Sonntag, 12. November 2017

Review: Slowjoint & Gaia - Split (LP, Virkelighedsfjern / Vinyltrolden / Svensk Psych Aften / AUSI Records / Magisk Stat - 2017)

It's time to get high... die beiden Kapellen SLOW JOINT und GAIA aus Dänemark veröffentlichten Anfang des Monats eine gemeinsame Split und zelebrieren auf dieser eine psychedelische Mixtur aus Sludge, kosmischen Doom-Klängen, Stoner Metal und Psychedelic Rock mit jeder Menge Fuzz und Rauchschwaden. GAIA können bereits zwei Alben und eine Demo seit 2014 vorweisen, SLOWJOINT immerhin ein Voll-Album sowie eine Demo und zwei Singles.






Die ersten beiden Beiträge steuern die drei Mannen von GAIA aus Kopenhagen bei. Mit ihrer erhabenen Mischung aus atmosphärischem Doom in extra slow-motion und von Drogen geschwängertem Stoner wissen die Herren gleich von Anfang an zu überzeugen. "Wound Gratuity" kommt ordentlich schleppend und walzend daher, schwebt gleichzeitig aber auch in überirdischen Sphären, die man in diesem Genre nur selten antrifft. Letzteres ist nicht zuletzt dem Gesang geschuldet, welcher zwar sehr hintergründig aufgenommen zu sein schein, dabei aber den interessanten Effekt aufweist, dass er über allem zu schweben scheint. Das instrumentale Grundgerüst aus dröhnendem Heavy Doom, Stoner und Space Rock-Whatever zeigt sich dabei schlicht und gar etwas primitiv, erhält dadurch aber eine hypnotische und fast schon meditative Wirkung. Da zeigen sich Einflüsse von SAINT VITUS, wie ELECTRIC WIZARD oder auch FUZZ deutlich, aus denen GAIA aber dann letztlich ihr ganz eigenes Süppchen kochen. Das zeigt sich dann auch in ihrem zweiten Song "There is Nothing Left", der zusätzlich gar noch eine ziemlich melancholische Aura aufweist. Wenn der Sänger verzweifelt ins Mikrofon brüllt wird deutlich, dass hier große Emotionen mit im Spiel sind - da ist die Gänsehaut inklusive!

Das Trio SLOWJOINT gibt sich die Ehre, und gleich der Beginn von "Beverage Joe" verspricht bereits, dass es hier ungleich dreckiger und matschiger zur Sache gehen wird. Sludge Stoner Doom Metal ist die Devise. Selbst bezeichnet man seinen Stil mit "Retarded Blues" und erinnert dabei teils recht stark an die ersten MONSTER MAGNET, an MAMMOTH MAMMOTH oder die Stoner Sludge-Pioniere BONGZILLA. Dreckig, hart, kompromisslos und stoned. Die Gesellschaftskritik bekommt man dann noch oben drauf.

Fazit:
Was diese beiden Kapellen, die mir zuvor noch total unbekannt waren, abliefern ist Stoner Doom in Reinkultur. Wenn die beiden dänischen Gruppen auch völlig andere Grundsteine für ihre Musik legen, so haben sie doch beide einen sehr ähnlichen Effekt. GAIA noch erhaben, kosmisch agieren und über allem schweben zu scheinen, so holen SLOWJOINT den Hörer schnell auf den harten Boden der Tatsachen zurück, um ihm ihren Sludge-Sound ins Gesicht zu werfen - um anschließend gemeinsam ordentlich einen durch zuziehen und abzufeiern. Die Split ist auf schwarzes Vinyl gepresst worden und kann über den Kontakt von Virkelighedsfjern bezogen werden. Solltet ihr einmal einen Ausflug nach Dänemark unternehmen, würde sich auch auf jeden Fall ein Besuch im Plattenladen Vinyltrolden lohnen, der die Scheibe mit veröffentlicht hat und der wohl auch ein paar Exemplare hat. Preislich beläuft sich das Ganze auf 120 DKK (etwa 16,- Euronnen).

Bong Worshipping Metal. Nothing for the weak!


Darbietungen:
Gaia:
01. Wound Gratuity
02. There's Nothing Left
Slowjoint:
03. Beverage Joe
04. Low and Slow
05. Politicks

Laufzeit: ca. 41 Minuten




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