Dienstag, 30. Mai 2017

Review: Mordskog - XIII (CD, Werewolf Records - 2017)

Eine Band, die aus Mexiko kommt, auf einem finnischen Label veröffentlicht und teilweise so klingt, als kämen sie direkt aus den Untiefen des griechischen Underground? Ja, das alles gibt es vereint in diesem Release. "XIII" stellt dabei das Debüt-Album der süd-amerikanischen Band MORDSKOG dar, welche evtl. dem einen oder anderen noch etwas sagen dürfte, wurde ihre Demo-Kompilation "...rare hymns of perdition" doch anno 2007 durch das deutsche Label Deathbringer Records veröffentlicht. Das Label gibt es inzwischen ja bekanntermaßen nicht mehr. Nach ihrer EP "Mors Est Vitae Essentia" aus dem Jahr 2014 hatte ich allerdings auch nicht damit gerechnet, noch einmal etwas von dieser Horde zu hören...


nicht weil die EP so schlecht war, sondern weil sich MORDSKOG ziemlich rar machten. Ich meine mich zu entsinnen, dass eine Weile sogar Gerüchte um eine Auflösung im Raum standen. Sei es drum. Mit "XIII" präsentiert das infernalische Trio nun ihr erstes Voll-Album, nach einer Reihe unveröffentlichter Demos, einem Split-Video (mit u.a. FOREST OF DOOM, NAASTRAND und BLACK HATE) und der erwähnten Kompilation + EP. Für das Cover hätte man sich jedoch weitaus besser einfallen lassen, das hier wirkt irgendwie zu plump und sauber digital bearbeitet und wird der durchaus okkulten Musik nicht im geringsten gerecht. Musikalisch kann sich "XIII" jedoch wie schon gesagt, hören lassen. Das Album ist ein wilder Trip durch die nord-europäischen Gefilde der frühen Mitt-90er hin zu dem typischen ungezähmten Stil des mexikanischen Underground, bis zu Einflüssen des okkulten Hauchs des orthodoxen Black Metals. MORDSKOG sprechen damit sowohl Anhänger alter CARPATHIAN FOREST, als auch von WATAIN oder HETROERTZEN und ACHERONTAS an - hier dürfte also für jeden auch etwas dabei sein. Einige wird diese Gratwanderung allerdings auch zuviel des guten sein - was einige Reviews ja auch belegen.

Fazit:
Unter'm Strich lässt sich sagen, dass auch MORDSKOG dem Genre absolut nichts Neues hinzufügen, doch sind sie mit hörbarer Inbrunst bei der Sache. Wer mal wieder Bock auf kompromisslos gespielten Occult Black Metal ohne viel Firlefanz hat, sollte "XIII" eine Chance einräumen - es lohnt sich definitiv! Interessenten aus Deutschland sollten sich zwecks einer Bestellung an Iron Bonehead wenden, welche die CD im Distro führen.

Orthodox Black Metal without any compromises. Worship the Serpent God!


Darbietungen:
01. Lautum Novedialem
02. Nascentes Morimur
03. Aequo Pulsat Pede
04. Pulvis уt Umbra Sumus
05. Mors Est Vitae Essentia
06. Ad Me Venite Mortui
07. C.A.M.
08. Mors Vincit Omnia
09. Todos ustedes deben morir esta noche


Laufzeit: ca. 39 Minuten




Review: Asgard - War at Last (CD, Wolfmond Production - 2017)

Bei ASGARD handelt es sich um eine fünf-köpfige Horde aus der Schweiz. Zelebriert wird klassischer Black Metal, ohne viel Schnörkel und Tamtam. Die aktuelle EP erschien bereits im April, und ich muss gestehen: das Cover hielt mich erst einmal eine Weile davon ab, mich eingehender mit dem Material der Kapelle auseinander zu setzen - wirkt es doch eher wie BEHEMOTH-mäßiges Kasperle-Theater, denn wie ein seriöses Stück Schwarzmetall. Die Vorurteile über Bord geworfen, habe ich die CD dann am gestrigen Tag doch mal in meine Anlage geschmissen und seitdem rotiert sie nun das gefühlte 10. Mal...


Schuld an diesem Umstand dürfte wohl vor allem in der recht kurzen und knackigen Spielzeit begründet sein, insgesamt werden hier auch nur vier Lieder präsentiert. Ist ja schließlich auch nur eine EP. Bereits der recht militante Anfang von "Spell of Oppression" macht deutlich, dass es sich hier wohl eher nicht um den x-ten albernen Aufguss handelt. Natürlich wird auch hier im Grunde nichts Neues geboten, dafür klingen die schweizer Recken aber erfrischend spielfreudig und unverbraucht, lassen immer mal wieder eigene Ideen durchklingen (wie das sehr verstörend bis hypnotisch wirkende Break im erwähnten ersten Beitrag, nebst Gitarrensolo). Neben dem erhabenen Midtempo Black Metal, bietet das erste Stück viel vor allem Gitarren-betonte Melodie (ohne Keyboard). "Between Two Worlds" setzt den eingeschlagenen Pfad dann konsequent fort und legt, was die Geschwindigkeit angeht auch gerne noch eine Schippe drauf. Der Refrain-Part kommt hier richtig schön wuchtig und man merkt, dass die Band in ihrer Musik mit zwei Bässen aufwartet. "Wings of Asgard" stellt eine sturmgepeitschte Hymne dar, anders kann man es wohl kaum beschreiben - vom Grundtenor her wohl das flotteste und eingängigste Stück der Scheibe. Der Rausschmeißer "War at Last" beginnt dann traditionell mit Kriegs-Samples, gibt sich zunächst langsam und unscheinbar, auch hier finden wieder ausgiebig zelebrierte Akustik-Parts, wie schon beim ersten Song, ihren Einsatz, steigert sich im Verlauf aber als eine melancholisch angehauchte Hymne. Der Break ab der ca. vierten Minute kommt einem emotionalen Ausbruch gleich und wertet das Stück enorm auf.

Fazit:
Diese EP lässt hoffen... ich hatte von ASGARD vorher noch nie etwas gehört, doch nach diesem Werk dürfte der Horde eine Zukunft im Reigen der hörenswerten Bands heutzutage sicher sein. Ich bin gespannt, ob man von ASGARD in absehbarer Zeit wieder etwas zu hören bekommt und ob dann auch mal ein Voll-Album folgen wird. Der Band wäre es jedenfalls zu wünschen, zumal ja auch nicht gerade vieles wirklich Erwähnenswertes aus der Schweiz kommt. Die CD kommt als Silberling (!) im Jewelcase und ist auf 500 Exemplare limitiert. Bestellungen gehen an die Wolfmond Production-Adresse.

Erhabene Black Metal-Hymnen - großartige EP. Mehr als empfehlenswert!


Darbietungen:
01. Spell of Oppression
02. Between Two Worlds
03. Wings of Asgard
04. War at Last

Laufzeit: ca. 28 Minuten




Montag, 29. Mai 2017

Review: Ungesehen - Unaussprechliches Entsetzen (MC, Fallen Empire Records - 2017)

Bei UNGESEHEN handelt es sich um ein Projekt aus Deutschland und "Unaussprechliches Entsetzen" stellt ihr erstes Lebenszeichen dar. Viele Information zu dem Projekt existieren nicht, außer, dass es sich bei der Musik um rein instrumental gehaltenen Black Metal handelt. Selbst die Heimseite gibt nicht viel mehr als den Namen und den Titel preis. Ich gehe mal davon aus, dass es sich um ein Solo-Projekt handelt, sicher bin ich mir da jedoch nicht.






Die Instrumente scheinen jedenfalls allesamt live eingespielt zu sein und nicht aus der Konserve zu kommen. Um einen Drum-Computer scheint es sich also nicht zu handeln. Mit rein instrumentalem Black Metal ist es ja immer so eine Sache: gerne genommen als irgendwelche Zwischenspiele oder Ein- und Ausklang, aber ein ganzes Album ohne Gesang? Das scheitert meistens alleine daran, dass bei denen, die es versuchen, oftmals doch jeher instrumentales Unvermögen vorherrscht und es auf Grund des fehlenden Gesangs auch keinen Aspekt mehr gibt, dieses zu kompensieren. Ausnahmen gibt es zwar, diese kann man aber locker an einer Hand abzählen. UNGESEHEN reihen sich da erfreulicher Weise mit ein. Der Stil ist kernig und ursprünglich, ohne viel drum herum und kommt direkt auf den Punkt. Hier erinnert ein Song mal an alte NARGAROTH, da klingt das ganze dann eher nach alten DARKTHRONE. Für genügend Abwechslung in diesem doch recht eng gesteckten Tun ist also durchaus gesorgt, gekonnt werden hier Breaks innerhalb der Songs platziert, Soli eingestreut oder es wird einfach mal an der Tempo-Schraube gedreht. Natürlich geht es hier und da auch monoton zu, aber dabei handelt es sich dann auch um ein gewolltes Stilmittel. Atmosphärisch präsentiert man sich auch äußerst vielfältig - geht es in dem einen Song eher düster und gespenstisch zu, findet sich im nächsten eine eher melancholische Nuance, dann wird es wieder okkult und finster und "Um den Schlaf gebracht" nimmt gar ein wenig paranoide Züge an.

Fazit:
Eine beeindruckende Veröffentlichung aus deutschen Landen. Dass rein instrumentaler Schwarzmetall derart gut funktionieren kann, erlebt man leider äußerst selten. Das Werk lässt sich in seiner digitalen Version kostenlos auf der Bandcamp-Seite von UNGESEHEN herunterladen. Eine Auswertung auf Kassette erfolgte durch das Ami-Label Fallen Empire und kann über diverse deutsche Mailorder wie Amor Fati oder Iron Bonehead erworben werden.

So muss sich instrumentaler Black Metal anhören. Empfehlenswert!


Darbietungen:
01. Grässlich
02. Ein Scheusal
03. Fürchterliche Schatten
04. Abkehr
05. Kein Licht
06. Regungslos
07. Vom Schauder ergriffen
08. Gramgebeugt
09. Um den Schlaf gebracht


Laufzeit: ca. 44 Minuten




Review: Forgotten Kingdoms - Blue Moon Gate Between Worlds (CD, Dark Adversary Productions - 2016)

Aus dem vergangenen Jahr stammt das Debüt-Album des Dungeon Synth-Projektes FORGOTTEN KINGDOMS, welches auf den Namen "Blue Moon Gate Between Worlds" hört und unter dem Banner von Dark Adversary auf CD veröffentlicht wurde. Das Projekt selbst stammt ebenfalls aus Australien und hinter dem ganzen steckt niemand geringerer als Azgorh himself, Inhaber des Labels und u.a. auch Mastermind bei DROWNING THE LIGHT.






Nach unzähligen Black Metal-Projekten nun also mal ein reines Dungeon Synth, warum nicht? Genügend Erfahrungen mit dem Genre sollte der gute Herr ja inzwischen gemacht haben, boten ja auch immer mal wieder verschiedene Werke von ihm klassischen Dark Ambient oder Dungeon Synth. Was Azgorh mit FORGOTTEN KINGDOMS nun präsentiert, kann ich getrost als eines der besten Werke dieses Genres seit Jahrzehnten bezeichnen. Gut, ich habe mich jetzt nicht eingehender mit allem beschäftigt, was seit den ganz alten MORTIIS oder PAZUZU an Dungeon Synth so veröffentlicht wurde, habe aber immer mal wieder über die Jahre verschiedene Sachen angetestet und war mal mehr, mal weniger - aber auf jeden Fall - enttäuscht. Selten wurde die Finesse eines Werkes vom Schlage "Ånden som gjorde opprør" auch nur annähernd erreicht. Bei "Blue Moon Gate Between Worlds" verhält es sich anders. Azgorh bedient sich hierbei alt-bewährter Mittel, wie Sequenzen innerhalb der jeweiligen Lieder. Ein Stilmittel, was bereits MORTIIS sehr bewusst einsetzte, um gezielte Reaktionen beim Hörer zu erzeugen. Auf Anhieb würden mir auch nur WARDEN aus den Niederlanden einfallen, die auch heutzutage noch einen ähnlichen Stil zelebrieren, wenn diese auch ungleich düsterer zu Werke gehen. Anders als seine Genre-Kollegen aus Europa, präsentiert Azgorh in jedem seiner Lieder aber auch Gesang, der sehr düster und geisterhaft vorgetragen wird und doch ein wenig an alte SUMMONING erinnert. Nichtsdestotrotz vermag es dieses Album den geneigten Hörer in eine nebelverhangene Welt zu entführen, voller Vollmondnächte, düsteren Wäldern und finsteren Burgen.

Fazit:
Ein fantastisches Album, in mehrerlei Hinsicht. Genau das richtige, um sich an einem ruhigen Abend bei flackerndem Kerzenlicht und einem Glas Wein einfach einmal von der Musik treiben zu lassen. Weit weg in eine Welt, die entlegen der unseren liegt. Voller Mythen und Legenden. Die CD könnt ihr im Shop von Dark Adversary bestellen. Die kanadische Underground-Schmiede Tour De Garde fertigte darüber hinaus auch eine Kassetten-Fassung des Albums an. Ein deutscher Mailorder, der die Tonträger führt, ist mir leider nicht bekannt - aber wer nicht im Ausland bestellen möchte, sollte bei seinem Underground-Dealer einfach mal nachfragen.

Dungeon Synth at its best! Meine Empfehlung!


Darbietungen:
01. An Ancient Path Beyond The Stars
02. Blue Moon Gate Between Worlds
03. The Blood Stained Gold Armour Of The King
04. Warriors That Time Forgot

Laufzeit: ca. 34 Minuten




Review: Chronik - Der letzte Abschied (CD, Wolfmond Production - 2017)

Nach fast genau vier Jahren folgt mit "Der letzte Abschied" nun der Nachfolger des Debüt-Albums "Gewalten" der Band CHRONIK, die sich im Jahr 2012 formierte und vornehmlich aus Mitgliedern von MACHT besteht, die aber auch nur auf zwei bisherige Demo-Veröffentlichung zurückblicken können. Eine ältere Rezension zu "Gewalten" lässt sich >>hier<< nachlesen. Was euch nun auf dem aktuellen Werk der Band erwartet, lest ihr im folgenden...





Auf "Der letzte Abschied" meldet man sich also nach guten vier Jahren der Abstinenz in Form von acht Liedern zurück aus der Versenkung. Gleich zu Beginn des Titel-gebenden Stückes (Prolog) lässt sich erkennen, wohin die Reise geht: Chor-Samples, Keyboard-lastige Klangteppiche... was hier zelebriert wird, ist symphonisch angehauchter Melodic Black Metal par excellence. Damit wird der Stil des Erstlings konsequent fortgeführt. Allerdings haben CHRONIK inzwischen so einiges dazu gelernt und legen wesentlich mehr Eigenständigkeit an den Tag, als es noch auf "Gewalten" der Fall war. Natürlich wird hier das Rad nicht neu erfunden, aber davon rede ich auch gar nicht. Wirkliche Eigenständigkeit ist heutzutage ja ohnehin sehr schwierig, weil es das meiste einfach irgendwann schon einmal gab, doch besitzen CHRONIK einen gewissen Wiedererkennungswert. Der Stil von ihnen ist dabei einerseits als schlicht und monoton zu bezeichnen, trumpft auf der anderen Seite aber mit einem gewissen Bombast und einer gehörigen Portion Spielfreude auf. So wird das Geschehen immer wieder durch gezielt platzierte Breaks oder plötzliche Tempowechsel aufgewertet. Die Atmosphären sind meist episch und hymnenhaft gehalten, mit einer leichten Melancholie, die in jedem Song präsent ist. Hervorzuheben ist hier insbesondere auch "Stumme Zeugen", da das Stück durch seine eher gemächliche Gangart eine Ausnahme-Position einnimmt und einen fast schon depressiven Grundton besitzt. Das darauf folgende "Erkenntnis" gleicht einem vertonten Märchen, Poesie, in der man sich verlieren mag. Auch macht das Album den Eindruck, ein Konzept zu verfolgen, worauf sich dieses jedoch bezieht oder wovon es genau handelt, vermag ich nicht zu sagen, da mir hierzu leider keine weiteren Informationen vorliegen.

Fazit:
Um ehrlich zu sein, ist CHRONIK eine Band, mit der ich anno 2017 nicht mehr gerechnet habe. Doch wenn ich mir "Der letzte Abschied" nun anhöre, bin ich wirklich froh, dass diesem Projekt nicht das gleiche Schicksal ereilt ist, wie so vielen anderen, die sich als bloße Eintagsfliegen entpuppten. Wer sich für melodischen / symphonischen Black Metal begeistern kann, der wird an diesem Album definitiv nicht vorbei kommen, sondern ganz im Gegenteil, seine helle Freude daran haben. Bestellungen erfolgen am besten gleich über die Band oder gehen direkt an das Label Wolfmond Production.

Melodic Black Metal, wie er besser kaum sein könnte. Meine Empfehlung!


Darbietungen:
01. Der letzte Abschied (Prolog)
02. Es beginnt
03. Erstes Opfer
04. Stumme Zeugen
05. Erkenntnis
06. Die Jagd
07. Ende eines Schicksals
08. Der letzte Abschied (Epilog)

Laufzeit: ca. 55 Minuten




Review: Nargaroth - Era of Threnody (CD, Inter Arma Productions - 2017)

Neues aus dem Hause NARGAROTH... ganze sechs Jahre sind seit dem letzten Erzeugnis unter dem Banner der Band, "Spectral Visions of Mental Warfare" - eine Zusammenarbeit mit NYCHTS, ins Land gezogen. Damals noch unter der Flagge von No Colours Records. Inzwischen hat sich auch dieser Umstand geändert. "Era of Threnody" stellt das erste Voll-Album dar, welches über das eigene Label Inter Arma veröffentlicht wurde (die Re-Releases der bisherigen NARGAROTH-Diskographie zähle ich jetzt mal nicht mit). Was darf man von der Ära der Klagelieder nun erwarten?




Nach dem nicht nur etwas ungewöhnlichen und für viele sicherlich auch enttäuschenden Ergebnisses des 2011'er Albums (ja, auch ich gehörte zu jenen, die von "Spectral Visions of Mental Warfare" einfach etwas anderes erwartet hatten), ist diese Frage natürlich mehr als berechtigt. Das Album wird durch ein Sample eingeleitet, welches einen Monolog aus dem Streifen "Space Station 76" darstellt. Im Kontext ist es durchaus passend, wenn man die Geschichte der Band kennt und es bereitet den Hörer auch auf das vor, was nun folgt. "Dawn of Epiphany" wandelt sich nach einem kurzen Instrumental mit süd-amerikanischem Flair schnell in einen sehr melancholischen, aber erhabenen Black Metal-Song. Da kommt direkt wieder ein gewisses Flair auf, und gibt im Grundton auch das wider, wofür die Band seit der "Semper Fidelis" steht. Dem Ausdruck von Gefühlen und einen Umbruch in der Musik. Es stimmt vielleicht, dass NARGAROTH niemals mehr so klingen wird, wie zu alten "Herbstleyd"- und "Black Metal ist Krieg"-Zeiten... aber ganz ehrlich - braucht das jemand? Ein zweites "Herbstleyd" oder ein zweites "Black Metal ist Krieg"? Nein, mit Sicherheit nicht. Bands, die stagnieren und sich ständig selbst wiederholen, braucht niemand. Mit Flamenco-artigen Gitarren endet der erste Beitrag dann auch so wie er begann. "Whither Goest Thou" jetzt den beinahe epischen Black Metal-Part seines Vorgängers nahtlos fort. Eine melancholische Hymne, die mit schwermütigen Chor-Einsätzen aufwartet und zur Mitte hin einen akustischen Break nebst geflüstertem Klargesang bietet. Der folgende "Conjuction Underneath The Alpha Wheel" beginnt mit Dark Ambient, geht dann aber in einen Schwarzmetall über, der nun auch mal gerne ein paar Gänge höher schaltet, aber trotzdem nichts an Atmosphäre oder seiner Hymnenhaftigkeit einbüßt. Ein Umstand, den der Song vor allem dem Break zur Mitte hin und den epischen Gitarren verdankt. Die Chöre tun dann noch ihr übriges dazu. Black Metal mit süd-amerikanischem Flair bietet dann wieder "...as Orphans Drifting in a Desert Night". Das Konzept 'Schwarzmetall trifft auf Flamenco' geht hier aber nicht so sonderlich gut auf, wie es noch beim Opener der Fall war, da mir der eingeworfene Mittelteil doch etwas zu sehr aufgezwungen wird (nach dem Motto 'wir wollen das jetzt unbedingt machen, auch wenn es nicht passt'). "The Agony of a Dying Phoenix" zeigt sich dann aber wieder in bewährter Manier und erinnert in seiner Gesamtheit an die schnellen Momente des "Jahreszeiten"-Albums. "Epicedium to a Broken Dream" erweist sich dann als schwermütiger und melancholischer Song, dessen Stil sich in seichten Midtempo bewegt, und traurigen weiblichen Gesang bietet. Der Tiefpunkt folgt dann mit "Love is a Dog from Hell". Mit Abstand der aggressivste Beitrag auf "Era of Threnody", aber wirkt er in musikalischer Hinsicht an manchen Stellen auch sehr unbeholfen und allgemein versprüht er eher einen Hauch von Black 'n' Roll Mainstream Marke SATYRICON, als ehrliche BM-Musik, gleiches gilt leider auch für "TXFO". Da kann auch die erhoffte Titel-gebende Hymne nichts mehr reißen, die noch einmal die besten Momente dieses doch recht eigenwilligen Werkes zusammenfügt. Das letzte Lied könnte sogar noch einmal an Hommage an vergangene Zeiten gewertet werden, weißt es doch Parallelen zu dem Stil des "Geliebte des Regens" auf.

Fazit:
Lange Rezension, was hier unter'm Strich allerdings bleibt, ist die Erkenntnis, dass "Era of Threnody" einmal mehr ein sehr eigenwilliges, und damit auch für NARGAROTH typisches Werk geworden ist. Dass der Herr Ash seit der Veröffentlichung von "Semper Fidelis" damit regelmäßig Leuten vor den Kopf stößt, nimmt er ohne weiteres in Kauf. Nicht nur einmal hat er ja verlauten lassen, dass ihm diese 'Szene' nichts bedeutet. "Era of Threnody" ist ein vielfach gefächertes Album geworden, welches ohne Zweifel großartig hätte werden können, wenn es da nicht so manches Lied gäbe, welches den positiven Gesamteindruck nach unten drückt. So bietet das Album neben den ersten drei grandiosen Liedern einige Aspekte, die einfach unausgegoren und zu aufgesetzt wirken und bekommt zum Ende hin noch einen üblen Mainstream-Touch, der einfach nicht zur Gesamtatmosphäre passt und in meinen Augen leider vieles kaputt macht. Das Album erschien neben CD im Jewelcase auch auf DLP, welche noch eine alternative Aufnahme von "My Eternal Grief, Anguish Neverending" beinhaltet. Inter Arma besitzt leider keinen eigenen Mailorder, den offiziellen Vertrieb übernimmt W.T.C Productions - aber auch beim Underground-Dealer eures Vertrauens werdet ihr sicherlich fündig werden.

Ein Werk, welches das Potential besitzt, etwas wirklich Großartiges zu werden. Auf Grund einiger negativen Aspekte letztlich aber leider nur gehobener Durchschnitt.


Darbietungen:
01. Dawn of Epiphany
02. Whither Goest Thou
03. Conjuction Underneath The Alpha Wheel
04. ...as Orphans Drifting in a Desert Night
05. The Agony of a Dying Phoenix
06. Epicedium to a Broken Dream
07. Love is a Dog from Hell
08. Era of Threnody
09. TXFO
10. My Eternal Grief, Anguish Neverending

Laufzeit: ca. 64 Minuten




Video entfernt.


Mittwoch, 17. Mai 2017

Review: Grauzeit - Symbiose (Digitales Album, Eigenproduktion - 2017)

Was (in meinen Augen) anno 2011 als typischer und irgendwie nichts-sagender Beitrag zum DSBM begann - ich rede hier natürlich von der Debüt-Kassette "Mein Leben endet...", Rezension gibt es >>hier<< zum nachlesen) - mauserte sich jedoch schnell zu einer starken, mutigen und sehr eigenständigen Band, die ihre Wurzeln zwar immer noch erkennen ließ, ansonsten ihren Stil aber immer weiter entwickelte. Ich kam dann erst wieder mit "Tyrannei der Tristesse" mit ihnen in Kontakt (Review lässt sich >>hier<< finden) und war so ziemlich der erste Berichterstatter, der auf ihre letzte EP "Antagonist" aufmerksam wurde (>>here<< you motherfuckers)...


Nun folgt also mit "Symbiose" das lange geplante erste Voll-Album der Band. Immerhin saß man seit dem Jahr 2013 an der Fertigstellung. Der Gesang sowie alle Instrumente bis auf das Schlagzeug wurden allerdings erst im letzten Jahr beigesteuert. Es hat also einige Zeit gedauert, bis man "Symbiose" endlich in voller Pracht zu hören bekam. Doch hat sich die Wartezeit gelohnt? Um diese Frage einfach und gleich zu beantworten: Ja, sie hat sich definitiv gelohnt! GRAUZEIT präsentieren mit ihrem aktuellen Output einen schnörkelloses post-modernes depressives (Black) Metal-Album, welches neben dem Post Black Metal auch viele andere Einflüsse aufweist - so z.B. aus dem Doom/Stoner, dem Post Punk, dem Blackgaze oder auch Synthi-Pop. Ein wenig könnte man "Symbiose" mit Sachen wie AMESOEURS (die es ja leider nicht mehr gibt) vergleichen, was die Atmosphäre angeht, doch GRAUZEIT zelebrieren hier einen sehr eigenwilligen Stil, der beim eher gebrülltem Gesang anfängt und bei den tiefen Bässen und den teils tiefer gestimmten Gitarren aufhört. Apropos Gitarren: die erinnern mich teilweise auch an ältere KATATONIA (die ehemaligen Götter der depressiven Metal Tonkunst). Sehr Melodie betont gibt sich das Werk zudem auch noch und so wird dem geneigten Hörer hier einiges geboten und es bleiben kaum Wünsche offen. Jeder Song ist sehr individuell gehalten und voller Details und Höhepunkte, die einem vielleicht auch erst nach dem zweiten oder dritten hören bewusst auffallen (persönliches Hocherlebnis: der sehr hymnische End-Part von "Schwächling"). Immer vorausgesetzt natürlich, dass man sich auf diesen Stil einlassen möchte. Das dies hier kein Album für die Puristen-Fraktion ist, dürfte ja bereits in den ersten Zeilen klar geworden sein. Mit dem Titellied geht es dann ganz am Ende des Albums noch einmal sehr flott zu und man zeigt hier, dass die Musik auch durchaus ohne Gesang funktioniert und höchst emotional daherkommt.

Fazit:
"Symbiose" ist erfrischend und gleichzeitig ein eher tristes Werk. Das dürfte aber voll und ganz im Sinne des Erfinders sein. Das Album ist auf jeden Fall genau das geworden, was ich mir von einem Langspieler GRAUZEIT's erwartet und erhofft hatte. Große Gefühle, eine fette Produktion, die aber auch nicht zu sauber und steril wirkt, und ausgefeilte Melodiebögen, die allerdings alles andere als süßlich-harmonisch wirken. Genau so sollte ein moderner Beitrag zum heutigen Depressive Metal / Rock aussehen und klingen. Leider hat es das Album bisher lediglich zu einem digitalen Release geschafft, aber zumindest eine Auswertung auf Kassette wird demnächst, wie schon bei "Antagonist", über die Tonschmiede Abstrakte Wunden (Sub-Label von Der Neue Weg) erscheinen. Eine CD-Version ist laut einem Kommentar der Band auf Visagenbuch wohl auch angedacht, jedoch noch nicht offiziell bestätigt, wenn es dazu weitere Informationen bis zu mir schaffen, werde ich diese nachreichen. Bis dahin können sich alle Interessenten eine Kopie des digitalen Albums auf der offiziellen Bandcamp-Seite von GRAUZEIT herunterladen (Kostenpunkt 3,- Euronnen) und den Online-Shop von Abstrakte Wunden Tonträger Produktion im Auge behalten.

Edit 13.11.17: Seit geraumer Zeit ist nun auch endlich eine CD-Version des Albums veröffentlicht worden, und zwar unter dem Banner des deutschen Labels Anthrazit Records, welches "Symbiose" im Jewelcase mit alternativem Artwork veröffentlichte und dieses aktuell für 9,- Euronnen anbietet. Zwecks einer Bestellung wendet euch am besten direkt an Anthrazit Records.

Ein durch und durch emotionales Werk - GRAUZEIT haben sich hier selbst übertroffen. Unbedingt empfehlenswert für all' jene, die gewillt sind, auch einen Blick über den Tellerrand zu werfen!


Darbietungen:
01. Parasit
02. Abseits
03. Faust
04. Tabula Rasa
05. Betäubung
06. Schwächling
07. Grauzeit III
08. Symbiose

Laufzeit: ca. 39 Minuten




Review: Steingrab - Mystik (Digitales Album, Eigenproduktion - 2017)

Das Projekt von Mahr (ex-NARGIS) aus Hessen kann inzwischen auch auf eine gut bestückte Diskographie zurückblicken. Neben dem Debüt-Demo "Reise ins Ungewisse", welches im Jahr 2009 auf Kassette erschien, weist STEINGRAB noch ein Album namens "Äon" auf, sowie ein Live-Tape mit dem Titel "Live in Nürnberg", das Aufnahmen enthält, die im Zuge des "Momente des Nichts" Konzertes im Jahr 2015 entstanden (Review ist >>hier<< nachzulesen). Nun folgt mit "Mystik" also ein komplettes neues Album. Manche Lieder waren bereits schon auf den Live-Aufnahmen enthalten und konnten damit schon einmal einen ersten Einblick in dieses Werk verschaffen...


Das Album ist bisher lediglich von der Band selbst in digitaler Form veröffentlicht worden - was dem Ganzen aber in keinster Weise gerecht wird. Die Musik von STEINGRAB hat es verdient auf physischem Tonträger eine Veröffentlichung zu erfahren. Auch auf "Mystik" hat sich an dem recht eigenwilligen Stil nichts verändert. Einerseits gibt es hier sehr viel Tradition und 90er-Flair zu schnuppern, doch verlässt man sich nicht nur allein darauf, und möchte auch nicht so klingen, wie der x-te BURZUM-Verschnitt, sondern lässt immer wieder sehr viele eigene Nuancen mit einfließen. So einen Moment bildet da beispielsweise das sehr schwermütige Klavierspiel in "Der Spiegel", oder der modern angehauchte Post Black Metal-Break in "Styx", ein Stück welches nicht nur durch diesen Umstand an die Gangart des letzten DEATHGATE ARKANUM Albums "Stillhallen" ("Seelen" zähle ich als Mini-Album) erinnert, sondern auch im Gesang. Hinzukommt hier ein gewisser Space Ambient-Einfluss, was aber auch nicht unnötig ausartet (um die Gemüter gleich einmal zu beruhigen). Auch findet ein gewisser Anteil an Folklore in der Musik von STEINGRAB seinen Platz und sorgt für die nötigen Rückzugs- und Ruhepole in "Mystik". Während "Zeugen der Macht" eindeutig den rasantesten Song des Albums darstellt, ist der folgende "Scheintot" mit Abstand der gemächlichste. Vorgetragen mit sehr viel Schwermut und melancholischer Nostalgie - genau mein Ding! Getoppt wird dieser Beitrag dann nur noch vom titel-gebenden Lied "Mystik", welches zum Inhalt passend, eine einzige Hymne darstellt, inklusive sturmgepeitschter Drums, melodischen Gitarren und reichlich Keyboard-Einsatz. "Der letzte Schein des Mondes" ist dann noch ein klassischer Rausschmeißer, der viel Gefühl und noch einmal viel Melancholie bietet: "Zu meiner Erlösung führt nur ein schmaler Grat"...

Fazit:
Die Musik von STEINGRAB weiß mich doch immer wieder zu begeistern. Eine solche Gratwanderung zwischen traditionellen Schwarzmetall-Klängen und modernen Einflüssen bekommt beileibe nicht jede Horde hin - oftmals scheitern sie gar kläglich. Doch STEINGRAB faszinieren mich seit der ersten Demo-Kassette, das Debüt-Album brachte dann die erhoffte Atmosphäre in voller Länge und das Live-Album war solide und trumpfte darüber hinaus noch mit ein paar neuen Stücken auf. "Mystik" ist wie schon das erste Album pure Magie, auch wenn es in vielerlei Hinsicht anders ist. Die Musik in Verbindung mit den sehr durchdachten und emotionalen Texten sind wahre Poesie und Geschichten, die es wert sind, Gehör zu finden. Das Album könnt ihr euch über die offizielle Bandcamp-Seite von STEINGRAB gegen eine kleine Spende von 5,- Euronnen herunterladen (inklusive Front- und Back-Cover), alternativ könnt ihr aber auch eine Email an Mahr schreiben, wenn ihr kein Geld für eine digitale Version ausgeben wollt. Ob und wann es das Album auf einem physischen Tonträger zu erwerben geben wird, kann ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen - ich bleibe aber auf jeden Fall dran, und werde es vermerken, sollte ich in der Richtung etwas mitbekommen.


Intensiver deutscher Black Metal mit viel Gefühl und voller Poesie. Meine Empfehlung!


Darbietungen:
01. Licht
02. Der Spiegel
03. Styx
04. Zeugen der Macht
05. Scheintot
06. Mystik
07. Der letzte Schein des Mondes

Laufzeit: ca. 42 Minuten




Dienstag, 16. Mai 2017

Review: Pure - J'aurais dû (CD, Symbol of Domination Production / Obscure Abhorrence Productions - 2017)

Bei PURE handelt es sich um ein Solo-Projekt aus der Schweiz, welches seit 2013 existiert und in diesem Zeitraum bereits fünf Alben aufzuweisen hat. Der aktuelle Auswurf von Herrn Ormenos (dem einen oder anderen vielleicht durch seine weiteren Projekte bekannt, von denen BORGNE, ENOID und RAVNKALD wohl zu den bekanntesten zählen dürften) hört auf den Namen "J'aurais dû" und kann sich allemal hören lassen...







Ehrlich gesagt, habe ich mich mit PURE nie wirklich auseinandergesetzt, bei ENOID war es auch nur das erste Album, RAVNKALD hatte ich mal reingehört und BORGNE kenne ich zumindest namentlich. Die Projekte des einsamen Kriegers so schmerzlich vernachlässigt zu haben scheint mir im Nachhinein als Fehler, nun nachdem ich die hier vorliegende CD mittlerweile einem dritten Durchlauf unterzogen habe. Ormenos zelebriert unter dem Banner von PURE stil-sicheren, atmosphärischen Black Metal, der nicht nur auf Grund seiner durchweg französischen Sprache sehr an die Gangart diverser Kapellen aus Québec erinnert. Hymnisch und erhaben, dann mal nostalgisch und melancholisch, fast träumerisch, aber auch mit sehr viel Wut und Frustration im Bauch vorgetragen. Dabei ist die Musik jedoch immer sehr melodiös gehalten und spielt sich zumeist im getragenem Midtempo ab. Jeder Song ist daher für sich genommen, sehr individuell gehalten. Wo aber etwa "Anonyme et sans visage" eher den hymnischen Aspekt in den Vordergrund stellt, wird bei "Le jour où je suis mort" die Aufmerksamkeit eher auf das Düstere und Melancholische in der Musik gerückt, was zeigt, dass PURE mehrere Facetten besitzt, mit verschiedenen Stimmungen und Emotionszuständen spielt und dadurch alles andere als Durchschnitt ist.

Fazit:
Ein beeindruckendes Werk! PURE's "J'aurais dû" stellt gerade in Anbetracht der Tatsache, dass es sich um ein Ein-Mann-Projekt handelt, einen mehr als bemerkenswerten Beitrag zum helvetischen Underground dar. Die CD erschien in einer Kooperation von Symbol of Domination aus Belarus (ein Unterlabel von Satanath Records) und der deutschen Tonschmiede Obscure Abhorrence und kommt als normale Jewelcase daher. Limitiert ist die ganze Angelegenheit auch - und zwar auf 500 Exemplare weltweit. Interessenten aus Deutschland sollten sich daher auch direkt an Obscure Abhorrence Productions wenden und sich dort ihre CD sichern.

Räudiger, aber atmosphärischer Black Metal ohne Kompromisse. Empfehlenswert!


Darbietungen:
01. Anonyme et sans visage
02. Je tuerais le monde pour ta lumière
03. Le silence mortel
04. Le jour où je suis mort
05. J'aurais dû
06. Solitude

Laufzeit: ca. ca. 37 Minuten




Sonntag, 14. Mai 2017

Review: Daudadagr - Vid skuggornas svarta månsken (EP, Purity Through Fire - 2017)

Ursprünglich bereits im Jahr 2012 auf Kassette und in nur sehr geringer Stückzahl veröffentlicht, fand diese Demo-EP nun endlich ihren Weg auf Vinyl-Scheibe und darüber hinaus auch zu einem breiteren Publikumskreis. Den Release der 7'' übernahm dabei die deutsche Tonschmiede Purity Through Fire.







Die Zukunft des Projekts von dem vielbeschäftigten Recken Swartadauþuz (u.a. AZELISASSATH, BEKËTH NEXËHMÜ, MYSTIK, SUMMUM) scheint ungewiss nach gerade einmal zwei hervorgebrachten Demos. Es wäre schade um DAUDADAGR, da zumindest diese erste Veröffentlichung  der Horde, welche hier noch mit dem Gesang und ddem Schlagzeugspiel von Sir N. aufwartet, sehr eingängigen und emotionalen Schwarzmetall bietet, der heutzutage nur selten zu finden ist. Die beiden Lieder "Vid skuggornas..." und "...svarta månsken" zelebrieren jeweils einen mitreißenden, gefühlvollen und stolz-erhabenen Stil, der die Traditionen der alten nordischen Zeiten hoch hält. Mit viel Arroganz, Verachtung gegen das Menschsein, inbrünstigem Hass, der Ehrung für die Nacht und die Dunkelheit der Natur. So erinnert der erste Song in seinem rasanten aber sehr hymnisch-hypnotischen Treiben doch sehr an BURZUM's "Jesus' Tod (Jesu død)". Kraftvoll, melodisch, beinahe episch in seiner Darbietung, inklusive Keyboards und Chor-Samples. "...svarta månsken" steht dem in nichts nach und präsentiert sich gar noch eine Spur eigenständiger, aber auch verstörender.

Fazit:
Eine EP, die es in sich hat. Was hier innerhalb der zwei dargebotenen Lieder präsentiert wird, erweist sich als emotionaler und anspruchsvoller als so manches Voll-Album. Wer also viel Wert auf authentische Atmosphären und an seinen Black Metal generell einen gewissen Anspruch und Niveau hegt, der wird in diesem Release mehr als fündig werden. Lange sollte man allerdings nicht über eine Anschaffung nachdenken, da die schwarze 7'' Vinyl auf gerade einmal 300 Exemplare limitiert ist. Zwecks Bestellungen wendet ihr euch am besten direkt an Purity Through Fire.

Tradioneller Schwarzmetall aus Schweden. Total Support!


Darbietungen:
01. Vid skuggornas...
02. ...svarta månsken

Laufzeit: ca. 13 Minuten




Review: Grav - Projektioner af död (LP, Darker than Black Records - 2017)

Ganze vier neue Veröffentlichungen hat GRAV, eines der vielen (noch existierenden) Ptojekte von Sir N. (u.a. SVARTRIT, DAUDADAGR, ex-KAOS SACRAMENTUM) in diesem Jahr aufzuweisen. Darunter befinden sich neben diesem Voll-Album noch ein weiteres, eine MLP und eine Kompilation.









Auf Grund der Anzahl, der nahezu zeitgleich erschienenden Platten, darf man wohl grundsätzlich zunächst einmal skeptisch sein, ob das hier dann qualitativ hochwertig ist. Ich pickte mir also das erste neue Album raus und legte es ohne großartige Erwartungen auf den Teller. Konnten mich ja schon die letzten Veröffentlichungen der Projekte des Herrn Svartdöden, der ja teils auch mit den eng mit den Arbeiten von Sir N. verbunden war oder immer noch ist, eher kaum hinter dem Ofen hervorlocken oder enttäuschten mich sogar regelrecht (das aktuelle Werk AZELISASSATH's ist es in meinen Augen nicht einmal wert auch nur ein Wort darüber zu verlieren). Wie verhält es sih nun bei Sir N.'s GRAV? Erfreulicher Weise anders, wie schon nach den ersten Klängen klar wird. Klar, auch hier wird kaum etwas Neues geboten, doch GRAV versteht es auf Anhieb, mich mit dem zelebrierten Black Metal in seinen Bann zu ziehen. Düster, melancholisch, kalt und hasserfüllt zeigt sich der Stil, den ich immer schon bei dieser Band schätzte. Kompositorisch macht dem Herrn keiner etwas vor und Sir N. versteht es meisterlich, aus seinem minimalistischen Schwarzmetall ein Maximum an atmosphärischer Finsternis und kontinuierlicher Spannungsbögen heraus zu holen. Beeindruckend!

Fazit:
Wilder und ungezügelter Underground Black Metal zwischen majestätischer und erhabener Atmosphäre und absoluter Dunkelheit und Negativität. Für mich ganz klar ein Werk, was schon jetzt den Aufdruck "KVLT" verdient! Die Tatsache, dass die - im übrigen nicht sichtbar limitierte - Vinyl-Scheibe wieder einmal über Darker than Black veröffentliht wurde, wird wohl einige potentielle Interessenten vom Kauf eher abhalten, aber das Problem haben ja auch Anhänger von ACHERONTAS oder ASCENSION mit W.T.C. - letztlich muss jeder für sich selbst entscheiden, was er in welcher Form unterstützt. Wer nicht direkt beim Label bestellen möchte, der wende sich einfach an den Underground-Dealer seines Vertrauens.

Pure Black Metal aus Schweden - fuckin' Kvlt!


Darbietungen:
01. Projektioner af död
02. Förlamad i min egen besvärjelse
03. Själslig fördömelse
04. Psychotic Shadows
05. Worlds of illusions
06. Possessed by Demon Energy
07. Hypnoses (Anti-krist)
08. Timeless Depression
09. Undergångsvals


Laufzeit: ca. 46 Minuten




Mittwoch, 10. Mai 2017

Review: Runespell - Aeons of Ancient Blood (MC, Iron Bonehead Productions - 2017)

Aus Australien stammt das neue Projekt von Nightwolf, der bereits mit BLOOD STRONGHOLD oder ETERNUM auf sich aufmerksam machte. RUNESPELL lautet der Name und "Aeons of Ancient Blood" ist die erste fertig gestellte Demo-Präsentation, welche vor einigen Tagen von Iron Bonehead veröffentlicht wurde. Was sie taugt, lest ihr nun...








Insgesamt hält die Kassette fünf Lieder bereit, von denen allerdings das erste als kurzes Instrumental-Intro dient und das dritte als Zwischenspiel. Was bleibt sind also drei reguläre Stück, auf die ich mich hauptsächlich konzentrieren möchte. "The Calling..." präsentiert sich für ein Intro zwar solide, bietet allerdings jetzt auch nichts wirklich Aufregendes. "War-Wolf Virtue" dagegen prescht dann aber direkt ordentlich nach vorne und bereits hier wird deutlich, dass der musikalische Stil sich stark an den polnischen Black Metal der 90er orientiert, aber auch einige Anleihen an den französischen Schwarzmetall bietet oder an die Szene aus Quebec erinnert. Da trifft ungezähmte Wildheit ala GRAVELAND's "Thousand Swords" auf episch-triste Hymnen Marke Norman Shores und den mitreißenden atmosphärischen Stil von FORTERESSE. Das ist alles nicht wirklich neu, doch klingt RUNESPELL doch recht authentisch in dem, was er zelebriert. Und genau deshalb funktioniert "Aeons of Ancient Blood" in meinen Augen auch wunderbar, wenn auch die kurze Spielzeit wirklich schade ist.

Fazit:
RUNESPELL's Debüt-Demo kann definitiv was. Paganer Black Metal vom alten Schlag, der aber nicht angestaubt klingt, sondern im Gegenteil sehr vital und erfrischend fernab jeglicher Klischees. "Aeons of Ancient Blood" hat eindeutig das Zeug dazu, sich auf Dauer gesehen zu einem Kult-Demo zu mausern - leider trüben die Überschaubarkeit der Beiträge sowie die doch recht kurze Spielzeit den Gesamteindruck ein wenig. Die äußerst professionell aufgemachte Kassette erhaltet ihr für 6,- Euronnen im Mailorder von Iron Bonehead Productions.

Atmospheric Black Metal - potentielles Kult-Demo... meine Empfehlung!


Darbietungen:
01. The Calling...
02. War-Wolf Virtue
03. Steel Wings
04. The Dark Roots of Iron Valor
05. Aeons of Ancient Blood

Laufzeit: ca. 23 Minuten




Review: Thromos - Vergessene Tiefen (CD, Necro Genocide Records - 2017)

Mal abgesehen von zwei kurzen Auszeiten 2011 und 2013 veröffentlichte das Duo THROMOS aus Roßlau nunmehr seit 2008 jedes Jahr einen neuen Tonträger. Nach einer Reihe von Demos, einem Video und einer EP entstand nämlich in diesem Jahr das Debüt-Album "Verfault & vergessen" - seitdem hat sich einiges getan und man präsentiert mit "Vergessene Tiefen" das inzwischen achte Voll-Album, einmal mehr veröffentlicht durch die Thüringer Schmiede Necro Genocide, bei denen sich die Band ja ziemlich heimisch zu fühlen scheint, ist es doch bereits das zweite Werk nach "Besessen" unter diesem Banner.



Die Aufmachung ist einmal mehr schlicht und einfach gehalten, dafür aber auf den Punkt gebracht und unmissverständlich. Der Minimalismus verfehlt auch hier seine Wirkung in keinster Weise. Allein das Cover mit dem dezent gesetzten Logo und dem recht kleinen, beinahe schon unscheinbaren Titel in der unteren rechten Ecke. Vordergründig ein Mitglied mit Kerzenlicht und einer beschwörenden Geste, sowie einem dritten Auge. Mystisch, okkult und satanisch. Es könnte nicht passender gemacht sein, denn es spiegelt genau die Atmosphäre der Musik wider und lässt die Klänge in Bildern entstehen. So ist THROMOS mit "Vergessene Tiefen" wieder einmal ein pures Underground Black Metal Album gelungen, welches gerade durch seinen kernigen Minimalismus lebt. Den einen wird es vielleicht zu schlicht ausgefallen sein, doch jene haben die Essenz dessen, was Schwarzmetall eigentlich ausmachen sollte, und welche THROMOS in ihrer Musik wunderbar einzufangen wissen, wohl eher nicht begriffen. Dabei ist den beiden Mannen Mortifer Daemon und Nissen das kleine Kunststück geglückt, sich innerhalb ihrer eng gesteckten Grenzen voll zu entfalten: die Atmosphäre des neuen Albums lebt zwar in erster Linie durch räudige Wildheit, die die absolut kalt-desolaten und primitiven Stücke erzeugen, doch wird das Geschehen immer wieder von sehr okkulten und rhythmischen Passagen aufgelockert und aufgewertet. Auch instumentale Solo-Parts ("Durch das Auge des Teufels") und gezielte Tempowechsel lassen sich ausmachen. Sogar akustische Passagen sind dem Black Metal beigefügt ("Vereint in Seiner Dunkelheit"). In kompositorischer Hinsicht ist "Vergessene Tiefen" also definitiv das ausgereifteste Werk der Band bisher - ein zu nennender Anspiel-Tipp wäre hier auf jeden Fall "Monotonie des kosmischen Zerfalls".

Fazit:
Die beiden Recken aus Sachsen-Anhalt haben wieder zugeschlagen... und ihr neues Album "Vergessene Tiefen" ist das wohl mit Abstand beste, was sie bisher veröffentlicht haben. Es ist in seiner Ganzheit vielleicht nicht ganz so böse wie "Hexenkult" oder "Alte okkulte Macht", bietet dafür aber umso mehr Mystik und ausgefeiltere Atmosphären. Interessant ist hier natürlich auch, wenn man sich den Vorgänger betrachtet, dass sich die Band bereits dort über den Namen des Nachfolgers einig gewesen sein muss, wird er doch in der letzten Zeile von "Besessen" erwähnt... die CD kommt im Jewelcase und hat eine mir unbekannte Auflage (ich denke mal, mehr als 500 werden es wohl nicht sein). Sichern könnt ihr euch euer Exemplar direkt über Necro Genocide Records oder auch über Wolfmond Production, welche das Album beide für jeweils 10,- Euronnen anbieten.

True Occult German Underground Black Metal - nothin' more to say!


Darbietungen:
01. Fremde Stimmen aus zeitlosen Welten
02. Im Zentrum des Nichts
03. Baphomet
04. Kalte verlorene Dimensionen
05. Durch das Auge des Teufels
06. Monotonie des kosmischen Zerfalls
07. Vereint in Seiner Dunkelheit
08. Unmenschliche Präsenz
09. Vergessene Tiefen
10. Unbetitelt

Laufzeit: ca. 64 Minuten




Sonntag, 7. Mai 2017

Review: Burial Sun - Burial Sun (CD, A Fine Day To Die Records - 2017)

Mit dem hier vorliegenden Werk präsentiert uns die Schmiede A Fine Day To Die aus Spanien ein Re-Release des ersten Albums von BURIAL SUN aus dem Jahr 2011 und legt dieses damit auch gleichzeitig zum ersten Mal auf CD auf. Die Musik der Finnen wird als Noisy Atmospheric Black Metal umschrieben - viel mehr ist zu diesem Projekt auch nicht bekannt. Also dann mal rein in die Anlage und angehört...







Zunächst einmal lässt sich festhalten, dass hier nicht auf einen super derben Noise-Sound gesetzt wurde (glücklicher Weise), sondern sich das ganze als recht atmosphärischer, getragener Melancholic Black Metal erweist. Dabei erweist sich das Tonmaterial zwar als recht schlicht und einfach gehalten, verfehlt seine puristische Wirkung aber nicht. So atmet jeder der insgesamt sechs Songs pure Tradition und Vergangenheit und hinter jeder schwermütigen Note verbirgt sich ein Gänsehaut verursachender Hauch von Nostalgie. Musikalisch bewegt man sich eher im langsamen Midtempo, nimmt sogar stellenweise einen beinahe-Doom-Charakter vor allem in den Gitarren an, legt aber hier und da auch schon mal an Geschwindigkeit zu - verlässt die Gefilden des Midtempo aber nie.

Fazit:
Insgesamt betrachtet ist das Debüt von BURIAL SUN kein schlechtes Album geworden, lässt allerdings Punkte wie Innovation oder wirkliche Eigenständigkeit vollkommen außer Acht. Es gibt hier nicht wirklich etwas zu hören, was man nicht schon einmal woanders gehört hat - allerdings muss ich dem Projekt zugestehen, dass es instrumental nichts zu beanstanden gibt, und man so zumindest nicht den Eindruck gewinnt, das alles bereits x-mal in besserer Präsentation gehört zu haben, was die Sache dann insgesamt doch irgendwie wieder gut und recht solide macht. Letztlich muss aber jeder für sich entscheiden, ob er BURIAL SUN wirklich braucht und eine Chance einräumt. Die CD erschien im Vinyl-Look mit silberner Abspielseite, im Jewelcase mit 4-seitigem Beiheft und ist limitiert auf 666 hand-nummerierte Exemplare. Bestellungen sind wie immer direkt an A Fine Day To Die Records zu entrichten. Alternativ können sich Interessenten aus Deutschland mittlerweile aber auch an einige heimatliche Mailorder wie z.B. Sol Records wenden, die den VÖ-Katalog von AFDTD Records ebenfalls im Programm haben.

Hateful & Atmospheric Melancholic Black Metal. Solide hörenswerte Kost - allerdings auch nichts wirklich Besonderes!


Darbietungen:
01. I
02. II
03. III
04. IV
05. V
06. VI

Laufzeit: ca. 38 Minuten