Sonntag, 14. Januar 2018

Kombi-Review: Fullmoon Lunacy - Invocation (Demo 1) & Cenotaph (Demo 2) (MC, Sol Records - 2017)

Zugegeben hinke ich derzeit etwas mit dem Blog hinterher,
einige eigentlich wichtige Releases habe ich im letzten Jahr nicht mehr
besprechen können und auf andere wurde ich auch erst in letzter Zeit aufmerksam.

So auch auf die beiden Kassetten von FULLMOON LUNACY, die ich aber vor
meinem abschließenden Jahresrückblick 2017 nicht unterschlagen möchte.
Dieser kommt zwar nun auch wieder etwas verspätet - aber wie heißt es so schön:
besser spät, als nie.


Widme ich mich nun jedoch der ersten von beiden Veröffentlichungen. FULLMOON LUNACY agiert hier als Duo, bestehend aus St. an den Gitarren und dem Bass, sowie verantwortlich für den Gesang und das atmosphärische Ambiente und mit M. am Schlagwerk - jedoch lediglich als Session-Instrumentalist. Wer nun nur etwas mit der Materie vertraut ist, wird beim Anblick des Covers wohl auch schnell erkennen, dass die Veröffentlichung über Sol Records nicht von ungefähr kommt. Mehr möchte ich jedoch nicht verraten...






Zelebriert werden in insgesamt fünf Liedern lupenreiner und brachialer Black Metal mit einer ordentlichen Prise Death, was so ein wenig an THORYBOS denken lässt - ein Projekt, welches ebenfalls aus dem Dunstkreis von Deviant Records / Sol Records stammt. Die Musik von FULLMOON LUNACY ist kraftvoll und ursprünglich in ihrer Darbietung, zeigt sich absolut finster und jeder, der hier auch nur einen Hauch von positiver Energie oder tröstlicher Harmonie erwartet, ist definitiv fehl am Platz. Ohne Umschweife und Kompromisse wird hier dem Gehörnten gehuldigt und der Untergang des Menschseins zelebriert, ohne jedoch zu plump zu wirken, sondern von echter Überzeugung getrieben ist.. Seite A enthält dabei den Black/Death-Anteil, während Seite B einen langen Dark Ambient-Song enthält, welcher auf "Invocation Ritual" getauft wurde und an rituelle Ambient-Musik Marke alte MELEK-THA (ich denke da an das 1999er Album "De Magia Naturali Daemoniaca"), sich jedoch als deutlich düsterer und trister erweist. Zudem nicht so viele Sample-Spielereien und schon gar keine Industrial-Anleihen enthält.

Fazit:
Man kann verstehen, wieso dieses Tape lange Zeit nicht für eine breite Masse zugänglich gemacht wurde, wie es auf der Seite des Labels heißt. Diese ursprüngliche Art von FULLMOON LUNACY werden wohl nur die Wenigsten verstehen können und noch weniger werden wohl begreifen, was man hier auszudrücken versucht. Es geht hier nicht darum zu zeigen, wie toll man doch seine Instrumente beherrscht oder um die 100ste Zelebrierung eines ach so eingängigen Riffs, was einmal mehr zeigt, dass der Black Metal in musikalischer Form längst Teil der Mainstream-Maschinerie geworden ist. "Invocation" ist eine Herzensangelegenheit, etwas Besonderes, Dunkelheit, die direkt aus dem Herzen in disharmonische Töne nach außen getragen wurde. Ein Werk, welches trotz seiner brachialen Zelebrierung eine tiefgreifende Wirkung entfaltet. Als Anhang eine Einbettung des vollständigen Streams.

Authentisches Werk und gerade für eine erste Demo-Präsentation absolute Spitze... hier gibt es eigentlich nur die Empfehlung: besorgt euch das Teil!


Darbietungen:
A-01. A Swarm of Insects
A-02. A distant World
A-03. His unborn Sons
A-04. Shadowrealm
B-05. Invocation Ritual

Laufzeit: ca. 24 Minuten






Die zweite Demo hört auf den Namen "Cenotaph" und beinhaltet sechs Lieder, von denen jedoch das erste ein Intro darstellt, ein als Zwischenspiel her hält und das letzte ein Outro ist. Bleiben summa summarum lediglich drei 'wirkliche' Lieder, was für eine Demo-Präsentation aber immer noch ok ist - zudem weisen selbst diese drei Stücke noch eine beachtliche Spiellänge auf. In Sachen Besetzung hat sich hier ein wenig verändert: St. zeichnet immer noch verantwortlich für Gitarren, Bass, Gesang und atmosphärische Untermalungen zuständig, wird hier jedoch von Nargraahl (ex-SVARTHYR) an der Gitarre und Bavragor (BALNASAR, SHORES OF LADON) an den Session-Drums unterstützt.



Abermals kann man das Fundament, auf welchem "Cenotaph" fußt, grob als Black/Death bezeichnen, weist aber im direkten Vergleich zu der ersten Demo mehr Aspekte, Details und feinere Nuancen auf. Schon allein durch die ambienten Einspielungen zwischen den eigentlichen Zelebrierungen entwickelt sich hier eine düstere und unheilvolle Atmosphäre, die sich definitiv anders anfühlt, als auf "Invocation". Dafür sorgen auch die erhabenen Chöre innerhalb der Songs, die zwar spärlich eingesetzt wurden, aber immer mal wieder auftauchen (wie bei "Part III - With broken sighs the vision spake"). Der keifende und bellende Gesang scheint direkt aus dem Schlund der Hölle zu erschallen und macht damit die Symbiose aus ursprünglicher, brachialer Gewalt und satanischer Glorie perfekt. Gerade die Gitarren haben hier und dar unverkennbare Referenzen gerade an alte DARKTHRONE ("Under A Funeral Moon" - have you finally dig it, motherfuckers?).

Fazit:
Auch die zweite Präsentation von FULLMOON LUNACY kann sich mehr als hören lassen. Ein Werk, welches kompromisslose finstere Abartigkeit mit stolzer satanischer Erhabenheit paart. Mit anderen Worten: genau mein Ding! Dabei zeigt man sich auch auf "Cenotaph" erfreulicher Weise frei jeglicher Klischees und Trends, sondern zieht einfach seine eigenen Vorstellungen durch und klingt so wesentlich ehrlicher und stärker als so viele andere angesagte Bands der 'Szene'. No Mosh, No Fun, No Friendship, No Trends - just Black Fucking Metal. Beide Kassetten kommen in transparenter Hülle und als bedrucktes schwarzes Tape mit beidseitig bedrucktem Cover, welches die kompletten Texte enthält (bei "Invocation" sind es lediglich Fragmente, da der größte Teil der Lyrics nicht mehr auffindbar war) und sind auf jeweils 100 Exemplare limitiert. Bestellungen gehen am besten direkt an Sol Records, welche die Tapes für jeweils 6,- Euronnen anbieten. Anbei noch der Stream dws vollständigen Werkes als Einbettung.

Pure Black Metal Art. Weitere Worte braucht es hier nicht. Auch hier vergebe ich eine absolute Kaufempfehlung!


Darbietungen:
A-01. Introduction
A-02. Part I - In Awe and Silence
A-03. Interlude
A-04. Part II - The old foaming Oceans
A-05. Part III - With broken sighs the vision spake
A-06. Outroduction (Invocation Ritual II)

Laufzeit: ca. 34 Minuten





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