten Hörer bei näherer Betrachtung immer mehr Facetten des Albums und spielerische Details, die sich im durchaus melodischen und rhythmischen Zusammenspiel der Instrumente widerspiegeln. Versteht mich nicht falsch, wirklich hochgestochen melodisch ist das hier nicht, vielmehr hat es den erhabenen Flair von Werken ala MOONBLOOD oder den guten Momente von DROWNING THE LIGHT inne. Hinzu gesellen sich noch ein paar Passagen aus der Dark Ambient und Dungeon Synth-Ecke, die ja auch schon immer ein fester Bestandteil der Musik von CZARNOBOG waren und sich auch hier wieder exzellent in das Gesamtgeschehen einfügen, ohne aufdringlich oder zu dominant zu wirken.

Fazit:
Ein durch und durch düsteres Werk, welches trotz seiner ungezügelten Wildheit und seines rauen Klangbildes nichts an Atmosphäre einbüßt. Diese ist zwar nicht gleich auf den ersten Blick zu erkennen, offenbart sich mit jedem Durchlauf aber ein Stück mehr. "Of Mordovian Occult Blackness" hat ergo die (un)angenehme Eigenschaft, ein Werk zu sein, welches vom Hörer größte Aufmerksamkeit verlangt und beachtet werden will. Wer dazu bereit ist, dem wird hier ein Album voll schwarzer Magie, Erhabenheit und Dunkelheit offenbar, dessen Atmosphäre man sich nur schwerlich entziehen kann. Alle anderen sollten es lieber gleich sein lassen und werden derlei Musik und deren Essenz wohl nie vollends begreifen können. Vorbestellt werden kann die CD zwar noch nicht, ich empfehle daher einen regelmäßigen Blick in den Shop von Wolfmond Production oder auf die offizielle CZARNOBOG-Präsenz auf Visagenbuch.

Räudiger Schwarzmetall mit Seele. Empfehlenswert für alle, die die Musik nicht nur hören, sondern fühlen!


Darbietungen:
01. Over Cold Murky Rivers
02. Ancient Fortress of Vampirism
03. Skull-Crushing Eastern Storm
04. Dead Forest of Strigoi
05. Blood Cult of the Serpent
06. Arcane Witchers Spell
07. Ritual to the Black Serpent
08. Wrath of the Winter Spirits
09. Of Mordovian Occult Blackness
10. Black March of Slavonic Pest
11. Ode to Hexforest

Laufzeit: ca. 59 Minuten

Review: Sarkrista - Summoners of the Serpents Wrath (CD, Purity Through Fire - 2017)

Die schwarze Horde SARKRISTA aus Schleswig-Holstein meldet sich nach zwei Jahren Veröffentlichungspause endlich mit einem neuen Album zurück, und präsentiert somit nach drei Splits und einer EP ihr zweites Langeisen. "Summoners of the Serpents Wrath" lautet der Titel und lässt bereits vermuten, dass es sich wieder um ein sehr okkult angehauchtes Werk handelt.







Dass das neue Voll-Album der Horde aber keine bloße Kopie vergangener Werke, sondern eine konsequente Weiterführung darstellt, wird bereits bei dem mehr als stimmigen und atmosphärisch dichten Intro klar. "The Lurking Giant" geht dann gleich in die Vollen und präsentiert der geneigten Hörerschaft SARKRISTA in Bestform. Schneller, düsterer Schwarzmetall, dessen musikalische Wurzeln tief im Underground Deutschlands und auch Finnlands zu suchen sind. Atmosphärisch, kalt, erhaben. Dabei majestätisch und zeitgleich voller schwarz-magischer Momente. Die Lieder sind meist im schnelleren Midtempo angesiedelt, zielgerichtete Wechsel sorgen aber für die nötige Abwechslung und halten den Spannungsbogen konstant auf hohem Niveau - Langeweile kommt innerhalb der neun Songs und guten 50 Minuten Spielzeit eigentlich nicht auf. Sein übriges gibt auch der Gesang von Revenant dazu, der einen sehr ursprünglichen Charakter aufweist und sich dabei auch sehr facettenreich gibt. Ein Höhepunkt des Albums ist wohl "He, Who Liveth and Reigneth Forevermore", der soviel in instrumentaler als auch in textlicher Hinsicht eine einzige Hymne darstellt, sich Stück für Stück steigert und mit seinem Schluss am Piano nochmals eine größere emotionale Dichte erhält, in der sich Melancholie, Todessehnsucht und absolute Hingabe vereinen. Das ist die pure schwarze Essenz... dem steht der folgende Song "The Sea Pt. 2 (My Cold Grave)" (der erste Teil "Rise of Leviathan" lässt sich auf der "Those Who Preach Perdition"-Split mit UNHUMAN DISEASE finden) in nichts nach. Wahrscheinlich der emotionalste und schwermütigste Beitrag auf diesem Album. Im Gegensatz zu den meisten anderen Liedern, wurde die Geschwindigkeit hier etwas gedrosselt und das ganze bekommt eine eher melancholische und träumerische Note, dazu passend ist das Geschehen mit einem melodischen Piano unterlegt. "Black Devouring Flames" dagegen präsentiert sich aber wieder äußert mystisch, sogar kriegerisch. Bei "Rituals of Flames and Skulls" wird es dann noch einmal mehr mystisch und erhaben und stellt mit seinem instrumentalen Ausklang einen majestätischen Abschluss dar.

Fazit:
Ohne Zweifel: SARKRISTA's zweites Voll-Album "Summoners of the Serpents Wrath" stellt in meinen Augen eines der bisherigen Highlights des noch relativ jungen Jahres dar, gemessen an dem, was bisher sonst so aus dem nationalen Underground an die Oberfläche geschwappt ist. Eine Auswertung auf Vinyl wird wohl nur eine Frage der Zeit sein und ist laut Aussage der Horde auch bereits beschlossene Sache. Ob die LP jedoch auch bei Purity Through Fire erscheinen wird, vermag ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu sagen. Das Album erschien bisher als CD im A5-Digipak in einer Auflage von 100 Stück (bereits ausverkauft) und als CD im normalen Jewelcase. Für alle, die keinen Wert auf einen Tonträger legen, gibt es das Werk auch in digitaler Form auf der offiziellen Bandcamp-Seite der Horde. Bestellungen für die CD gehen entweder direkt an SARKRISTA oder aber an Purity Through Fire.

Edit 13.05.17: Inzwischen hat Purity Through Fire das Album auch auf Vinyl nachgeschoben. Die ersten 100 Exemplare kommen dabei in dunkel-grau, der Rest in schwarz. Neben der Platte enthält das Album noch ein großformatiges beidseitig bedrucktes Blatt mit einem Band-Foto, Infos zur Aufnahme und allen Texten. Als Gastsänger auf dem Album agierten Wrath (DØDSFERD) bei "The Lurking Giant", Hoath Cambion (SACRIFICIUM CARMEN) auf "Rituals of Flames and Skulls" und ADELWOLF (NATTFOG) bei "The Sea pt. II". Bestellungen gehen an die bekannten und oben erwähnten Adressen.

Grandioses, atmosphärisch dichtes Werk zwischen Melancholie und schwarzer Magie. Meine Empfehlung!


Darbietungen:
01. Intro
02. The Lurking Giant
03. The Gathering of Blackest Shadows
04. Summoners of the Serpents Wrath
05. Ascending from the Deep
06. He, Who Liveth and Reigneth Forevermore
07. The Sea Pt. 2 (My Cold Grave)
08. Black Devouring Flames
09. Rituals of Flames and Skulls

Laufzeit: ca. 50 Minuten

Donnerstag, 16. März 2017

Review: Siechtum - ...durch die Augen einer gequälten Seele (CD, Depressive Illusions - 2017)

Den Bruchteil einer Sekunde hatte ich SIECHTUM doch glatt mit SIECHENHEIM verwechselt und war deshalb über die Zusendung der Promo etwas verwundert. Bei der Sichtung des Materials wurde dann aber auch für mich schnell deutlich, dass dieses Solo-Projekt aus Brandenburg nicht wirklich viel mit der genannten räudigen Schwarzmetall-Kapelle aus Niedersachsen gemein hat. Waheela, einzige Person hinter dem Projekt, umschreibt den Stil als Ecocentric Black Metal, was nichts anderes bedeutet, als dass es hier ziemlich räudig, depressiv und manisch zu Werke geht, alles lyrisch vermengt mit dem Gedanken des Ökozentrismus...



Zugegeben: die Idee mutet gerade für Black Metal, um den es vornehmend kriegerisch und anti-religiös zugeht, sehr ungewöhnlich an. Liest man sich jedoch die Leitgedanken im Beiheft durch, so wird man schnell zu der Einsicht gelangen, dass dieses Konzept im Kontext des Albums nicht unbedingt etwas mit Öko-Lifestyle und diesem ganzen "Vegan-Trend" zu tun hat, sondern durch und durch misanthropisch zu verstehen ist. Und genau diese Tatsache bringt das Werk näher an den Kern des Black Metal, als es so manch anderes, viel beachtetes Werk tut. Inhaltlich verfolgt Waheela mit "...durch die Augen einer gequälten Seele" (welches im übrigen das bereits dritte Voll-Album seiner Band seit 2015 darstellt) den Werdegang eines Mastschweins, von der Geburt bis zu seiner Verarbeitung in der Fleischindustrie. Dass die Zustände und Bedingungen alles andere als würdig sind, kennt man ja bereits aus diversen Reportagen, die oftmals wirklich schockierend sind, und nach deren Sichtung man sich doch schon fragen sollte, ob man dieser ganzen "Geiz-ist-geil"-Mentalität weiterhin folgen sollte - vor allem in Hinsicht auf die Lebensmittel-Industrie. Billige Zusatzstoffe, Ersatzstoffe und krankmachendes Zeug findet sich einerseits in diesen ganzen Müll-Produkten - und diese ganzen Tiefstpreis-Kämpfe gehen letztendlich zu Lasten der Tiere, die für unser Wohl tagtäglich ihr Leben lassen müssen. Versteht mich nicht falsch: ich bin weder Vegetarier noch Veganer, noch sympathisiere ich damit, respektiere aber Leute, die tatsächlich nach dieser "Ideologie" leben, ohne einem Trend hinterher zu laufen. Ich bin aber auch nicht jemand, der jeden Tag unbedingt Fleisch braucht und schon gar nicht zu jedem Preis. Auch ich gehe lieber beim regionalen Metzger kaufen als im Discounter. Ob das Tier dort weniger durchgemacht hat, weiß ich natürlich nicht. Mein Gewissen beruhigt es aber.

Man kann dieses Album wohl kaum besprechen, ohne eine derartige Debatte vom Stapel zu reißen, wie mir gerade klar wird. Dabei hatte ich eigentlich versucht, so etwas zu vermeiden. Man kann das ganze natürlich auch metaphorisch betrachten. Die Zombie gleiche Masse Mensch, welche durch die Großkonzerne dieser Welt zur Schlachtbank geführt wird.

Mir ist klar, dass dies wohl nicht im Sinne von Waheela war. Er möchte mit SIECHTUM auf die Qualen von Tieren aufmerksam machen, die im Sinne des Ökozentrismus dem Menschen zumindest ebenbürtig sind, wie auch alles andere aus der Natur. Der Mensch ist das wahre Tier, welches Geschöpfe nur zum Spaß quält und tötet und um seine Gier zu befriedigen. Die Tiere dagegen sind die Träger der wahren innerlichen schwarzen Flamme, durch all ihre Wildheit und ungezügeltem Sein. Deshalb setzt sich SIECHTUM für ihre Rechte ein. Ob irgendein Teil des Erlöses der CD jedoch an eine Tierschutz-Organisation geht, weiß ich leider nicht.

Musikalisch betrachtet zelebriert man einen räudigen Underground, der grob im depressiven und suizidalen Schwarzmetall verwurzelt ist, jedoch auch einige härtere Passagen bietet und gerade beim ersten Lied "Eine grausame Geburt" auch sehr hasserfüllt und verachtend vorgetragen wird. "Trauma" stellt ein Instrumental dar, welches sich schon eher an dem reinen DSBM orientiert. Der nächste Song "Und kein Weg hinaus" schlägt in die gleiche Kerbe wie der Eröffnungstitel, bietet jedoch einige punkige und thrashige Nuancen. "Macht sie euch untertan" geht dann wieder eher Richtung DSBM mit einigen Post-Rock-Einschlägen und erweist sich als längster Beitrag des Albums. Der letzte titelgebende Song bietet dann keine großartigen Überraschungen mehr, wird aber sehr solide dargeboten und hat Dank seines Midtempo-Spiels sogar Züge von ganz alten BURZUM.

Fazit:
Ein Werk, welches für ein Black Metal-Album eine ungewöhnliche Thematik aufweist, die bei eingehenderer Betrachtung jedoch gar nicht mehr so ungewöhnlich anmutet. Musikalisch wird hier auch sehr solide Kost dargeboten. Freunde depressiver Tonkunst, die nicht gekünstelt traurig, sondern eher ehrlich und wütend wirkt, sollten hier auf jeden Fall ein oder zwei Ohren riskieren. Die CD im Jewelcase erschien über das Label Depressive Illusions Records aus der Ukraine und kann auch dort bezogen werden. Interessenten aus Deutschland sollten sich allerdings  direkt an SIECHTUM selbst wenden. Wer zunächst einmal Probe hören möchte, dem sei ein Blick auf das Soundcloud-Profil empfohlen, auf dem man sich "Eine grausame Geburt" und "Und kein Weg hinaus" anhören kann.

Depressives Black Metal-Werk mit ungewöhnlicher, aber wichtiger Thematik. Muss man sich allerdings drauf einlassen können. Für Anhänger der Richtungen DSBM, Raw Black Metal und Post-BM aber durchaus empfehlenswert!


Darbietungen:
01. Eine grausame Geburt
02. Trauma (Instrumental)
03. Und kein Weg hinaus
04. Macht sie euch untertan
05. ...durch die Augen einer gequälten Seele

Laufzeit: ca. 51 Minuten

Samstag, 11. März 2017

Review: Hetroertzen - Uprising of the Fallen (CD, Listenable Records - 2017)

Die Wahl-Schweden HETROERTZEN melden sich nun auch endlich mit ihrem bereits länger angekündigtem neuen Opus zurück. Dieses Kleinod okkult-satanischer Künste hört schlicht und ergreifend auf den Namen "Uprising of the Fallen". Wie es sich mit dem neuen Werk der unheiligen Hohepriester um Deacon D aka Frater D aka Kæffel und Åskväder als einzig verbliebene Gründungsmitglieder verhält, lest ihr nun...







Zunächst eine interessante Tatsache: den Hauptgesang übernimmt hier nicht Deacon D, sondern Anubis aka Sevekh, der ansonsten rein als Mann an der zweiten Gitarre sowie als Hintergrund-Sänger in Erscheinung tritt. Hier tritt jedoch Deacon D in den Hintergrund und steuert mit seiner Stimmgewalt lediglich okkulte Zwischenparts sowie die unvergleichlichen Mark erschütternden Schreie (wie bei "Zealous Procreation"), was ein wenig Atmosphäre alter Tage zurückbringt und so an "The White Priestcraft" denken lässt. Jedoch muss man auch eingestehen, dass die stimmliche Qualität von Anubis nicht an die des eigentlichen Protagonisten heranreicht. Eine Spur zu blass erscheint mir hier alles. Auch hält man sich spielerisch eher im dezenten Hintergrund, wo "Ain Soph Aur" noch regelrechte Ausbrüche wie "Blood Royale", "Spirit Eater", "Tomb and Thirst" oder das eher Genre übergreifende "Piercing the Veil" bot. Musikalisch lässt man natürlich nichts auf sich kommen und so sind das spielerische Können sowie die Klang-Qualität über jeden Zweifel erhaben, doch zu extreme Experimente scheint man nicht mehr so recht eingehen zu wollen. Vieles klingt zu offensiv an "Ain Soph Aur" angelehnt, ohne jedoch das erhabene Flair des Vorgängers zu erreichen. Dieses gewisse Etwas fehlt einfach... ein Extrem, welches die beiden letzten Alben inne hatten und sie zu etwas Besonderem machten. Ob dies der Tatsache geschuldet ist, dass mit Listenable Records nun ein Major-Label im Hintergrund steht? Ich vermag dies nicht wirklich zu beurteilen.

Fazit:
"Uprising of the Fallen" ist zugleich ein Album, was nahtlos an den Vorgänger anknüpft, und doch enttäuscht es, wenn natürlich auch nicht auf ganzer Linie. Ich hatte mir vielleicht aber auch einfach nur wesentlich mehr erhofft von einem Nachfolger der letzten Werke. Das Album enthält nichts Neues und nichts, was man auf dem Vorgänger nicht schon besser gehört hätte. Dass die Band nun bei einem großen Label wie Listenable Records unter Vertrag steht, hinterlässt in der Hinsicht einen zusätzlichen bitteren Nachgeschmack - man muss da nur an INQUISITION denken, die mit ihrem letzten Album wohl eines der schwächsten ihres bisherigen Bestehens ablieferten. Wollen wir hoffen, dass diese Band nicht den gleichen Pfad beschreitet und zu Gunsten von kommerziellem Erfolg den Spirit auf der Strecke lässt... das Album erschien bei Listenable aus Frankreich in verschiedenen Variationen: einmal als stinknormale Jewelcase-CD, im Digipak, im Digipak samt Box mit Flagge, Kette und exklusiver Kassetten-Version, als Vinyl in schwarz, rot und gold mit schwarzem splatter (bereits ausverkauft) - wahlweise gibt es alles im Bundle mit einem T-Shirt. Bestellungen gehen direkt an Listenable Records. Wer keinen Bock hat, im Ausland zu bestellen, kann sich an den Händler seines Vertrauens wenden - dafür dann aber teilweise horrende Aufpreise in Kauf nehmen.

Okkulter Black Metal, der allerdings etwas an wirklicher Innovation vermissen lässt, wie es noch bei den letzten beiden Alben der Band der Fall war.


Darbietungen:
01. Uprising
02. Zealous Procreation
03. The Fallen Star
04. The Path Bearer
05. The Trial
06. Upon the Thresholds
07. Perception of the Unseen
08. Lost and Betrayed

Laufzeit: ca. 50 Minuten

Montag, 6. März 2017

Review: Mørkt Tre - To the Graves of Smoldering Time (CD, Fimbulvinter Productions - 2017)

Aus der Ukraine stammt das Trio MØRKT TRE, welches sich anschickt, ein weiterer vielversprechender Vertreter der Gattung des atmosphärischen Black Metal zu werden. Immerhin, die Aufmachung kann sich schon einmal sehen lassen. Dass es sich bei "To the Graves of Smoldering Time" um das Debüt der Herren handelt, fällt da schon gar nicht mehr so stark ins Gewicht...







im Gegenteil klingt die Musik ziemlich ausgereift für ein erstes Lebenszeichen. Klar, dass man hier aber auch keine wirkliche Innovation erwarten darf. Zelebriert wird hier nämlich typisch ukrainischer Schwarzmetall, was bedeutet, dass er auch gerne mit Pagan Metal und heidnischen Neo-Folk-Elementen unterlegt sein darf, was ja auch erst einmal nicht verwerflich ist. Wo vergleichbare Horden diesen bunten Mix aber oftmals bis zur Schwelle des Erträglichen ausloten, beschränken sich MØRKT TRE meist auf Einspielungen des Dark Ambient, der mal düster, mal episch und auch majestätisch oder kosmisch erklingt. Dazu gesellt sich dann ein recht sauber produzierter Black Metal, der deutliche Viking Metal und gar Rock-Einflüsse aufweist und dabei einen recht modernen Klang besitzt. So schwankt das Werk stetig zwischen atmosphärischer Schönheit und kämpferischen Schlachtenhymnen.

Fazit:
Für eine Band aus dem Underground der Ukraine wahrlich nicht schlecht. Jedoch auch nichts wirklich Besonderes, da es doch auch einfach zu viele Gruppen mit einem ähnlichen Klang gibt. Was ich MØRKT TRE aber zugute halte ist, dass sie auf ausgedehnte traditionelle Folk-Passagen verzichten, dafür aber für meinen Geschmack beim Einsatz von Ambient hier und da etwas über die Stränge schlagen. Wer sich jedoch darauf einlassen kann, der darf sich die die CD gerne beim Label Fimbulvinter Productions bestellen, welches seinen Sitz allerdings in Brasilien hat. Leider ist mir bis dato noch kein deutscher Mailorder bekannt, der die CD führt.

Atmosphärischer Black Metal aus der Ukraine... für Anhänger dieses Genres ein kleiner Geheimtipp!


Darbietungen:
01. Opus I
02. Opus II
03. Opus III
04. Opus IV
05. Opus V
06. Opus VI

Laufzeit: ca. 47 Minuten

Review: Elfsgedroch - Op de beenderen van onze voorvaderen (Digitales Album, Wierdeschimwerken - 2016 / LP, Diaphora Produktion - 2017)

Im März letzten Jahres erfolgte die erste Veröffentlichung des Debüt-Albums der niederländischen Schwarzmetall-Kapelle ELFSGEDROCH, Tage später folgte eine Kassetten-Version, die jedoch nur ziemlich begrenzt in Umlauf gebracht wurde. Nun, knapp ein Jahr später erscheint endlich eine Auflage auf Vinyl. Dieser angenommen hat sich die deutsche Schmiede Diaphora Produktion, die bereits Sachen wie HARAKIRI FOR THE SKY oder KRATER's "Das Relikt des Triumphes" auf Platte veröffentlichte.





Immer wieder erfrischend zu sehen, wenn sich Horden mal nicht nur den luziferischen Lehren widmen, sondern auch mal der Natur und Kultur ihrer Heimat. So kann man es auch bei ELFSGEDROCH beobachten, deren Name allein ja schon von der alt-niederländischen Mythen- und Sagenwelt beeinflusst zu sein scheint. Auch ein Blick auf das Cover verrät einem schon eine gewisse Bandbreite an Themen, die "Op de beenderen van onze voorvaderen" (so viel wie "Auf den Knochen unserer Vorfahren") zum Inhalt hat und dem geneigten Hörer bietet. Musikalisch ist das ganze auch noch in einen sehr passenden Rahmen gepackt, denn hier wird eingängiger Black Metal der alten Schule geboten. Großartige Experimente sollte man nicht erwarten: tut aber auch keiner. Wer allerdings stumpfsinniges Gebolze erwartet, ist hier definitiv verkehrt. ELFSGEDROCH bewegen sich instrumental gesehen auf einem sehr hohen Niveau und zelebrieren einen majestätischen Melodiebogen nach dem anderen, ohne dabei jedoch auf die nötige Härte und Wildheit zu verzichten. So erinnert das ganze schon beinahe an die guten, lichten Schwarzmetall-Momente von BURZUM's "Filosofem", der Gesang ist düster, manchmal schon fast hysterisch schreiend. Gefällt mir persönlich sehr gut. Die Instrumente bewegen sich dabei wie bereits angedeutet vor- und überwiegend im hymnischen Midtempo, schalten aber dann und wann auch gerne einen Gang rauf oder drosseln das Tempo in passenden Momenten. Von ihren Arrangements und wie sie ihre Songs möglichst atmosphärisch und spannend in Szene setzen versteht die Band also definitiv etwas. So ist "Op de beenderen van onze voorvaderen" vom ersten monumentalen Riffing in "Gieselbaarg" bis zum abschließenden fast schon hymnenhaften und Beinahe-Instrumental "Veengrondse Gesel" ein erstklassiges, durchdachtes und durch und durch stimmiges Album geworden.

Fazit:
Da bleibt einem doch fast schon die Luft zum atmen weg... immer wenn man denkt, man hat schon so ziemlich alles gehört, kommt da unverhofft so eine unbekannte Kapelle wie ELFSGEDROCH mit ihrem Debüt um die Ecke und man kommt als Hörer nicht mehr aus dem Staunen heraus. "Op de beenderen van onze voorvaderen" ist von der ersten bis zur letzten gespielten Note einfach nur ein mitreißendes Album, welches den aufmerksamen Hörer auf eine Reise in die Vergangenheit entführt. Am besten in völliger Dunkelheit bei Kerzenschein und einer Flasche Wein genießen. Die LP lag mir leider noch nicht vor, ich werde die Fakten zu dieser aber noch nachreichen, sobald sie in meinem Besitz ist. Das Album gibt es in digitaler Form auf der Bandcamp-Seite von ELFSGEDROCH zum anhören oder zum herunterladen (3,33 Euronnen) oder seit Anfang diesen Monats auch als Schallplatte in drei verschiedenen Ausführungen (jeweils auf 166 Exemplare limitiert) über Diaphora Produktion (der Kurs hierfür beläuft sich auf äußerst faire 16,66 Euronnen pro Exemplar, egal in welcher Ausführung - beispielhaft für jene 'Labels', die allein für verschieden farbiges Vinyl schon Aufpreise von zwei bis vier Euronnen machen - Anm.).

Edit 10.03.17: inzwischen hat mich mein Exemplar der Schallplatten-Fassung erreicht. Entschieden habe ich mich für die grau/schwarze Vinyl, welche optisch wirklich einiges hermacht und meiner Meinung nach auch am besten zu der Atmosphäre dieses starken Albums passt. Das Gatefold-Cover beinhaltet zudem ein edles Beiheft im 12''-Format, welches alle Texte sowie dazu passende Illustrationen enthält, die die Lyics umschreiben - wer genau hinsieht, wird die eine oder andere Geschichte aus der Coverzeichnung auch hier wiederfinden. Vielen Dank an Diaphora Produktion für die Möglichkeit, mir auch die Kassette zueigen zu machen!

Nederlandse Zwart Metaal - meine Empfehlung!


Darbietungen:
01. Gieselbaarg
02. Tot Stof Vergaan
03. Roggemouer
04. Waddenduvel
05. De Witte Dekens Des Doods
06. Van Helsdeur Tot Duivelshoorn
07. Zwarte Botten, Vervlochten en Smeulend
08. Veengrondse Gesel

Laufzeit: ca. 46 Minuten

Review: The Chaos Order - From the Tunnels of Set (CD, Lamech Records - 2016)

Es wird wieder okkult... die deutsche Ein-Mann-Band THE CHAOS ORDER präsentiert hier die Wieder-Veröffentlichung ihrer Debüt-Demo, die ursprünglich bereits im Jahr 2014 auf CD bei Lux Arcanum erschien und letztes Jahr eine edle Umsetzung als Digipak CD via Lamech Records fand.









Mutet das Cover-Bild auf den ersten Blick vielleicht noch urban an und lässt auf den ersten Blick vielleicht eher Post Black Metal vermuten, so hat es sich mit diesem Eindruck doch relativ schnell erledigt, wenn man die CD einlegt. Auch ein Blick ins Beiheft lässt nicht an post-modernen Emo-Kram irgendwelcher pseudo-intellektuellen und -innovativen Black Metal-Kiddies denken, sondern zeugt von einer Band, die ihr Handwerk versteht, bzw. einem Mann, der sein dieses versteht. Dabei weist das Album deutliche Parallelen zu den derzeitigen Größen des okkulten und orthodoxen Black Metal auf. So kommen Einflüsse der Griechen ACHERONTAS gerade im kehligen und rituellen Gesang rüber, HETROERTZEN in den atmosphärischen Parts und die chaotische Note der Instrumente scheint von NIGHTBRINGER inspiriert. Auch scheint hier eine ordentliche Portion des neuen NARVIK-Stils durch, was wohl auch nicht von ungefähr kommt, immerhin ist Lord Asgoroth seit letztem Jahr der offizielle Trommler der Horde.

Fazit:
Ein atmosphärisch dichtes, düsteres und rituelles Werk, welche THE CHAOS ORDER hier gezaubert hat. Durch die schwedische Schmiede Lamech nun auch endlich in einer aufwendigen und edlen Edition zu haben, was jetzt allerdings noch fehlt, wäre eine Auswertung auf Vinyl. Die CD im Digipak ist jedenfalls auf 500 Stück limitiert. Interessenten aus Deutschland wenden sich zwecks einer Bestellung am besten an Lupus Tonkunst oder Amor Fati Productions, welche die CD beide im Mailorder führen.

Eine Reise ohne Wiederkehr, die direkt in die Dunkelheit führt. Meine Empfehlung!


Darbietungen:
01. Initiation
02. The Self-Immolation Rite
03. Feasting the Black Earth
04. The Cult of the Dead
05. Nameless Shadows
06. The Kingdom Beyond
07. From the Tunnels of Set

Laufzeit: ca. 57 Minuten

Sonntag, 5. März 2017

Review: Czarnobog - Forgotten Heroes (MC, Narbentage Produktionen - 2015)

Das ursprünglich im Jahr 2013 veröffentlichte zweite Voll-Album des Ein-Mann-Projekts CZARNOBOG aus Hessen fand erst 2015 den Weg auf ein physisches Medium, nämlich die Kassette. Diese wurde von Narbentage unter's Volk gebracht und verbreitet.










Eingeleitet wird das Album durch den etwa 8-minütigen Dungeon-Synth Song "Vasilisa The Beautiful and The White Knight". Schon einmal recht stimmungsvoll. Mit "Ravenforest" präsentiert man dann den ersten wirklichen Song, und da zeigt sich CZARNOBOG dann im gewohnten Gewand. Erhabener Pagan Black Metal paart sich mit räudiger Wildheit und gleichzeitiger Majestätik. Dann wird es im Verlauf des Albums auch mal kämpferischer ("Battle for Rus"), melancholisch ("Tears of the Old Volga River"). Aber es sind überwiegend diese majestätischen Momente wie bei "Winds of Stribog" oder "Wood Spirits of Veles", die dieses Album ausmachen. Man merkt auch recht schnell, woher Múrazór seine musikalische Inspiration bezieht. So lassen sich Elemente von MOONBLOOD ebenso ausmachen wie von alten GRAVELAND zu "In the Glare of...". Auch dürfte GODKILLER mit seinem zeitlosen Meisterwerk "The Rebirth of the Middle Ages" eine nicht zu leugnende Inspirationsquelle gewesen sein.

Fazit:
Das Album ist jetzt zwar schon ein paar Jahre alt, hat aber immer noch nichts von seiner Magie verloren. CZARNOBOG bleibt eine Ausnahmeerscheinung in der heutigen deutschen Szene und das ist auch gut so. Wer noch ein Exemplar sucht, der sollte sich an Narbentage Produktionen wenden, welche die Kassette noch im Distro führen. Limitiert ist das gute Stück auf 100 Exemplare.

Raw German Pagan Black Metal! Empfehlenswert!


Darbietungen:
01. Vasilia The Beautiful and the White Knight
02. Ravenforest
03. The Shadows of Nav
04. Path of the Red Knight
05. Winds of Stribog
06. Battle for Rus
07. Tears of the Old Volga River
08. Wood Spirits of Veles
09. Path of the Black Knight
10. Black Fire of Damnation

Laufzeit: ca. 74 Minuten

Review: Voin Grim - Tyrants of Entombed Agony (CD, Wolfmond Production - 2017)

VOIN GRIM ist ein Ein-Mann-Projekt aus der Ukraine. Ukraine, Moment. Da war doch was... Achja, MOLOCH. Doch nicht nur das Land hat diese Kombo mit der weit bekannteren gemeinsam. Auch existieren dubiose deutsche Albentitel wie etwa "Wachsenden Winterfrost". Ohne Worte. Bisher wurde die 'Band' hauptsächlich durch Cvlminis aus Russland veröffentlicht, in lächerlich kleinen Stückzahlen. Eine Veröffentlichung im deutsch-sprachigen Raum fanden ausgewählte Werke ebenfalls durch Wolfmond...


allerdings sind auch diese lächerlich klein limitiert und teilweise auch gar nicht mehr erhältlich. Nun folgt mit "Tyrants of Entombed Agony" eine neue EP. Wobei, wenn man sich die Lieder genau anguckt, ist diese drei-Titel-EP so neu eigentlich gar nicht. Gleich der erste titelgebende Song stellt eine Neuaufnahme eines Liedes vom Debüt-Album "Wachsenden Winterfrost" dar. Hier wird aber auch gleich deutlich, was den Hörer im weiteren Verlauf erwartet: majestätischer, wenn auch räudiger Black Metal. Das klingt auch gar nicht so schlecht, ja eigentlich sogar ganz im Gegenteil bin ich auf das angenehmste überrascht und lasse meine Vorurteile, die ich gegenüber solcher Bands aus gerade diesen Breitengraden habe, erst einmal ab. "Mourn Over the Accursed Tumulus Ground" schlägt in die gleiche Kerbe, kommt aber insgesamt eine Spur ambienter daher. Mit dem letzten Beitrag konnte man es dann aber doch nicht lassen und präsentiert einen überlangen kosmischen Dark Ambient, der allerdings so schlecht nicht ist und mit etwas mehr als fünf Minuten auch nicht allzu lange dauert.

Fazit:
Wie bei so vielen Sachen ist die Musik von VOIN GRIM wohl Geschmackssache. Der Ukrainer macht seine Sache aber recht ordentlich und hebt sich auch erfreulich von vergleichbaren Kombos wie etwas MOLOCH ab, da er einfach mehr Details in seiner Musik bietet. Leider kommt auch diese EP in einer Stückzahl von lediglich 20 Stück, so dass nicht viele in den Genuss kommen werden. Würde man sich zahlenmäßig einiges mehr zutrauen, würde man bekanntsheitsgradmäßig sicherlich bald den genannten Landsmann vom Thron stoßen. Die Klasse dazu hätte man jedenfalls schon einmal. Die Pro-CDr kann bei Wolfmond Production bestellt werden.

Kleines aber feines Werk aus der Ukraine. Interessenten sollten hier nicht lange überlegen!


Darbietungen:
01. Tyrants of Entombed Agony
02. Mourn Over the Accursed Tumulus Ground
03. Into Cosmic Astral Trance

Laufzeit: ca. 28 Minuten

Review: Plagues - The Great Dark Devotion (Digitales Album, Eigenproduktion - 2017)

PLAGUES... dieser Name verfolgt mich nun schon seit ein paar Jahren, seitdem ich 2014 die Debüt-Demo besprochen hatte. In dieser Zeit haben die drei Herren aus USA noch zwei weitere Demos eingespielt sowie einige Live-Erfahrung in der lokalen Szene sammeln können und waren auf Samplern vertreten. "The Great Dark Devotion" stellt nun das erste wirkliche Album dar und ob sich das Warten auf selbiges gelohnt hat, lest ihr im folgenden...






Das Debüt der drei Mannen, die sich Misanthropic Metal auf die Fahne geschrieben haben, hat wirklich einiges an Zeit verschlungen, so wie mir scheint. Zumindest kam mir die Wartezeit enorm lange vor. Dass die Band aber auch gute Zeit in das Album investiert hat, merkt man ihm an. "The Great Dark Devotion" ist von der Produktion her das bisher mächtigste Werk der Horde, und klingt gleichzeitig alles andere als sauber oder über-produziert - im Gegenteil. PLAGUES hört man die rotzige Underground-Attitüde mehr als nur an, sie schon beinahe körperlich spürbar und so manch einen Zeitgenossen wird es doch verwundern, was die Band, die meiner Meinung nach eine großartige erste Demo hinlegte, der zwei solide Nachfolger folgten, die insgesamt betrachtet aber doch etwas in der Qualität nachließen, aus sich gemacht hat. Das Trio legt mit ihrem Debüt ein erstaunlich eingängiges Werk vor, was ich wohl uneingeschränkt zu dem besten zählen würde, was ich in letzter Zeit aus dem US-amerikanischen Underground zu hören bekommen habe. Rau wie Scheiße und doch so voller Details und erhabener dunkler Majestätik, dass es fast schon eine Wonne ist, dieser menschenverachtenden Kombo zu lauschen. Gerade in den erhabenen Passagen, die alleine durch die sehr epischen Gitarren erzeugt werden, erinnern mich PLAGUES an gute alte INQUISITION, welche ihren Zenit wohl schon längst überschritten haben (nachdem das letzte Album ja ein ziemlicher Flop war in meinen Augen). Ob es nun aber okkulte und fast schon rituelle Momente wie bei "Dust" sind, die bereits erwähnten voller Erhabenheit wie bei "Ascension" oder die Brutalität in den Vordergrund rückt wie bei "Hell" oder "Sins"... "The Great Dark Devotion" ist ein Meisterwerk des heutigen Underground Black Metal. Für einige scheint Black Metal halt doch noch mehr zu sein, als 'bloß nur Musik'...

Fazit:
Bleibt mir nicht mehr viel zu sagen... PLAGUES bieten ihr Album einmal mehr über die Plattform bandcamp.com in digitaler Form zum Download an, desweiteren hat man auch die Möglichkeit über die Horde eine limitierte Fassung auf Kassette zu erwerben, was ebenfalls über das Bandcamp-Profil möglich ist. Ob es das Werk auch auf noch ein weiteres Format schafft, bleibt abzuwarten, wäre aber mehr als wünschenswert! PLAGUES bieten den Download für einen Kurs von 6.66 USD an, das Tape für 9,- USD, was ich persönlich schon recht happig finde.

USBM at its best!


Darbietungen:
01. Collapse
02. Abyss
03. Ascension
04. Dust
05. Winter Tomb
06. Hell
07. Sins
08. Devotion

Laufzeit: ca. 46 Minuten

Review: Author - Lopun Alku (CD, Naturmacht Productions - 2017)

Ebenfalls aus Finnland stammt das im Jahr 2014 gegründete Ein-Mann-Projekt AUTHOR, welches mit hier vorliegendem Werk ihr Debüt-Album hinlegt. Die Veröffentlichung übernahm die deutsche Tonschmiede Naturmacht, welche mit dieser Band einmal mehr zeigen, dass sie ein glückliches Händchen bei ihrer Auswahl haben.






So fühlt man sich als Anhänger des alten nordischen Schwarzmetalls eigentlich gleich heimisch. "Lopun Alku" beginnt ohne große Umschweife direkt mit der Zelebrierung und bietet durchweg, mitunter hymnischen, Mid-Tempo Old School-Black Metal, der einmal verachtend und grimmig erklingt, dabei aber eine stolze Majestätik inne hat, dass man sich glatt in die Jahre 1994/95 zurückversetzt fühlt. Leider kann das anfängliche Niveau nicht kontinuierlich gehalten werden, und einige Songs verlieren sich in einzelnen Passagen und erscheinen dadurch ein wenig zu lang, was wirklich schade ist, da man an für sich ein sehr starkes Album erschaffen hat. Definitive Anspieltipps meinerseits sind aber "Lopun alku" und "Kadotus".

Fazit:
Ein starkes Album, welches jedoch deutliche Ecken und Kanten besitzt. Gerade Anhänger der Mid-90ies sollten das hier aber auf jeden Fall einmal antesten, da die positiven Aspekte immer noch deutlich überwiegen. Die CD erschien im Digipak und ist auf 300 Stück limitiert. Bestellungen sind an Naturmacht Productions zu entrichten.

Solides Machwerk. Für Anhänger des majestätischen Old School Black Metals sehr zu empfehlen!


Darbietungen:
01. Kuolevaisen kirous
02. Lopun alku
03. Olemme nähneet päivän päättyvän
04. Kadotus
05. Ei ikinä enää
06. Uusi aamunkoi

Laufzeit: ca. 36 Minuten

Review: White Death - White Death (CD, Werewolf Records / Hells Headbangers - 2017)

Die finnische Horde WHITE DEATH trat das erste Mal im Jahre 2014 auf den Plan, veröffentlichten damals eine rare Promo-CD für Labels und wenig später dann eine erste 7'' EP unter dem Banner von Darker Than Black. Im letzten Jahr folgte unter gleichem Label eine Split mit dem finnischen Projekt FORLOR. Nun nahm sich Werewolf Records, ebenfalls in Finnland beheimatet und inzwischen ja auch einschlägig bekannt, der Horde an und veröffentlichte das selbst-betitelte Debüt-Album.






Welche Musik hier zelebriert wird, wird einem wohl sehr schnell und spätestens nach einem Blick auf das Cover klar werden: schneller, majestätisch-grimmiger Black Metal der politisch 100%-ig inkorrekten Sorte. Man nehme dazu eine Prise Mitt-90er, mische diese mit ein wenig SATANIC WARMASTER (vor allem in den Synths herauszuhören, füge dem Ganzen zum Schluss dann noch die erhabenen und majestätischen Sphären GOATMOONs bei und fertig ist "White Death". Na gut, so plump ist es natürlich nicht, es ist sogar durchaus hörenswert, was hier dargeboten wird. Auch geht die Band mit einiger Inbrunst an die Sache heran, so dass sie in ihrem Schaffen sehr authentisch wirkt. Allerdings ist es aber auch alles andere als innovativ. Die kleine Szene in Finnland, die sich um die besagten Horden und das Label gegründet hat, zeigt sich zwar äußerst vital und aktiv, was Veröffentlichungen angeht, nur leider klingt da mittlerweile doch vieles einfach gleich. Eine Tatsache, die mich so ein wenig an die Hochzeiten von Nebelfee denken lässt, als so ziemliche jede zweite Band, die dort veröffentlichte, wahlweise nach neueren ABSURD oder neueren TOTENBURG klang. Nichtsdestotrotz hat man sich bei der Produktion des Werkes nicht lumpen lassen und der Schwarzmetall schallt in bombastischer Art und Weise aus den Boxen, dass man schon beinahe vergisst, dass es sich hier um eine nicht-konforme Underground-Horde handeln könnte. Räudigkeit und Brutalität wechseln sich auch in wohltuender Weise mit Majestätik ab - melodische Momente und Raserei gehen hier nahezu Hand in Hand und in einander über. Sei noch erwähnt, dass sich politische Extreme trotz des offenkundigen Cover-Artworks hier nicht finden lassen, und sich die Ideologie eher in zweideutigen Titeln wie "White Death's Power" (mit einem Gast-Auftritt von Stormheit) widerspiegeln und auch eher auf Konzerten der Band ausgelebt werden, wie mehrere Videos, die im Internet kursieren, belegen.

Fazit:
Eine typische Band aus dem Dunstkreis von Werewolf Records. Entweder man mag es, oder man lässt es halt. Ich halte die Musik zwar für weniger innovativ, muss der Horde jedoch einiges an Authentizität zugestehen. WHITE DEATH scheinen von ihrem Schaffen überzeugt, und das kann man einfach hören. Die CD erschien als Digipak. Wer kein Problem damit hat, die Horde zu unterstützen, schickt seine Bestellung am besten direkt an Werewolf Records.

Insgesamt betrachtet ein empfehlenswertes Album aus dem politisch nicht ganz korrekten Milieu.


Darbietungen:
01. Born From the Unholy Fire
02. Immortal Hunter of the Moon
03. Kaste
04. Goat Emperor
05. Warpath
06. Cunt
07. Commandant
08. White Death's Power

Laufzeit: ca. 35 Minuten