Samstag, 3. Februar 2018

Review: Nordfrost - Ad Infinitum (CD, Ewiges Eis Records - 2018)

Die Horde NORDFROST aus dem Saarland meldet sich mit "Ad Infinitum" (bis ins Unendliche) nach guten drei Jahren auch wieder zurück in Form einer CD-EP. So wirklich hatte ich vorher noch keinen musikalischen Kontakt mit der Horde um Frontmann Skallvadr (u.a. auch in SERPENT EMPIRE aktiv und ex-GRIMBURG), umso gespannter war ich dann auf das mir zur Verfügung gestellte Promo-Material des aktuellen Werkes, welches unter dem Banner von Ewiges Eis Records erschien...





Konzeptionell greift man mit diesem Mini-Album das Thema "Unendlichkeit" auf, was ja schon im Titel an sich auch deutlich wird. Das Sein und Werden in den Äonen des Universums, die Wanderung der Seele durch die unendlichen Leeren der Trostlosigkeit. So beschäftigt sich das Werk innerhalb seiner knapp 20 Minuten Spielzeit auch mit jenseitigen und spirituellen Themen und greift Fragen auf, was nach dem Tod wohl kommen mag. Ich persönlich bin überzeugt davon, dass unser irdisches Leben doch nur ein unbedeutendes Augenzwinkern in der Unendlichkeit ist und unsere wirkliche Reise zu den Sternen erst mit dem Ablegen unserer sterblichen Hülle beginnt. Das irdische Leben ist geprägt von Nichtigkeiten, in denen wir versuchen Halt und Erfüllung zu finden. Wie unbedeutend dies ist, zeigt sich in Passagen etwa in "Ordnung des Seins". Keine Religion, keine Götter sind es letztlich wert, an sie zu glauben, denn am Ende gibt es nur das unendliche Nichts. Vielleicht zeigt sich auch gerade darin, dass NORDFROST's "Ad Infinitum" ein von Grund auf ideologisches Schwarzmetall-Album geworden ist. Ideologie nicht im Sinne einer politischen oder irgendwie sonst gearteten irdisch geprägten Ausrichtung, sondern etwas Übersinnlichem, etwas Ungreifbarem, einer Urkraft, die gleichzeitig eine tief verwurzelte Urangst der Menschheit aufgreift. Die Sinnlosigkeit dieser 'Masse Mensch' wird hier mehr als deutlich und vor allem, dass sie nichts als Verachtung verdient hat. Musikalisch betrachtet bedient man sich dabei einem Melodie betonten Black Metal mit leichten Einflüssen des Pagan, der sich am ehesten mit Werken von CARN DÛM oder HELVEGR vergleichen ließe, wenn man denn Vergleiche benötigt. Thematisch jedoch werden NORDFROST beide Vergleiche nicht gerecht, denn weder geht es hier um verklärte Romantik, noch um belanglose Sauflieder, noch werden irgendwelche Fantasy-Themen aufgegriffen. Die Produktion zeigt sich dabei wirklich ausgesprochen druckvoll und die Mannen verstehen es wirklich ausgezeichnet, die Stimmungen in den Texten zu vertonen - "Born der Vehemenz" etwa präsentiert sich als reißerischer Malstrom, der gnadenlos alles mit sich in die Dunkelheit hinab zieht. "Ordnung des Seins" beginnt dagegen mit einem ruhigen und atmosphärischen Akustik-Part mit Klargesang, bis das Auge des Sturms sich öffnet und einen Wirbel aus majestätischer Kälte und erhabenen Sphären über den Hörer hereinbrechen lässt.

Fazit:
Nachdem ich ja einige Zeit zwangsweise aussetzen musste, freut es mich, meinen Schreiber-Drang im neuen Jahr mit solch' einem Werk zu beginnen! NORDFROST haben mit "Ad Infinitum" ein Werk geschaffen, welches sich sowohl in seiner vielschichtigen Thematik, als auch in der instrumentalen Darbietung weit vom Durchschnitt abhebt. Da haben sich die drei Jahre Wartezeit für Anhänger der Horde mehr als gelohnt und für Leute wie mich, die erst mit diesem Werk auf die Truppe aufmerksam wurde, ein sehr guter Einstieg und Motivation, sich auch die anderen Werke der Band anzueignen. Die CD erschien Ende letzten/Anfang diesen Monats über Ewiges Eis Records und kann auch im haus-eigenen Mailorder bestellt werden, die Kosten belaufen sich dabei auf 9,- Euronnen, was ich angesichts einer 5-Song-EP (von denen ja eigentlich nur drei wirkliche Lieder sind) schon beinahe etwas viel finde, auf Grund der hohen Qualität der Scheibe aber für angemessen halte. Darüber hinaus wurde das Werk auch als limitierte Holzbox veröffentlicht - diese Variante ist allerdings bereits komplett vergriffen. Alternativ habt ihr auch die Möglichkeit, die Jewelcase CD auch direkt bei der Band zu bestellen, etwa über Visagenbuch.

Spiritueller und tiefgründiger Pagan Black Metal. Gibt es nicht? "Ad Infinitum" beweist eindeutig das Gegenteil! Absolute Empfehlung!


Darbietungen:
01. Initum
02. Asche
03. Born der Vehemenz
04. Ordnung des Seins
05. Finitum

Laufzeit: ca. 19 Minuten



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