Dienstag, 13. Februar 2018

Review: Elegiac - Rise from the Ashes (CD, Ewiges Eis Records - 2018)

Kaum, dass ich die letzte Veröffentlichung aus dem Hause Ewiges Eis besprochen habe, folgt schon die nächste. Dieses Mal in Form der CD-Auflage des bereits 2017 veröffentlichten Albums "Rise from the Ashes" des Ein-Mann-Kommandos ELEGIAC aus Amiland. Dieses wurde zunächst in digitaler Form und auf Kassette präsentiert. Beide Veröffentlichungen stammen aus dem Haus Sacrificial Sounds, ein kleines Label, welches wie die Band selbst in San Diego beheimatet ist und hinter dem sich vermutlich auch Protagonist Zane Young verbirgt.




Nun folgt also die Auswertung auf CD über das deutsche Underground-Label Ewiges Eis Records. Zunächst einmal fällt beim ersten Blick gleich auf, dass die Odal-Rune im Artwork verschwunden ist - wahrscheinlich ist der Grund hierfür in der Rechtslage der BRD zu suchen, wobei die Odal-Rune per se nicht straftrechtlich relevant oder gar verboten ist. Aber man kennt das ja: irgendwelche Hohlköppe, die da wieder irgendetwas hochpolitisches hineininterpretieren wollen, nur weil mal wieder eine Rune im Artwork oder im Logo zu finden ist. Als gäbe es nicht schon genug (bedeutendere) Probleme auf dieser abgefuckten Welt. Aber ich schweife einmal wieder ab... wobei eigentlich trifft es den Nagel auf den Kopf. Denn bei ELEGIAC ist der Name Programm: ins Deutsche übersetzt bedeutet der Name nämlich etwa "(an)klagend" oder "schwermütig" und kommt von der Elegie, dem Klagelied. Jene, die nun ein 08/15-DSBM-Werk erwarten, dürften wohl enttäuscht werden, während diejenigen, die es bereits befürchteten, erleichtert aufatmen dürfen. Die Musik von ELEGIAC hat zwar melancholische, schwermütige bis depressive Züge, die gestalten sich jedoch als gelungenes Stilmittel, ähnlich wie bei älteren Sachen von BURZUM, JUDAS ISCARIOT oder, um ein aktuelleres Beispiel zu nennen, PLAGUES. Gerade im räudigen Gesang gepaart mit diesem unverfälschten misanthropischen Stil zeigt sich die Gemeinsamkeit zu letztgenannter Horde, welche ja ebenfalls aus Amiland stammt. So beginnt "The Imminent Cleanse" gleich schön ruppig, zeigt jedoch auch sehr erhabene Seiten. Im Verlauf zeigt man sich gar etwas okkult ("Archaic Wisdom"). Höhepunkt des Albums stellt für mich aber "The Dungeon of Existence" dar, der die immer mal wieder durchscheinende klagende Ader der Musik auf die Spitze treibt und mit einem sehr schwermütigen Riff beginnt, auf welchem dann ein Schwall hasserfüllter dunkler Essenz folgt und sich über den Hörer ergießt. Trotz der düster-bedrohlichen und gewalttätigen Atmosphäre wird das rhythmische Midtempo nicht verlassen, ganz im Gegenteil wird es hier und da immer mal wieder gemächlicher, als würde man mit seiner Art der Musik bewusst ein Zeichen gegen den modernen und schnelllebigen Zeitgeist setzen wollen. Dagegen zeigt man in Stücken wie "Native Soil" ordentlich Zähne und hat mit eben jenem Beitrag eine wahre Hymne geschaffen, die in den Gitarren anfangs gar etwas Pagan aufklingen lassen. "Astral Migration" schraubt dann abermals an der Geschwindigkeitsregelung und präsentiert sich als eiskalter Black/Thrash-Bastard, welcher auch einen gewissen punkigen Einfluss nicht verbergen kann. Erwähnenswert sind hier sogar ausnahmsweise einmal die beiden Zwischenspiele sowie das Outro, welche alle selbst eingespielte Instrumentals darstellen und nicht wie bei vielen anderen aus der Konserve stammen.

Fazit:
ELEGIAC hat mit "Rise from the Ashes" ein wahrhaft gelungenes Black Metal-Album hervorgebracht, welches zwischen Nostalgie, Melancholie, Trübsal und tiefgründiger Misanthropie hin und her schwankt und damit eine Fülle an Emotionen bereit hält. Eben genau wie es sein sollte. Bleibt abzuwarten, was die Zukunft noch bereithält, seit diesem Album wurde bereits ein weiteres veröffentlicht und eine Split mit WINTAAR über Ewiges Eis ist auch bereits angekündigt. Das Album ist als CD im Jewelcase (500 Exemplare) erhältlich, darüber hinaus wurde auch eine auf 50 Stück limitierte A5-Digi veröffentlicht. Der Preis beläuft sich dabei auf 11,- (für's Jewelcase) bzw. 18,- Euronnen und sind entweder direkt über Ewiges Eis Records oder aber auch im Mailorder von Methorn erhältlich.

Ami Black Metal voll nostalgischer und grimmiger Atmosphäre. Sollte man sich nicht entgehen lassen!


Darbietungen:
01. The Imminent Cleanse
02. Rise from the Ashes
03. Archaic Wisdom
04. Death is Everything (Interlude)
05. Aurelian Fortress
06. The Dungeon of Existence
07. Eyes of Night (Interlude)
08. Native Soil
09. Astral Migration
10. Time Devours Everything (Outro)

Laufzeit: ca. 48 Minuten



1 Kommentar:

  1. Elegiac waren mir bisher unbekannt - jetzt bin ich begeistert! Rau, hässlich und erhaben, so wie ich Black Metal bevorzuge. Erinnern mich in der Tat vor allem an Judas Iscariot... von daher danke für die Besprechung oder besser: Für die Empfehlung!;-)

    AntwortenLöschen