Samstag, 3. Februar 2018

Preview/Vorab-Review: Elfsgedroch - Dwalend bij Nacht en Ontij (MLP, Diaphora Produktion - 2018)

Wenn es im letzten Jahr ein Album gab, welches mich in all seinen Facetten gefangen genommen hat, dann war es "Op de beenderen van onze voorvaderen" - das erste Werk aus der Feder des Projekts ELFSGEDROCH, welches aus der alt-ehrwürdigen Provinz Groningen an der niederländischen Nordsee stammt. Nun folgen auf dieses Werk in absehbarer Zukunft gleich zwei neue Veröffentlichungen. Zum einen eine EP, welche den Titel "Burchten van't Hooghe Noorden" trägt und zum anderen die "Dwalend bij Nacht en Ontij" MLP, zu welcher mir bereits ein Song vorliegt. Was ich nun als Aufhänger für diese Vorab-Rezension genutzt habe...



Eine Band, die aus einem solch historischen und sagenumwobenen Ort stammt, der viele Mythen, Legenden und Geschichten zu erzählen weiß, hat natürlich auch im Idealfall ein ganz eigenes Flair und atmet eine ureigene erzählerische Atmosphäre voll düsterer Epik und tiefgreifender Historie. Dass ELFSGEDROCH genau von diesem Schlage sind, bewiesen sie bereits sehr gekonnt auf ihrem Debüt-Album, welches den Hörer auf eine abenteuerliche und emotionsgeladene Reise durch die Geschichte nahm, "Über die Knochen unserer Vorväter", wie es schon der Titel verlauten ließ. Dies setzt sich nahtlos auf der kommenden MLP fort und Titel, sowie Cover lassen wahrlich nicht zuviel erwarten, denn der mir vertrauensvoll zugesandte Vorab-Track lässt auf etwas Großes und auf eine ähnlich emotionale Geschichte hoffen, wie es bereits der Vorgänger tat. Thematisch wird sich der Fahrt zur See gewidmet, was mit einer für die Nordseeküste typischen Geräuschkulisse eingeleitet wird. Was folgt, gleicht dann einem rhythmischen Sturm. Die Sehnsucht nach der Weite, aber auch nach der Heimat, die Verzweiflung im Angesicht der gnadenlosen Sturmflut, der Kampf um das nackte Überleben und gegen die dunkle Finsternis der Tiefen der rauen See, die erbarmungslos ruft, ist hier deutlich spürbar und wird in den oft schnelleren, aber sehr atmosphärischen Instrumenten hervorragend nach außen getragen. Der akustische Part samt Einspieler zur Mitte hin hat da beinahe schon etwas sehr Sensibles und Versöhnliches. Der Schluss hingegen mit dem Geschrei von Möwen hat etwas Endgültiges an sich, und man weiß als Hörer einfach, dass diese Fahrt für keinen gut ausgegangen ist und die unerbittliche See sich erneut ihre Opfer geholt hat. Im Zusammenhang mit dem Gemälde als Cover-Motiv entstehen beim geneigten Hörer so viele Bilder und Assoziationen im Kopf, dass es fast schade ist, diese Reise nach guten 10 Minuten beendet zu wissen.

Vorläufiges Fazit:
Was für ein Hammer von einem Lied! Sollte das Komplettwerk in diesem Stil gehalten sein, vielleicht sogar eine durchgehende Geschichte erzählen wie ich es jetzt einfach einmal vermute, dann steht uns im April / Mai noch Großes bevor - denn um diesen Zeitraum wird "Dwalend bij Nacht en Ontij" zusammen mit der "Burchten van't Hooghe Noorden" EP veröffentlicht werden. Wie bei Diaphora üblich werden beide Werke exklusiv auf Vinyl erscheinen, dann auch jeweils wieder in verschiedenen farblichen Varianten (ein Promo-Foto der MLP zeigt eine blaue und eine weiße Platte, was zur Nordsee-Thematik ja auch ziemlich passend wäre). Eine Limitierung wird es geben - diese wird aber diesmal außen vor gelassen. Wer die Band aber bereits von ihrem Album oder aber den hier bald zu vernehmenden Vorab-Song zu schätzen weiß, findet sicher in geeigneter Zeit den Weg zu seinem Distro des Vertrauens - der jämmerliche Rest weint später.

Und wieder sind es die Niederländer, die hier überraschen. ELFSGEDROCH haben mich mit ihrer Musik von Anfang an in ihren Bann gezogen, und die Vorab-Präsentation verspricht, dass sich dieser Umstand mit dem kommenden Werk nicht ändern wird... Ich verbleibe mit großen Erwartungen!


Darbietungen:
01.De broedermoordvloek
02. Het duivelsvuur van Schiermonnikoog
03. De Armemanskisten
04. Rixt deel 1: Het dansende duivelslicht van dood en verderf
05. Rixt deel 2: Geweeklaag der Helleveeg




Video folgt...

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